Bedarf an Nebenräumen

Die Not an Stuhrer Schulen ist groß

Stuhr - Von Andreas Hapke. Die Gemeinde Stuhr steht vor einer großen Herausforderung bei der Gestaltung der schulischen Zukunft. Nicht nur aus der Prognose der Schülerzahlen ergibt sich – in erster Linie an der KGS und der Grundschule in Brinkum – ein Bedarf an zusätzlichen Unterrichtsräumen.

Als ebenso wichtig, wenn nicht sogar bedeutender, empfinden die Schulleiter den Mangel an Nebenräumen für die immer umfangreicheren Betreuungsaufgaben. Dies wurde am Dienstagabend in der Sitzung des Schulausschusses deutlich.

Die Verwaltung will nun zusammen mit den Schulleitungen ein Gesamtkonzept für den Schwerpunkt Brinkum erarbeiten, das laut Fachbereichsleiter Detlev Gellert als „Blaupause“ für die übrigen Standorte dienen soll. Diesen Auftrag hatten die Politiker dem Rathaus per Beschluss erteilt. „Wir werden jetzt kurzfristig erste Ergebnisse erarbeiten“, kündigte Gellert an. Er wisse aber nicht, ob diese bereits im Schulausschuss im November „präsentabel“ seien.

Schulleiterin nennt Beispiele für Not

Dass die Not nicht nur in Brinkum groß ist, verdeutlichte Seckenhausens Schulleiterin Andrea Rahn: „Wenn nichts passiert, läuft der Schulalltag glatt. Geht etwas schief, dann bricht unser Konzept zusammen.“ Unter „schiefgehen“ versteht Rahn schon: Es regnet. Dann könnten die Schüler nicht auf den Schulhof und sie keinen klassenübergreifenden Mathematikunterricht in der Mensa halten. Denn in Seckenhausen dient die Mensa nicht nur zum Essen, sondern als Bibliothek, Musikraum, Ausweichraum für Mathe und für jede Form der Differenzierung. Lehrerin Wiebke Bittner fügte hinzu, dass kein Platz für Elterngespräche vorhanden sei.

In Brinkum ist die Not am größten. Aufgrund der Rückkehr zum Abi nach neun Jahren beansprucht die KGS weiter Räume an der Feldstraße. Die Grundschule verzeichnet wegen steigender Schülerzahlen einen Bedarf an mindestens einem zusätzlichen Klassenzimmer, Leiterin Jutta Hisgen geht von zwei aus.

Zusätzliche Aufgaben benötigen Platz

Doch was ist mit Aufgaben wie Ganztag, Inklusion, sozialpädagogische Betreuung, Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund und Fachunterricht, die alle Schulen an allen Standorten erfüllen müssen? Als Beispiel dafür, dass der Bedarf nicht nur an steigenden Schülerzahlen festzumachen ist, nannte KGS-Leiter Michael Triebs Räume für den Förderunterricht in Deutsch. Sowohl er als auch Hisgen berichteten dem Ausschuss über Gruppenarbeit auf den Schulfluren.

Laut Hisgen besuchen zwischen 25 und 27 Flüchtlingskinder die Grundschule in Brinkum, so viele wie an keinem anderen Standort. Alle bekämen eine Förderung. „Eigentlich bräuchte ich für jedes Klassenzimmer einen weiteren Raum“, sagte Hisgen auf Nachfrage dieser Zeitung. Dass dies utopisch sei, wisse sie selbst. Moordeichs Grundschulleiter Ulrich Brinkmann sprach von „fünf Assistenzen“ (Betreuer von Inklusionskindern, die Red.), die Räume benötigten, Hisgen von zurzeit drei Assistenzen an ihrer Schule.

Erster Pavillon wird errichtet

Zur „Abdeckung des vordergründigen Bedarfs“ (Gellert) an der Grundschule Brinkum soll der erste Pavillon dienen. Im Februar 2018 zieht die KGS ihre ergänzende Betreuung von dort ab. Der Pavillon war eigentlich für Lehrerarbeitsplätze vorgesehen.

„Wir wissen, dass wir ein Konzept brauchen, wir wissen wo und dass wir es dringend brauchen. Wann sind wir denn endlich so weit?“, fragte FDP-Ratsherr Jürgen Timm. „Es kommen ja bei jeder Wiederbelebung der Diskussion neue Schwerpunkte dazu.“ Der CDU-Ratsherr Finn Kortkamp regte „externe Hilfe“ zur Lösung des Problems an.

Laut Gellert geht es darum, wie das Konzept „in ein Gebäude gegossen werden“ kann. „Machen wir uns Gedanken über einen weiteren Standort? Wenn ja, für wen? Für eine Grundschule, für die KGS?“, fragte Gellert.

Rubriklistenbild: © dpa

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