Hohe Nachfrage nach Immobilien und Grundstücken, doch die Einwohnerzahl stagniert

Stuhr bleibt ein begehrtes Pflaster

Auf neue kleine und große Bürger ist die Gemeinde Stuhr vorbereitet. Das Bild zeigt den Kindergarten in Neukrug aus der Vogelperspektive.
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Auf neue kleine und große Bürger ist die Gemeinde Stuhr vorbereitet. Das Bild zeigt den Kindergarten in Neukrug aus der Vogelperspektive.

Stuhr – Der Anstieg der Einwohnerzahl in der Gemeinde Stuhr kommt zum Stillstand. Konnte die Nordkreiskommune in den vergangenen Jahren noch ein leichtes Plus bei der Bevölkerungszahl verbuchen, sinken die Zahlen mittlerweile leicht, geht aus der Statistik des Bürgerbüros hervor. Notierte es im September noch 35 782 Einwohner, waren es im vergangenen Monat nur noch 35 675. Damit stockt der Einwohnerzuwachs, den die Gemeinde Stuhr vor allem im Zeitraum von 2015 bis 2018 verbuchen konnte. „Aber mit der aktuellen Einwohnerzahl bewegen wir uns auf einem hohen Niveau“, sagt Bürgermeister Stephan Korte.

Mit dem vorläufigen Ende des Wachstums reiht sich Stuhr in den Bundestrend ein. Nach zehn Jahren Bevölkerungswachstum auf bundesweit 83,1 Millionen Menschen, sackte die Einwohnerzahl seit Jahresbeginn um 40 000 ab. Die Statistiker führen diesen Trend auch auf die Corona-Krise zurück – die Nettozuwanderung habe wegen der Pandemie in diesem Jahr bislang deutlich abgenommen auf 17 000 Menschen (Vorjahr: plus 167 000).

Mal angenommen, mit dem Abklingen der Krise würde es wieder mehr Menschen nach Stuhr ziehen – wäre die Gemeinde darauf vorbereitet? „Die Nachfrage nach Häusern, Wohnungen und Grundstücken in der Gemeinde Stuhr ist nach wie vor hoch“, bestätigt Korte. Einen Bauboom wie in den 1970er- und 1980er-Jahren und später in den 1990er-Jahren mit dem städtebaulichen Entwicklungsprogramm Briseck werde es aber sehr wahrscheinlich nicht mehr in Stuhr geben, versicherte der Bürgermeister.

In kleinem Rahmen schaffe die Gemeinde aber durchaus Bauland. Zurzeit gebe es ein halbes Dutzend kleinerer Baugebiete, zum Beispiel in Seckenhausen, Brinkum und Fahrenhorst. An einen Bauträger seien die Käufer dort nicht gebunden, betont der Bürgermeister. Auch Baulücken versuche die Kommune zu mobilisieren, wobei das Baurecht gerade in den Außenbezirken aber enge Grenze setzen, gibt Korte zu bedenken.

Die Gemeinde könnte viel mehr Grundstücke erschließen und verkaufen als vorhanden. „Vor allem Menschen aus Bremen und Delmenhorst zieht es zu uns“, berichtet der Stuhrer Gemeinde-Chef. Aber es fehlten schlichtweg Gebiete, die als Bauland geeignet sind. „Zumal wir ja auch Ausgleichsflächen schaffen müssten“, erläutert Korte.

Nicht nur Auswärtige schielen auf Immobilien und Grundstücke in Stadtrandnähe. „Wir spüren auch eine starke Binnennachfrage“, berichtet der Bürgermeister. Junge Stuhrer Familien, die ein eigenes Haus bauen möchten, wollten gern in der Gemeinde bleiben. Ältere Stuhrer, denen ihr Einfamilienhaus zu groß wird, möchten eine barrierearme Wohnung kaufen oder mieten – ebenfalls möglichst in der angestammten Umgebung.

Nicht zuletzt wegen der anhaltend hohen Immobilienpreise im Nordkreis erfülle sich der Wunsch nicht immer, sagt Korte.

Von Burkhard Peters

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