Nicht alle Eltern erfreut

Kita-Schmuckstück steht vor Fertigstellung

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In der nächsten Woche soll die Fassade schon weitgehend fertig werden, das Außengelände benötigt noch etwas länger.

Neukrug - Von Andreas Hapke. Heinz-Hermann Brunken vom Fachdienst Hoch-, Tief- und Landschaftsbau ist zufrieden. Bei einer Begehung am Donnerstagvormittag hat er festgestellt, dass der Bau der Kindertagesstätte in Neukrug Fortschritte macht. Drinnen und draußen liegen die Arbeiten in den letzten Zügen.

Anfang der Woche hat der Landschaftsbauer mit der Gestaltung des Außengeländes begonnen. Er ist unter anderem für die Sandflächen und die kleinen Terrassen vor den Gruppenräumen zuständig. Knapp drei Wochen dürfte er wohl noch zu tun haben. Was das Gebäude angeht, laufen innen noch die Maler- und außen die Fassadenarbeiten. An einer Seitenwand ist bereits der Wechsel zwischen Holz und Klinker zu sehen.

„Unser Bauzeitenplan dauert bis Ende des Monats“, sagt Brunken. Bis dahin sei zwar noch nicht alles fertiggestellt. Doch er spricht nur von „kleinen Baustellen“, die dann noch offen seien. „Vielleicht werden noch die Türen eingehängt oder ähnliches.“

Die Gemeinde lässt ein Schmuckstück bauen, dessen Betrieb das Deutsche Rote Kreuz (DRK) übernimmt. Doch nicht alle Eltern freuen sich auf die Betreuung ihres Nachwuchses dort. Ein Familienvater aus Moordeich etwa, der namentlich nicht genannt werden möchte, beklagt sich über den zugewiesenen Platz „auf dem Acker“. Bislang habe seine Tochter die Moordeicher Krippe besucht, „und wir dachten, dass sie danach auch hier zum Kindergarten gehen kann“.

So sieht bald die ganze Fassade der Kita aus: ein Wechsel zwischen Holz und Klinker.

Stattdessen sind es nun acht Kilometer statt wenige hundert Meter, die zwischen Wohnung und Kita liegen. Beide Eltern sind berufstätig, verfügen aber nur über ein Auto.

Die Einteilung der Gruppen steht seit März fest. Nach Auskunft von Detlev Gellert, Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Freizeit, sind inzwischen auch die Bescheide an jene Eltern rausgegangen, die sich über die Unterbringung ihres Kindes beschwert hatten und infolgedessen von der Gemeinde angehört wurden. Im Fall der besagten Familie hat sich an der Entscheidung der Kommune nichts geändert.

„Wir sind nicht die einzigen betroffenen Eltern in Moordeich. Es gibt auch Leute, die 200 Meter vom Kindergarten entfernt wohnen, kein Auto haben und mit dem Kind trotzdem nach Neukrug müssen“, berichtet der Vater. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei die Einrichtung nicht in einer halben Stunde zu erreichen – so wie es gesetzlich vorgesehen sei.

„Alle Plätze nach Punktesystem vergeben“

Gellert kennt Gerichtsurteile, die eine solche Zeitspanne vorgeben. Er bestätigt auch, dass mehrere Eltern aus Moordeich ihre Kinder nach Neukrug bringen müssen, weil ihnen die Gemeinde weder in Moordeich noch in Stuhr etwas anbieten konnte. „Doch wir haben alle Plätze nach unserem Punktesystem vergeben.“ Kriterien wie die berufliche Situation der Eltern und die besonderen pädagogischen Bedürfnisse des Kindes spielten ebenso eine Rolle wie Geschwisterkinder. Positiv sei, „dass wir durch den Bau der Kita Neukrug überhaupt Plätze nachweisen können.“

Laut Gellert berücksichtigen die Prognosen zur Zahl der Kindergartenkinder nicht die Zu- und Wegzüge. „Der bremen-nahe Raum war in den vergangenen Jahren als Wohnort sehr beliebt.“ Auch die Moordeicher Familie ist zugezogen, allerdings innerhalb Stuhrs von Varrel aus.

„Ich habe Verständnis für alle, die weite Wege in Kauf nehmen müssen“, sagt Gellert. Klar sei aber: Eine Pflicht zur Kapazitätsausweitung an irgendeinem Standort bestehe nicht. Es gebe immer die Möglichkeit, gegen den Bescheid zu klagen – so wie dies Seckenhauser Eltern vor einigen Jahren wegen der Unterbringung ihrer Kinder an der Jahnstraße in Brinkum getan hätten. Gellert: „Der Richter müsste uns aber nachweisen, dass wir Plätze nicht korrekt vergeben haben.“

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