Auftritt im Stuhrer Rathaus

Chillie Willie gibt den Elvis: Von Stück zu Stück lockerer

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Chillie Willie – stimmlich und optisch ein gewöhnungsbedürftiger Elvis Presley.

Stuhr - Von Uwe Goldschmidt. Vorwiegend weiblich waren die Besucher am Samstag im Stuhrer Rathaus, als die Musik des „King of Rock“ im Rahmen eines musikalischen Kammerspiels vom Bremerhavener Willie Kimbrough mit Band und Confèrencier aufgeführt wurde.

Vor 40 Jahren ist Elvis Presley gestorben, trotzdem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der King noch lebt. Sein Markenzeichen war der Hüftschwung, und wenn er die Bühne betrat, kreischten die Mädchen. Auch als er am 1. Oktober 1958 in Bremerhaven von Bord des amerikanischen Truppentransports General Randall ging, bereiteten vor allem weibliche Fans dem Rockstar in Uniform einen entsprechend enthusiastischen Empfang. An dieses Ereignis erinnerte sich der Bremerhavener Buchautor Olaf Satzer, als er ein neues musikalisches Projekt ins Leben rufen wollte. Mit dem Lehrer Gerth Schmidt strickte er die fiktive Geschichte um einen Halbamerikaner, der auf der Suche nach seinen eigenen Wurzeln ist, und garnierte sie mit den Titeln des Kings.

Als Sänger und Darsteller für den Protagonisten der Geschichte gewannen die beiden den Bremerhavener Willie Kimbrough, der in der Seestadt besser unter Chillie Willie, Inhaber vom gleichnamigen Imbiss an der Hafenstraße, bekannt ist. Auch die weiteren Bandmitglieder gehören der Bremerhavener Musikszene an.

Bei der Songauswahl setzten die Musiker auf Bewährtes: Angelehnt an die Handlung gab Vorleser Schmidt die Schlagworte vor, und die Musik setzte entsprechend ein. Mit „Don’t be cruel“, Suspiscious Minds“, „In the Ghetto“, „Jailhouse Rock“, „Viva Las Vegas“ und „Always on my Mind“ und anderen Elvis-Stücken erklangen viele Klassiker des King of Rock, alles passend zur Handlung.

Auf eine bunte Show hatten die Bremerhavener allerdings bewusst verzichtet, und mit Chillie Willie stand auch nicht das typische Elvis-Double im glitzerndem Las-Vegas-Anzug und mit Brusthaartoupet auf der Bühne.

Natürlich war Chillie Willie der Star des Abends, allerdings brauchte der wahre Elvis-Fan etwas Zeit, bis er sich an die Interpretationen der Songs gewöhnt hatte. Denn nicht nur stimmlich, auch optisch ging der Entertainer seinen eigenen Weg – personifizierte er mit seiner dunklen Sonnenbrille, der Körperhaltung und dem Bühnenoutfit doch eher Ray Charles. Bewegte er sich anfangs eher zurückhaltend auf der Bühne, wurde er von Stück zu Stück lockerer und ließ in seinem etwas zu großem Kaki- Business-Anzug auch mal die Hüfte schwingen.

Das Stuhrer Publikum klatschte die rockigen Songs begeistert mit und wippte rhythmisch mit den Füßen. Auch Enno Jahnke aus Bremen-Nord und Tanja Sobotta aus Seckenhausen waren am Ende des Konzerts begeistert. Sie hatten sich eigens im Rockabilly-Stil der 1950er-Jahre gekleidet und hätten gerne vor der Bühne getanzt.

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