Der Digitalpakt kann kommen

Gemeinde und Schulen erarbeiten einen Medienentwicklungsplan

Begeistert von dem neuen digitalen Display zeigt sich Michael Triebs, Leiter der KGS Brinkum. Aus dem ersten Entwurf des Medienentwicklungsplans geht bereits hervor, dass auch die Grundschulen großes Interesse an solchen Geräten haben, am besten in jedem Klassenzimmer. Foto: Ehlers
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Begeistert von dem neuen digitalen Display zeigt sich Michael Triebs, Leiter der KGS Brinkum. Aus dem ersten Entwurf des Medienentwicklungsplans geht bereits hervor, dass auch die Grundschulen großes Interesse an solchen Geräten haben, am besten in jedem Klassenzimmer.

Stuhr – Von Andreas Hapke. Der Digitalpakt Schule liegt zurzeit auf Eis. Unabhängig davon bereitet sich die Gemeinde Stuhr darauf vor, einen fundierten Antrag stellen zu können, wenn es um die Verteilung der Zuschüsse geht. Immerhin fünf Milliarden Euro möchte der Bund innerhalb von fünf Jahren für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung stellen. Auf diesen Zeitraum ist auch der Medienentwicklungsplan angelegt, der laut Ann-Kathrin Dannemann, Teamleiterin Bildung und Sport, auf die Initiative der Grundschulen zurückgeht.

„Das Konzept ist eine Voraussetzung für die Förderung“, sagt die Rathausmitarbeiterin. „Zurzeit ist es nur ein Entwurf, den wir im Dezember vorbesprochen haben. Wir sind noch nicht so weit, dass die Politik schon darüber befinden könnte.“ Die Kooperativen Gesamtschulen in Brinkum und Moordeich zum Beispiel seien darin noch gar nicht berücksichtigt. Ziel ist es laut Ann-Kathrin Dannemann, der Politik bis Sommer einen beschlussreifen Entwicklungsplan vorzulegen.

Darin wird unter anderem nachzulesen sein, welche Medien – Hardware wie Software – die Schulen brauchen, über welchen Zeitraum die Anschaffung umgesetzt und wie die Wartung sichergestellt werden soll. Laut Ann-Kathrin Dannemann wünschen sich die Schulen interaktive digitale Displays, also übergroße „Fernseher“ mit Touchfunktion, die anders als Whiteboards ohne vorgeschalteten Beamer auskommen. „Das Ganze am besten in jedem Klassenzimmer. Es ist auch nicht sinnvoll, im ersten und zweiten Schuljahr damit zu arbeiten, und dann im dritten auszusetzen.“ Drucker und mobile Endgeräte wie Tablets stünden ebenfalls auf der Liste. „Dann wäre noch zu klären, was Kinder im Rahmen von ,Bring your own device’ an eigenen Medien mitbringen können, was da realistisch ist. Wir wollen den Plan über fünf Jahre nach und nach abarbeiten.“

Für Ann-Kathrin Dannemann ist ein solches Konzept unerlässlich. Nur so sei eine Situation wie vor acht Jahren, als im Rahmen des Konjunkturpakets II Geld nach dem Windhundprinzip verteilt wurde, zu verhindern. Auch damals konnten Schulträger Mittel für Computer und Laptops beantragen. „Man musste superschnell reagieren. Und die Lehrer konnten mit den Medien kaum etwas anfangen, weil sie darauf nicht vorbereitet waren.“

Kein Wunder also, dass die Schulen in dem Entwicklungsplan auch einen großen Wert auf die Fortbildung der Pädagogen legen. „Nur bei Lehrkräften, die frisch von der Uni kommen, kann man davon ausgehen, dass sie sich auskennen“, sagt Ann-Kathrin Dannemann.

Zurzeit ist die Gemeinde mit der Glasfaserprüfung beschäftigt. Denn fest steht, dass die bisherigen Anschlüsse nicht mehr ausreichen, um die mediale Aufrüstung zu bedienen. Auch dafür ist laut der Rathausmitarbeiterin eine Förderung über den Digitalpakt möglich. Eine Ausnahme bildet die KGS Brinkum, wo nach Auskunft von Leiter Michael Triebs bereits in jedem Unterrichtsraum die erforderlichen Internetanschlüsse liegen.

Die Schule verfügt auch schon über eines der modernen Displays mit den Betriebssystemen Windows und Android. „Die Klassen sind mit dem Internet und mit dem Schulnetz verbunden. Das Gerät hat eine riesige Auflösung. Und wer lieber auf der alten grünen Tafel arbeiten will, kann das auch einstellen, inklusive Dicke und Farbe der Kreide“, berichtet Triebs begeistert. Weiterer Vorteil: Nach der Mathestunde komme nicht der Französischlehrer und wische die Integrale weg. „Man speichert das Bild einfach ab und ruft es sich zur nächsten Stunde wieder auf.“

Das Gerät ist im Kunstraum angebracht und ist am Tag des offiziellen Abschlusses der KGS-Sanierung am 18. Januar zu bestaunen. Allein dieses Display schlägt mit knapp 9 000 Euro zu Buche. „Keine Frage, das ist ein großes Projekt, größer als das Konjunkturpaket II. Auch was die Gegenfinanzierung durch die Gemeinde angeht“, stellt Ann-Kathrin Dannemann fest. Zuletzt habe es nach einem eher geringen Zuschuss ausgesehen. „Die Rede war von zehn Euro pro Schüler.“

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