Elf Monate Gefängnis für einen Täter

Blutspuren überführen Einbrecher

Stuhr - Von Dieter Niederheide. Der Anblick der von Einbrechern durchwühlten Wohnung muss schockierend für ein älteres Ehepaar aus Stuhr gewesen sein. Die Täter rissen Bewegungsmelder aus der Wand, und einer von ihnen hinterließ wegen einer Verletzung an der Hand, die er sich beim Zertrümmern eines Kellerfensters mit einem Stein zuzog, in der Wohnung Blutspuren. 

Zu der Beute der Einbrecher zählte ein wertvoller Pelzmantel. Jetzt hatte sich vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Syke einer der Männer zu verantworten, die in der Zeit vom 17. bis zum 19. Dezember 2016 in das Haus eingestiegen waren.

Der erheblich vorbestrafte Bremer wurde dem Strafrichter aus einer Justizvollzugsanstalt in Bremen vorgeführt. Zu verantworten hatte er sich wegen Einbruchdiebstahls. Über die am Tatort hinterlassenen Blutspuren waren Ermittler ihn auf die Spur gekommen. Der Angeklagte räumte seine Tatbeteiligung an dem Einbruch ein.

Zur Tatzeit stand der Mann (30), in dessen Vorstrafenregister Verurteilungen wegen Raubes und räuberischer Erpressung stehen, unter Bewährung. Eingebrochen war er mit einem Kumpan. Der Wert der erbeuteten Gegenstände soll bei mehr als 5 000 Euro gelegen haben. Hinzu kommt der Schaden, den sie bei der Tatausübung verursachten. Allein der Pelzmantel wurde mit einem Wert von 3 000 Euro eingestuft. Zur Beute gehörten ferner ein Fernseher, Bohrmaschinen und eine Kreissäge.

Der Angeklagte räumte ein, dass er, bevor er mit dem Stein die Kellerscheibe zertrümmerte, an der Haustür geklingelt hatte, um festzustellen, ob die Bewohner anwesend waren. Erst als klar wurde, dass das Paar nicht im Haus war, schritten die Mitternachtsschlosser zur Tat. Der Angeklagte gab an, dass er zur Tatzeit auf Entzug war und Geld zum Kauf von Drogen benötigte.

Sensibel ging der Strafrichter bei der Anhörung des geschädigten Ehepaares (83 und 82 Jahre alt) vor. Es soll, so sagte die Frau aus, in kurzer Zeit der dritte Einbruch in ihrem Haus gewesen sein. „Die haben nach Geld gesucht“, sagte die Frau als Zeugin. Das Paar wurde, als es aus Bremen heimkam, mit der verwüsteten Wohnung konfrontiert.

Angeklagter nimmt Drogen

Der Angeklagte, von jungen Jahren an Drogenkonsument, sitzt seit Monaten in Strafhaft und strebt eine Therapie an. Da er zur Tatzeit unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben will, gingen Staatsanwältin und Strafrichter von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Die Anklagevertreterin, die, wie sie anführte, keine günstige Sozialprognose bei dem Mann sah, forderte ein Jahr Gefängnis unter Einbeziehung von vorherigen Einzelstrafen. Für den Einbruch in Stuhr beantragte sie neun Monate. Der Verteidiger sah insgesamt neun Monate Haft als ausreichend an. Das Urteil des Strafrichters lautete auf elf Monate Gefängnis, die der Verurteilte zu verbüßen hat. „Über eine Bewährung müssen wir uns hier nicht unterhalten“ sagte er. Mit dem Einbruch sei von dem Täter massiv in die Privatsphäre des Ehepaares eingedrungen worden. Es habe eine sehr heftige Beeinträchtigung im Leben der beiden älteren Leute gegeben.

Der Strafrichter ordnete außerdem aufgrund des Gesetzes zur Reform der strafrechtlichen Wertabschöpfung an, dass der Verurteilte der Geschädigten 3 000 Euro zahlen muss. Für den Mann führte der Weg zurück in die Strafhaft, wo er nun für längere Zeit einsitzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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