Ansonsten kein Public Viewing in der Gemeinde Stuhr

Die WM kommt in die Kirchen

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Beten und Fußball – das passt auch außerhalb der Kirche zusammen. 

Stuhr- Von Andreas Hapke. Wer in Stuhr Fußball in großer Runde gucken möchte, muss in die Kirche gehen. Zumindest Spiele der deutschen Nationalmannschaft sind in den Gotteshäusern in Varrel und Heiligenrode zu sehen. Ein Public Viewing hingegen, wie es schon mal das A1-Hotel bei früheren Großveranstaltungen auf dem Rathaus-Parkplatz organisiert hatte, wird es in der Gemeinde nicht geben.

„Wir sind natürlich wieder live dabei, wenn unsere Weltmeister rund um Bundes-Jogi ihren Titel verteidigen wollen“, schreibt Pastorin Eike Fröhlich im Gemeindebrief. Was dort noch nicht steht: Nach dem Auftaktspiel gegen Mexiko am Sonntag, 17. Juni (Anstoß 17 Uhr), kommen noch Bratwürste auf den Grill. Vor dem Spiel wie auch vor den Partien gegen Schweden am Samstag, 23. Juni, 20 Uhr, und gegen Südkorea am Mittwoch, 27. Juni, 16 Uhr, läuft schon die Vorberichterstattung. Alternativ können die Besucher noch auf der Terrasse sitzen und klönen.

Getränke wie Wasser, Apfelschorle, Sprite, Cola und Bier sind vorhanden. Bei jedem Treffer für Reus & Co. gibt die Pastorin „allen, die wollen und dürfen“, ihren traditionellen Tor-Sekt aus. „Das hat mir vor vier Jahren gegen Brasilien ganz schön zu schaffen gemacht“, sagt sie. Das Spiel endete 7:1 für den späteren Weltmeister.

Der Eintritt ist frei. „Da wir für die Übertragung der Spiele Gebühren zahlen müssen, würde ich mich über die Spende von einem Euro freuen“, sagt Eike Fröhlich.

In Heiligenrode muss wegen des Sommerfests rund um die Klosterkirche am Sonntag, 17. Juni, niemand auf den ersten Auftritt des deutschen Teams gegen Mexiko verzichten. Im Gegenteil: Alle sind eingeladen, das Fest auf diese Weise ausklingen zu lassen.

Bei der Verwaltung hatte in Volker Robens vom Shell-Autohof an der Moordeicher Landstraße in Groß Mackenstedt nur ein Veranstalter eine Genehmigung für Public Viewing beantragt. Inzwischen hat Robens allerdings Abstand davon genommen, die Spiele im Zelt auf Großleinwand zu zeigen. Grund: Das finanzielle Risiko sei zu groß. „Wegen der Baustelle auf der A1 haben wir deutlich weniger Kundschaft. Und die, die kommen, lassen kaum Geld hier“, klagt Robens. „Sollte dann noch die deutsche Mannschaft früh ausscheiden, könnte ich die Kosten für Zelt, Leinwand, Beamer und Bierbuden niemals wieder einspielen.“ Stattdessen zeigt Robens alle Spiele der WM im Restaurant auf acht Bildschirmen. „Auch auf der Toilette und an der Kasse wird niemand ein Tor verpassen“, sagt Robens.

Da die Anzeigefrist für Veranstaltungen mit Getränkeausschank und/oder Ausgabe von Speisen vier Wochen beträgt, wird es selbst für ein einmaliges Event wie die öffentliche Übertragung des Endspiels eng. Nach Auskunft von Verwaltungsmitarbeiterin Annette Behrendt ist nur dann eine Ausnahme möglich, „wenn die Frist für den Betreiber nicht zumutbar ist“. Dies sei im Einzelfall zu prüfen.

Anders sieht es aus, wenn sich Gleichgesinnte nur zum Fußballgucken im öffentlichen Raum treffen, also ohne Getränke und Speisen anzubieten. Solche Zusammenkünfte sind auch bei der Verwaltung anzumelden, etwa wenn Verkehrsflächen beansprucht werden. Doch ein Vorlauf von zwei Wochen würde dem zuständigen Rathausmitarbeiter Jürgen Brinkmann reichen. „Wir müssen prüfen, welche verkehrliche Bedeutung die betreffende Fläche hat“, sagt Brinkmann. „Auf dem Zob würden wir so etwas natürlich nicht genehmigen.“

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