Corona-Regeln missachtet

Gewalt in Stuhr: Vierter Polizei-Großeinsatz innerhalb kurzer Zeit

Polizeiwagen in Niedersachsen.
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Die Polizei kam zu einer Ansammlung von Menschen und wurde anschließend attackiert.

Die Polizei wurde zu einem Grundstück gerufen, auf dem sich eine große Menschengruppe aufgehalten haben sollte. Dabei sei es zu einem Angriff auf einen Polizisten gekommen.

Update vom 26. März: Varrel – Die Gemeinde Stuhr kommt nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Donnerstag rückte die Polizei zum vierten Großeinsatz innerhalb weniger Wochen aus. In einem Haus an der Straße Graftwinkel im Ortsteil Varrel hatten sich rund 30 Personen versammelt und gegen die Corona-Regeln verstoßen. Einige Leute aus der Gruppe attackierten einen Polizisten, nachdem ein Mann versucht hatte zu fliehen. Der Stuhrer Bürgermeister Stephan Korte äußerte sich entsetzt über die erneute Gewalt.

Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz, erläutert Hintergründe zum jüngsten Großeinsatz. Der stehe in keinem Zusammenhang mit den vorangegangenen Prügeleien in Brinkum und Moordeich, an denen Jugendliche und Heranwachsende beteiligt waren. Diese Einsätze hatten sich nach Angaben der Polizei um einen Streit wegen eines Mädchens und um Eifersucht gedreht.

„Ganz anderer“ Personenkreis als zuletzt an Eskalation beteiligt

Am neuerlichen Polizeieinsatz in der Nacht zum Donnerstag beteiligte sich ein „ganz anderer“ Personenkreis, unterstreicht Gissing. Warum die rund 30 Leute – Jugendliche, Erwachsene und sogar Senioren – sich zu später Stunde in Varrel trafen, sei noch nicht ganz geklärt, erläutert der Polizeisprecher. Möglicherweise seien sie zu „einer Aussprache“ zusammengekommen. Dem Vernehmen nach reisten einige der ungebetenen Gäste von weit her an, beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen.

Anlieger hätten der Polizei am späten Donnerstagabend gemeldet, dass sich ungewöhnlich viele Menschen in dem Haus in Varrel aufhielten und gegen die Corona-Regeln verstießen. Als die Beamten am Graftwinkel eintrafen, sei die Situation zunächst ruhig gebleiben, schildert Gissing. Ein junger Mann habe sich geweigert, Name und Adresse anzugeben, und wollte entkommen, heißt es im Polizeibericht. Ein Beamter habe versucht, ihn festzuhalten, und sei gestürzt. Dabei sei er von weiteren Männern bedrängt worden. Der Polizist habe sich mit Pfefferspray gegen die Angreifer gewehrt. Er sei leicht verletzt worden und habe seinen Dienst fortsetzen können. Warum der junge Mann sich aus dem Staub machen wollte, sei nicht klar. Ein Haftbefehl gegen ihn liege nicht vor.

Insgesamt zehn Streifenwagen seien nach Varrel geeilt, um die Situation am Graftwinkel unter Kontrolle zu bekommen. Unterstützung hätten die Polizeikräfte der Inspektion Diepholz von ihren Kolleginnen und Kollegen aus Delmenhorst und Bremen bekommen.

Anzeigen wegen Corona-Verstößen, Körperverletzung und Nötigung

Alle Personen, die die Einsatzkräfte am Tatort traf, bekämen eine Anzeige wegen der Corona-Verstöße, sagt Polizeisprecher Thomas Gissing. Die Rädelsführer müssten sich zudem auf weitere Anzeigen einstellen, zum Beispiel wegen Körperverletzung und Nötigung.

Bisher sei die Adresse am Graftwinkel der Polizei nicht aufgefallen, sagt Gissing. Am Donnerstag wollte die Polizei weitere Details ermitteln, warum sich die Menschen ausgerechnet in der Gemeinde Stuhr trafen und worum es bei der möglichen Aussprache ging.

Bürgermeister Korte lobt die Arbeit der Polizei. Sie gehe bei Corona-Verstößen mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl vor. Mit dem Angriff auf den Beamten sie eine Grenze überschritten worden, beklagt der Bürgermeister. Er kündig an, dass Mitarbeiter aus dem Sozialdienst mit den Bewohnern des Hauses am Graftwinkel sprechen wollen.

Ursprungsmeldung vom 25. März: Am Mittwoch gegen 22:20 Uhr ist der Polizei Stuhr nach eigenen Angaben eine größere Menschengruppe mit rund 30 Personen auf einem Grundstück „Im Graftwinkel“ gemeldet worden. Als zwei Polizeistreifen dort eintrafen, seien zunächst nur wenige Personen zu sehen gewesen. Erst als diese von den Polizisten angesprochen wurden, seien weitere Menschen aus dem Haus gekommen. Die Polizisten hätten den Anlass der Kontrolle erklärt und begannen danach die Personalien festzustellen.

Ein junger Mann jedoch habe sich widersetzt und versuchte laut Polizei zu flüchten. Als er von einem Polizeibeamten daran gehindert wurde, sei dieser von mehreren Personen bedrängt worden. Als der Polizist versuchte der Situation zu entkommen, stolperte er und stürzte. Am Boden liegend sei er dann von der Gruppe attackiert worden. Erst als er Pfefferspray eingesetzt habe, ließen die Personen von ihm ab und er konnte sich aus der Situation befreien.

Mit weiteren hinzugerufenen Streifenwagen konnten die Polizisten die Situation beruhigen und von allen anwesenden Personen die Personalien feststellen. Je nach Beteiligung erhalten die Angetroffenen eine Corona-Anzeige oder zusätzlich eine Strafanzeige unter anderem wegen tätlichem Angriff. Der Polizeibeamte erlitt leicht Verletzungen und war weiter dienstfähig, seine Uniform wurde beschädigt, heißt es abschließend in der Meldung der Beamten.

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