Kommentar:

Online-Abstimmung zur Linie 8.

Stuhr - Kommentar von Andreas Hapke. Unsere Online-Abstimmung zum Thema Straßenbahnverlängerung ist beendet – mit einem überraschenden Ergebnis. Überraschend insofern, als die Gegner der Linie 8 auf den letzten Metern enorm zugelegt haben, nachdem es tagelang unentschieden gestanden hatte. Die Behauptung von SPD-Ratsfrau Susanne Cohrs, alle seien heiß auf die Straßenbahn, ist damit auf jeden Fall widerlegt.

Andreas Hapke

Wir haben uns einige Kritik an dem Voting anhören müssen; teils berechtigt, teils unberechtigt. So oder so: Wir werden uns alle Ihre Bemerkungen und Anregungen, liebe Leserinnen und Leser, zu Herzen nehmen. Einige Bemerkungen in eigener Sache seien an dieser Stelle erlaubt: Die Umfrage sei nicht repräsentativ, komme zu spät, gieße nur Öl ins Feuer, hieß es beispielsweise. Was letzteres angeht: Ein Thema, das eine solche Brisanz beinhaltet, dass man schon mit dieser Abstimmung Öl ins Feuer gießt, gehört aus journalistischer Sicht unbedingt in die Öffentlichkeit.

Ergebnis der Umfrage

Der Zeitpunkt ergab sich durch den Schriftwechsel zwischen Straßenbahngegnern, SPD und Gemeinde in Stuhr, und der ist nun mal jüngeren Datums. Dies haben wir in unserem Aufruf zum Voting dargelegt. Dort ist übrigens auch zu lesen, dass das Ergebnis natürlich nicht repräsentativ sein würde. Wie auch? Denn wie für jede Umfrage gilt: Wer die meisten Mitstreiter mobilisiert, der gewinnt.

Dazu zählt auch, dass die Teilnehmer mehrfach hätten abstimmen können oder dies möglicherweise sogar getan haben. Die Antwort auf die Frage eines Lesers, inwieweit auszuschließen sei, dass Internetnutzer „maschinell nachgeholfen“ haben, muss demnach lauten: Es ist nicht auszuschließen.

Doch auch dies gilt für sämtliche Arten von Umfragen. Jeder kann sich unendlich viele Adressen ausdenken, würde man E-Mails als Grundlage für das Voting wählen, oder 30 Postkarten in den Briefkasten der Redaktion werfen.

Klar ist aber auch: Wer Abstimmungen auf diese Weise beeinflusst, führt sein eigenes Anliegen ad absurdum, eine – zumindest grobe – Einschätzung über das Meinungsbild in der Bevölkerung zu erhalten. Das gilt übrigens für Gegner wie Befürworter der Linie 8 gleichermaßen.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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