Stuhr hat Satzung erst 2015 angepasst

Gebühren für Fehlalarme „ausreichend“

Stuhr - Von Andreas Hapke. Verwaltung und Feuerwehr der Gemeinde Stuhr bewerten die Gebühr von 400 Euro pro Fehlalarm als „gut und ausreichend“. Dies teilte der zuständige Fachbereichsleiter Hartmut Martens gestern auf Nachfrage mit. Hintergrund: Der Rat der Stadt Bassum muss am Montag über einen Antrag entscheiden, in dem die örtlichen Brandschützer einen Aufschlag von 200 Prozent bei den Gebühren für Fehlalarme fordern, also 600 statt 200 Euro.

Der bisherige Betrag habe nicht dazu geführt, dass sich die Betreiber der Brandmeldeanlagen intensiv um deren Wartung gekümmert haben, lautet die Begründung.

Mit 55 Fehlalarmen hatten es die Bassumer im vergangenen Jahr zu tun. Im selben Zeitraum rückten die Stuhrer Ortsfeuerwehren laut Martens 76 Mal aus, ohne dass sie ein Feuer vorgefunden hätten. 2015 war das 73 Mal der Fall, 2014 sogar 92 Mal. Am häufigsten sind in der Regel die Brinkumer Feuerwehrleute unterwegs, nur um eine Brandmeldeanlage zurückzustellen: 38 Einsätze dieser Art notierte die Verwaltung im vergangenen Jahr, 29 im Jahr zuvor und 49 im Jahr 2014. „Das sind rund 50 Prozent der Fehlalarme“, sagt Martens, was in der Struktur des Ortsteils begründet liege. „Wir haben dort etliche Betriebe mit Brandmeldeanlagen.“

Ziel: Einsätze vermeiden 

Grundsätzlich sei jeder Fehlalarm gebührenpflichtig. Die Betreiber hätten dafür zu sorgen, dass ihre Anlagen immer funktionsfähig und frei von technischen Defekten seien. „Wir reißen aber niemandem den Kopf ab“, sagt Martens, „sondern belassen es beim ersten Vorfall häufig bei einem Anschreiben.“ Ziel müsse es sein, dass Gemeinde, Feuerwehr und Unternehmen die Zahl der Fehlalarme auf ein erträgliches Maß bringen. Martens: „Auf null werden wir das nicht kriegen, das ist utopisch.“

Das unnötige Ausrücken, vor allem nachts und während der Arbeitszeit, sei ärgerlich, sagen Brinkums Ortsbrandmeister Thomas Erdt und Gemeindepressesprecher Christian Tümena. Vor allem dann, wenn es bei einem einzigen Betrieb mehrfach vorkomme. Laut Erdt lag der Spitzenwert in einem Jahr bei 14 Fehlalarmen. Gleichwohl sei den Löschkräften ein Ausrücken ohne Einsatz immer lieber als ein Hallen-Vollbrand, so Tümena.

Nicht jede Alarmierung ohne Feuer lande als Fehlalarm in der Statistik. „Ein qualmender Kochtopf oder ein Kurzschluss in der Leuchtröhre hätten theoretisch zu einem Brand führen können“, erklärt der Ortsbrandmeister. Anders sehe es bei einer Staubentwicklung durch Handwerksarbeiten aus. „Da hätte man nur die Staubkappe über den Melder stülpen müssen.“

Rund 10 Fehlalarme bisher in 2017

Für dieses Jahr hat Tümena kein erhöhtes Aufkommen von Fehlalarmen festgestellt, insgesamt seien es rund zehn gewesen. Erdt zählt fünf für Brinkum, „bei denen eine Brandmeldeanlage ausgelöst hat“. Es komme aber auch vor, dass die Feuerwehr durch private Rauchmelder auf den Plan gerufen werde und keinen Brand feststelle. „Das wird uns künftig noch häufiger beschäftigen“, meint Erdt.

Höhere Gebühren könnten durchaus etwas bewirken, glaubt Tümena: „Die Unternehmen investieren dann mal in die Wartung der Anlagen.“ Er erinnert sich an eine Firma in Varrel, die sich in Sachen Fehlalarme besonders hervorgetan hatte. Nach der Anpassung der Feuerwehrgebührensatzung habe das nachgelassen.

Seit Januar 2015 schlägt ein Fehlalarm in Stuhr mit 400 Euro zu Buche, bis dato waren es 256 Euro gewesen. Es war die erste Überarbeitung der Satzung seit mehr als 13 Jahren. Grundlage für die Ermittlung der Kosten bildete ein Mittelwert aus den Jahren 2011 bis 2013.

Rubriklistenbild: © dpa

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