Urlaubsfieber in Corona-Zeiten

Stuhrer Reisebüros: gestiegene Nachfrage und komplexe Beratungen

Rück-Ansicht eines Paares, das auf Liegestühlen am Strand sitzend die Ostsee betrachtet.
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Sonnenschein an der Ostsee: In Corona-Zeiten ist innerdeutscher Urlaub besonders beliebt.

Die Corona-Krise hat die Reise-Branche besonders hart getroffen. Mit den gesunkenen Inzidenzen ist seit Ende Juni eine Reise-Welle losgebrochen. Reisebüros aus Stuhr berichten von aktuellen Trends und Herausforderungen.

Stuhr – Usedom oder Fuerteventura statt Homeoffice und stundenlanger Video-Konferenzen: Nach anderthalb Jahren Corona-Krise ist der Wunsch nach einem Tapetenwechsel groß. Stuhrer Reisebüros berichten von gestiegener Nachfrage, seitdem viele Beschränkungen gefallen sind.

Im sommerlichen Reisefieber trüben allerdings wieder Corona-Meldungen die Stimmung: Seit dem Wochenende gilt etwa ganz Spanien (also auch die Balearen und Kanaren) als Risikogebiet, Portugal seit vergangener Woche als Hochinzidenzgebiet. „Wir haben aktuell keine Kunden, die davon betroffen sind“, lautet die Auskunft von Uwe Schröder, Team-Leiter bei Reiseland Ratio in Brinkum. Er habe bislang keine gestiegene Verunsicherung wahrgenommen.

Dass die Zahl der abgesagten Reisen noch überschaubar ist, liegt auch an den Trends beim Sommerurlaub 2021. In den Juni-Wochen sei der Reise-Wille deutlich gestiegen, hat etwa Kristina Zivkovic in ihrem Reisebüro in Stuhr-Moordeich beobachtet. Dabei seien besonders Reiseziele in Deutschland und innerhalb Europas gefragt. Und: Mehr Kunden als früher bevorzugten dabei die Abgeschiedenheit eines Ferienhauses gegenüber großen Hotels. Eine weitere Sache, die auffällt: Die Reisen werden spontaner. Viele hätten die Corona-Entwicklungen erst abgewartet und dann kurzfristig gebucht.

Den Trend hin zum Ferienhaus und zur Nord- oder Ostsee beobachten auch die Mitbewerber. Das Reiseunternehmen Wolters an der Bremer Straße ist auf Rundreisen spezialisiert. Statt auf Gruppenreisen fokussiert sich das Unternehmen zurzeit auf individuelle Rundreisen, so Torge Petersen. Wolters ist eine Tochter des Frankfurter Unternehmens E-Domizil. Torge Petersen ist einer der Geschäftsführer. Er berichtet von einer „Nachfrage-Welle“ seit Mai. Derzeit gingen 70 Prozent der Buchungen nach Deutschland, früher seien es knapp unter 50 gewesen. Im Juli und August seien die Ferienhäuser an Nord- und Ostsee bis auf drei Prozent ausgebucht.

Amaro Travel mit Sitz am Rodendamm ist auf Geschäftsreisen spezialisiert, auch außerhalb Europas. Und weltweit sei die Corona-Lage unverändert kritisch, betont Geschäftsführerin Marianne Grothe. Geschäftsreisen waren auch während der gesamten Corona-Zeit grundsätzlich möglich, deswegen verzeichne der Bereich nicht die gestiegene Nachfrage wie seit Mai der Urlaubs-Tourismus in Deutschland.

Nach einem guten Jahr Reise-Pause für viele Urlauber verzeichnen die Büros einen weiteren Trend. „Das Budget hat sich angehoben“, sagt Zivkovic. Viele Kunden wollten sich nun „etwas Besonderes gönnen“. Das bestätigt Wolters-Geschäftsführer Petersen und ergänzt, dass die höheren Budgets an den Kunden-Wünschen lägen und nicht – oder nur zum kleinen Teil – an gestiegenen Preisen.

Darin, in einer unübersichtlichen Lage, Beratung anzubieten, liege eine Chance, meint Zivkovic. Denn so könne ein Reisebüro zeigen, was es bieten könne und das Internet nicht. Zivkovic führt als Beispiel eine Dreier-Gruppe an, bei der eine Person genesen, eine geimpft und eine keins von beidem war. Welche Nachweise und Tests sind nötig? Welche Bestimmungen gelten gerade? „Das ist mittlerweile unser Kerngeschäft“, sagt sie über die Beratung in solchen Fällen.

Das gelte auch für Angebote, mit denen Kunden sich absichern können, falls etwa neue Reisewarnungen herausgegeben werden. Sogenannte Flex-Tarife erlauben kurzfristig Stornierungen, mit „Covid-Protect“ gibt es einen Corona-Versicherungsschutz. „Pauschal-Angebote sind eine super sichere Möglichkeit“, lautet ein Tipp von Zivkovic. „Viele Kunden suchen den Kontakt zum Reisebüro“, bestätigt Uwe Schröder von Reiseland: Die Beratung zu den Reise-Bestimmungen sei „unser tägliches Brot“.

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