Veränderungssperre im B-Plan „Windhorst“

Keine Stadtvilla am Emsteker Weg

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Eine Stadtvilla mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss würde diese Bungalows um einiges übertreffen.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Wenn die Besucherplätze bei einer Ratssitzung komplett besetzt sind, dann steht meistens ein Thema mit Konfliktpotenzial auf der Tagesordnung. So war es auch am Mittwochabend. Anwohner aus Moordeich hatten sich auf den Weg gemacht, um die Beratungen zum Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Windhorst“ (2. Änderung) zu verfolgen.

Hintergrund: Der Verwaltung liegt ein Antrag auf Baugenehmigung für das Grundstück Emsteker Weg 7 vor, wo eine Stadtvilla mit fünf Wohnungen und drei Garagen entstehen soll. Dass sich die Anwohner am Ende nicht zu Wort meldeten, kann nur eins bedeuten: Der Rat hat in ihrem Sinn gehandelt, nämlich das Vorhaben gekippt.

Der eingereichte Bauantrag sei nach aktuellem Recht zulässig, stellte Stadtplaner Christian Strauß eingangs klar. Möglich seien Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Der B-Plan aus dem Jahr 1970 schreibt keine maximalen Höhen vor. Darum würde eine Genehmigung dazu führen, dass die Stadtvilla bis zu dreimal so hoch werden könnte wie manche Häuser in der unmittelbaren Umgebung, erklärte Strauß. Zurzeit befinden sich dort nur eingeschossige Gebäude, darunter viele Bungalows.

„Jetzt stehen sich die Nachbarn auf Augenhöhe gegenüber, künftig könnten die Bewohner der Stadtvilla auf die anderen Nachbarn herabsehen“, sagte Strauß. Oder wie es in der Beschlussvorlage heißt: „Die Ausnutzung der zulässigen Vollgeschosse hätte dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Nachbarschaftskonflikte zur Folge und würde sich nicht in die vorhandene Bebauung einfügen.“

Verwaltung möchte B-Plan ändern

Um das zulässige Maß der baulichen Nutzung zu reduzieren, möchte die Verwaltung den B-Plan ändern. Sie möchte die Anzahl der Geschosse auf ein Vollgeschoss begrenzen und bei dieser Gelegenheit gleich die First- und Traufhöhe sowie die zulässige Zahl der Wohneinheiten beschränken. Ein Brennstoffverbot und die Festsetzung erhaltenswerter Bäume sollen ebenfalls in die B-Plan-Änderung einfließen. Deren Umsetzung ist laut Strauß möglich, ohne dass eine Entschädigungsforderung seitens des Eigentümers zu befürchten wäre. „Der B-Plan ist älter als sieben Jahre“, begründete der Stadtplaner.

Da das Verfahren ein Jahr dauere, müsse eine Veränderungssperre her, um in dem Geltungsbereich Bauvorhaben bis zum Inkrafttreten des neuen Baurechts zu blockieren. Auf Nachfrage von CDU-Ratsherr Lutz Hollmann erklärte Strauß, dass die Rückstellung des Baugesuchs nach dem Ratsbeschluss erfolgen könne. Den fassten die Politiker einstimmig, sowohl B-Plan-Änderung als auch Veränderungssperre sind damit unter Dach und Fach.

Der SPD-Ratsherr Volker Barthel bezeichnete es als „richtige Richtung“, in Sachen Stadtvillen „mit Gefühl und Bedacht nachzusteuern“.

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