CDU stellt Bürgermeisterkandidaten vor

Frank Holle will Nachfolger von Niels Thomsen werden

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Ralph Ahrens (links) und Frank Schröder (rechts) präsentieren am Samstag ihren Wunschkandidaten Frank Holle. 

Stuhr - Von Sigi Schritt. Das Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Niels Thomsen ist eröffnet: Am Samstag haben Frank Schröder für die CDU-Fraktion und Ralph Ahrens für den Vorstand des Stuhrer Ortsverbands in Brinkum ihren Wunschkandidaten vorgestellt: Frank Holle, 50 Jahre alt, verheiratet, dreifacher Familienvater, Jurist sowie Bürgermeister der Samtgemeinde Tarmstedt und Gemeindedirektor einer von insgesamt acht Ortsgemeinden.

Die Mitglieder des Stuhrer CDU-Ortsverbands müssen den Kandidaten allerdings noch bestätigen, kündigen Ahrens und Schröder an. Einen Termin für eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. Außerdem seien sowohl ihre Partei als auch der Kandidat selbst offen dafür, Unterstützung von anderen Ratsparteien zu bekommen.

Als stärkste Fraktion mit 15 Mitgliedern habe die CDU den Auftrag, Ausschau nach einem geeigneten Bewerber zu halten, begründete Ahrens die Motivation der Suche. „Die Bürger erwarten von uns einen Vorschlag.“ Er fügte hinzu: Es hätte auch eine Frau sein können. „Die Suche war ergebnisoffen.“ Die Christdemokraten möchten, dass Thomsens Nachfolger ein gewisses Profil mitbringt. „Er soll Menschen verstehen, Bürgernähe zeigen, Berufserfahrung mitbringen und Handlungsfelder der Gemeinde erkennen“, nannte der Ortsvereinsvorsitzende ein paar Beispiele. Doch seine Liste war noch viel länger: Verhandlungen als Partner der Wirtschaft, Gespräche zu führen auf Kreis- und Landesebene. Es gehe um eine Person, die Herausforderungen lösungsoptimiert anpacken kann. „Wir glauben, dass Frank Holle unsere hohen Erwartungen erfüllt.“

Der Christdemokrat Frank Holle ist bereits Bürgermeister der Samtgemeinde Tarmstedt. Er sucht eine neue Herausforderung und sieht sie im Posten des Stuhrer Verwaltungschefs. 

Er selbst sei zwar noch bis Ende Oktober 2021 gewählt, doch er würde im Fall eines positiven Ergebnisses im Februar 2020 in Stuhr die Amtsgeschäfte von Thomsen übernehmen, kündigte Frank Holle an. Ihm jucke das Fell, und er möchte aus seiner Komfortzone heraus. Er könne sicherlich bis zu seiner Pensionierung im Kreis Rotenburg die Samtgemeinde mit ihren 11.000 Einwohnern und acht Mitgliedsgemeinden führen und könne auch viel in seinen zahlreichen Ehrenämtern bewegen. Doch mit dem Erreichen des 51. Lebensjahrs habe er sich gefragt, ob er in seinem Leben noch Neues wagen kann. Das nächste Ziel lautet also: Bürgermeister in Stuhr. „In diesem Fall lege ich alle meine Ehrenämter hin. Und mache einen echten Neuanfang.“ Unter anderem ist Holle Vize-Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tarmstedter Ausstellung und Sprecher aller hauptamtlichen Bürgermeister im Kreis Rotenburg/Wümme.

Die Suche nach neuen Herausforderungen ist der rote Faden in seinem Leben: Aufgewachsen in Tarmstedt absolviert er nach seinem Abitur eine Lehre als Versicherungskaufmann in Bremen. Doch dann zieht es ihn nach Kiel, um dort Jura zu studieren. Er ließ sich in seinem Heimatort Tarmstedt nieder und spezialisierte sich. Als Fachanwalt für Familienrecht habe er viele Krisen kennengelernt und hat in den Landgerichtsbezirken Verden und Stade mehr als 150 Scheidungen begleitet. Beruflich sei es weiter vorangegangen. Er stand als Notarvertreter am Scheideweg, ob er diese Qualifikation erwerben möchte, um selbst etwa Grundstücksverkäufe zu beurkunden. Doch in dieser Zeit habe eine Wahl angestanden, er warf als einziger Bewerber -– mitgetragen von der SPD – seinen Hut in den Ring und wurde erstmals Chef einer Verwaltung – der damals jüngste Bürgermeister in Niedersachsen. „Das war 2006“, blickt er zurück. Er stellte sich 2014 erfolgreich einer weiteren Wahl, diesmal nicht als parteiloser Bewerber.“ Seit fünf Jahren sei er Christdemokrat.

Bürgermeisterwahl in Stuhr: Frank Holle bewirbt sich

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„Die 13 Jahre als Jurist im Rathaus bilden ein gutes Rüstzeug. Man ist entscheidungsfreudiger, weil man weiß, was auf einen zukommt“, so Holle. Mit Interesse habe er verfolgt, dass sein Amtskollege in Stuhr nicht mehr weitermachen möchte. Seit August verfolge Holle das Geschehen in der Zeitung. Doch er kenne die Gemeinde durch regelmäßige Besuche – nicht nur von Ikea und dem Ochtumpark. Die Verwaltung und die Wirtschaft in Stuhr sind seiner Ansicht nach gut aufgestellt. Deshalb sehe er sich zunächst in der Rolle des Zuhörers, der wissen möchte, welche Ideen und Wünsche die Bürger umgesetzt wissen wollen. Er selbst möchte ebenfalls Impulse setzen: Neben der Förderung der Wirtschaft und des öffentlichen Personennahverkehrs will er Mobilitätsthemen wie Elektroautos und Carsharing voranbringen. „Auch die älter werdende Generation hat Ansprüche. Ich will von den Senioren wissen, wie sie sich fühlen.“ Als überzeugter Feuerwehrmann will er dem Ehrenamt Scheinwerfer bieten. „In Tarmstedt haben wir eine Fahrschule für Feuerwehrleute eingerichtet, die spezielle Lkw-Führerscheine machen konnten. So konnten Arbeitssuchende den Führerschein auch nutzen, um bei Speditionen einen Job zu bekommen“, gibt Holle ein Beispiel. Sein umfangreiches Netzwerk will er nutzen, um auch in Stuhr neue Projekte aufzugleisen.

Dinge mit Krawall durchzusetzen, ist seine Sache nicht. Im Gegenteil. „Ich bevorzuge einvernehmliche Beschlüsse, auch bei Reizthemen“, sagt Holle und fügt hinzu: „Ich arbeite seit 13 Jahren mit einem SPD-Bürgermeister zusammen.“ Ein grundsätzliches Harmoniebedürfnis solle aber nicht damit verwechselt werden, dass er nicht Gegenwind von vorne aushalten und Abwehrmaßnahmen einleiten könne. „In Tarmstedt reden wir über die Zukunft eines Bades. Es gibt Bürgerinitiativen, Sondersitzungen, und auf Facebook ist nicht wirklich die heile Welt.“ Er habe auch persönliche Anfeindungen erlebt. „Ich bin aber gelassen, weil ich dort selten Angriffsflächen schaffe.“ Trotzdem gefalle ihm der Job, weil „man etwas vor Ort bewegen kann“.

Den Wahlkampf will er aus dem Amt heraus gestalten. „Ich spare Urlaub auf und rechne nach Ostern mit der heißen Phase.“ Der Christdemokrat glaubt, dass der Urnengang mit der Europawahl am 26. Mai zusammengelegt werden könnte.

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