Engagementlotsen für Stuhr

Strukturierter planen und handeln - im Namen des Ehrenamts

Stuhr - Einen etwas sperrigen Begriff hat sich das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung für eine Fortbildung Ehrenamtlicher einfallen lassen: Sie können sich zu Engagementlotsen qualifizieren lassen und als solche zum Beispiel andere Ehrenamtliche in ihrer Tätigkeit unterstützen. Elke Waßmann, Viola Dahnken und Ulrich Brauer haben sich nicht durch den Ausdruck abschrecken lassen und bei der Freiwilligenakademie Niedersachsen ein entsprechendes Zertifikat erworben.

Das Trio bringt bereits eine große Erfahrung durch die Vorstandsarbeit für den Heimatverein Heiligenrode mit: Dahnken als Vorsitzende, Brauer als ihr Stellvertreter und Waßmann als Beisitzerin. Warum also noch die 50 Stunden umfassende Qualifizierung zu Engagementlotsen? „Weil wir in unserem jeweiligen Engagement festgestellt haben, dass eine Koordinierung der Freiwilligenarbeit dringend geboten ist“, lautet ihre Antwort.

Da wäre zum Beispiel die Frage nach Zuschüssen für Projekte. „Netzwerkarbeit ist ein großes Thema bei den Lotsen. Wir können jetzt auf Anfrage Ansprechpartner für eine mögliche Förderung nennen“, erklärt Dahnken. Und wie schiebt man überhaupt Projekte so an, dass sie von Erfolg gekrönt werden? Das war laut Dahnken „sehr interessant zu erfahren, obwohl wir das schon seit Jahren machen“.

Brauer nennt das Beispiel des Stammtischs beim Heimatverein Heiligenrode. Der sei zwar gut angelaufen, aber auch schnell wieder eingeschlafen. „Wie geht man damit um? Wie halte ich ein Projekt am Laufen? Wie kümmere ich mich um Ehrenamtliche, damit sie am Ball bleiben?“, fragt Brauer. Dies funktioniere nicht mal eben so mit dem Schreiben von E-Mails. „Der persönliche Kontakt ist der beste.“ Eher vorbeifahren statt anrufen. Die Fortbildung sensibilisiere Vorstandsmitglieder für die Bedürfnisse ihrer Ehrenamtlichen.

„Man ist strukturierter in der Planung und Ausführung von Projekten“, fügt Waßmann hinzu.

Nicht zuletzt gehört es zu den Aufgaben der Lotsen, andere Personen überhaupt für bürgerliches Engagement zu gewinnen, denn: „Fast alle Vereine verzeichnen einen Rückgang an engagierten Mitgliedern.“ In dieser Hinsicht bietet sich der Austausch mit der Freiwilligenagentur Stuhr an, deren Mitarbeiter potenzielle Ehrenamtliche an Vereine und Institutionen vermitteln.

Obwohl alle drei im Heimatverein Heiligenrode aktiv sind, gehen sie ihre Arbeit als Engagementlotsen unabhängig davon an. Schließlich habe die Gemeinde sie für die kostenfreie Fortbildung angemeldet. „Ehrenamtliche aus ganz Stuhr können uns kontaktieren. Jeder, der mehr über eine freiwillige Tätigkeit wissen möchte, kann dies tun“, sagt Brauer. „Unsere Aufgabe ist es, unser Netzwerk zu Verfügung zu stellen.“ Bei Bedarf wollen er und seine Mitstreiter auch „aktiv in die Vereine reingehen“.

Laut Dahnken sollen Engagementlotsen Hilfestellung für alle Ehrenamtlichen geben, egal ob Einzelpersonen oder Vereine. Für sie hat die Fortbildung „genau das widergespiegelt, was wir auch im Heimatverein an Problemen haben“.

Für das Trio aus Heiligenrode geht es jetzt darum, sich in der neuen Funktion bekannt zu machen. „Das müssen wir auch erst einmal anhand des Gelernten herausfinden“, sagt Brauer.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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