Geplante neue Kindertagesstätte

Gemeinde Stuhr entwarnt: „Definitiv keine Wohnbebauung“ An den Roden

Die Sicht vom sogenannten „Theo-Wilhelm-Spielplatz“: Auf dem angrenzenden Areal soll die neue Kita gebaut werden.
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Die Sicht vom sogenannten „Theo-Wilhelm-Spielplatz“: Auf dem angrenzenden Areal soll die neue Kita gebaut werden.

Neuer Wohnraum in Stuhr ist so begehrt wie umstritten. Viele Interessenten möchten trotz derzeit saftiger Preise ein Haus oder gar eine ganze Wohnanlage in der Nordkreiskommune bauen. Die angestammte Bevölkerung und Umweltschützer warnen dagegen vor einer noch stärkeren Verdichtung – und horchen in Sachen der geplanten Kindertagesstätte im Bereich „An den Roden“ in Brinkum besonders auf.

Brinkum – Sie befürchten eine Wohnbebauung durch die Hintertür. Denn im Bebauungsplan für die Kindertagesstätte ist von einem „Allgemeinen Wohngebiet“ und keinesfalls von einer Gemeindebedarfsfläche die Rede, räumt Bürgermeister Stephan Korte ein. Und versichert zugleich: „Da kommt definitiv keine Wohnbebauung hin.“

Planung erwähnt „Wohngebiet“, damit Verfahren beschleunigt werden kann

Aber wieso taucht in den Planungsunterlagen der Begriff „Wohngebiet“ auf? Gewissermaßen, um Schwung in die Sache zu bringen, erläutert die Verwaltung. Das Gebiet als Wohnraum zu planen, ermögliche eine Beschleunigung des Verfahrens, heißt es in einer Pressemitteilung der Kommune. Die Ziele und Inhalte der Planung seien davon nicht betroffen. Dieser „städtebaurechtliche Umweg“ erlaube es, ein zügigeres Baugesetzbuch-Verfahren zu nutzen.

Über die Straße An den Roden wäre eine neue Kindertagesstätte gut erreichbar.

Transparenz und Öffentlichkeitsbeteilung sollten nicht unter diesem juristischen Kniff leiden, sagt Korte. „Bürgerbeteiligung besitzt in der Gemeinde einen hohen Stellenwert.“ Im „beschleunigten Verfahren“ hätte die Gemeinde auf eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit verzichten können, tat dies aber nicht, stellt der Bürgermeister klar. Die Öffentlichkeitsbeteiligung sei im Oktober des vergangenen Jahres im Rathaus über die Bühne gegangen.

Auch die nächsten Schritte in Sachen Kita-Neubau würden keinesfalls hinter verschlossen Türen diskutiert. „Mit der Offenlegung des Bebauungsplanentwurfs von Ende März bis Ende Mai steht der nächste Beteiligungsschritt schon kurz bevor“, erläutert Korte. Dann können sich erneut nicht nur die betroffenen Anwohner, sondern alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in die Planung einbringen.

Bürgmeister Korte: „Neue Wohnhäuser waren niemals Ziel der Planung“

Verwaltung und Politik wünschen sich eine Kindertagesstätte mit bis zu fünf Gruppen, mit einer Außenspielfläche, einer Regenrückhalteanlage, einem Parkplatz und weiteren Nebenanlagen für Spielgeräte, Fahrräder und Sammelcontainer. Für zusätzliche Wohnbebauung oder sonstige Nutzungen bleibe in der Straße An den Roden gar kein Platz mehr, beschwichtigt der Bürgermeister. „Neue Wohnhäuser waren niemals Ziel der Planung, denn hier dreht sich alles nur um die Kinder“, fügt Korte hinzu.

Die gute Erreichbarkeit und ein „nur geringer Eingriff in Natur und Landschaft“ sprächen für den Bereich an der Straße An den Roden als neuer Kita-Standort. „Stuhr ist eine wachsende Gemeinde, sie muss ihre Infrastruktur sicherstellen“, unterstreicht der Stuhrer Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier. Doch Erfolg und Wachstum zögen Investitionsbedarf nach sich, wenn sie nachhaltig sein sollen. „Dies gilt besonders für die Förderung und Bildung unserer Kinder“, sagt der Wirtschaftsförderer.

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