Freie Grundstücke „in der Bilanz“ weniger

„Stuhr ist noch nicht ausverkauft“

In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht der Neubau der Firma Dzierzon Edelstahlbeizerei. - Fotos: Hapke

Stuhr - Von Andreas Hapke. Zwei Baustellen in unmittelbarer Nachbarschaft an der Diepholzer Straße: Es tut sich etwas im Gewerbegebiet Brinkum-Süd, wo die Unternehmen Oestmann/Transporte W. Rohlfs und Dzierzon zurzeit die Voraussetzungen für ihren zukunftssicheren Fortbestand schaffen. In beiden Fällen handelt es sich um Umzüge innerhalb der Gemeinde.

„Oft sind Betriebe gezwungenermaßen darauf angewiesen umzuziehen. Wenn wir ihnen keine Fläche anbieten können, sind sie weg“, sagt Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier.

Tatsächlich haben hier Unternehmen aus Expansionsgründen den Standort gewechselt. Die Firma Dzierzon Edelstahlbeizerei etwa möchte nach Auskunft ihres Chefs Frank Dzierzon an der Diepholzer Straße technische Neuerungen etablieren. Es handelt sich unter anderem um die baulichen Rahmenbedingungen für den Einsatz neuer Säuren. Das Grundstück an der Henleinstraße in Brinkum-Nord sei zu klein, die Halle „nicht erweiterbar“, sagt Dzierzon. Zudem sei der neue Firmensitz für Kunden aus Delmenhorst oder der Bremer Region links der Weser über die Bundesstraße 322 leichter zu erreichen. Der Zeitaufwand bis zur Autobahn bleibe gleich. 3,5 Millionen Euro investiert Dzierzon, „meine persönliche Elbphilharmonie“. Losgehen soll es Ende November.

Nebenan baut Unternehmer Karl-Heinz Oestmann und vermietet einen Teil seiner Kapazitäten an die Firma Transporte W. Rohlfs, wie deren Geschäftsführer Oliver Rohlfs mitteilt. Er benötige größere Büroräume für den Logistikbereich und verlege außerdem die Stellplätze für Lastkraftwagen von der Blockener Straße nach Brinkum Süd. So ganz nebenbei verbindet Wimmelmeier damit die Hoffnung, dass einige Lkw weniger durch den Ort rollen.

Die Firma Transporte W. Rohlfs zieht nach Brinkum-Süd, wo sie einen Teil der Kapazitäten von Bauherr Karl-Heinz Oestmann mietet.

Der Wirtschaftsförderer spricht in solchen Fällen von Bestandspflege. „Die Stuhrer Unternehmen bieten zurzeit rund 14 000 Arbeitsplätze, so viele wie noch nie“, berichtet Wimmelmeier stolz. „Wir haben ein hohes Niveau, das möchten wir erhalten.“ Das Ganze jedoch vor dem Hintergrund, dass die Flächen in den bestehenden Gewerbegebieten knapp werden.

In jüngster Vergangenheit vergeht kaum eine Ratssitzung, ohne dass Bürgermeister Niels Thomsen den Verkauf von Gewerbegrundstücken mitteilt. Wimmelmeier bestätigt diesen Trend: „Wir haben im vergangenen Jahr viel verkauft, und wir haben in diesem Jahr viel verkauft.“ Zuletzt waren es wieder zwei Flächen in dem Mischgebiet an der Neukruger Straße, eine Arztpraxis und ein Dienstleister hätten den Zuschlag bekommen. Damit sind bereits sieben Grundstücke in der Nachbarschaft zur neuen Kindertagesstätte veräußert. Weitere Verkäufe meldet Wimmelmeier am Rodendamm, im Ellernbruch sowie an der Bremer Straße, wo jetzt nichts mehr zu haben ist. Damit stellt sich die Frage: Wo gibt es noch Kapazitäten in Stuhr?

Mischgebietsflächen sind laut Wimmelmeier noch in Neukrug (0,8 Hektar) und in Brinkum-Süd (0,4 Hektar) vorhanden. An reinen Gewerbegebietsflächen kommen 0,2 Hektar in Brinkum-Süd und 0,4 Hektar in Stuhrbaum hinzu. Noch in der Entwicklung befinden sich ein Hektar in Seckenhausen (in Nachbarschaft zu Neukrug), zwei Hektar an der Bergiusstraße in Brinkum-Nord sowie 2,3 Hektar am Birkenweg in Groß Mackenstedt. Außerdem gebe es „Flächen, wo wir gerade dran sind, aber das ist noch nicht spruchreif“, sagt der Wirtschaftsförderer und betont: „Stuhr ist noch nicht ausverkauft. Aber in der Bilanz gibt es weniger freie Grundstücke.“

Umso wichtiger sei es, den Unternehmen auch durch eine Verdichtung beziehungsweise durch Lückenbebauung Perspektiven aufzuzeigen. „Wir müssen einen Mix aus allem haben. Kein Wachstum wäre fatal.“

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