Neues Grundstück gekauft

Straschu profitiert vom großen Bedarf an kleinen Bauteilen

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Gerald Nitsch, Geschäftsführer der Straschu Industrie-Elektronik, mit einer bestückten Platine. Im nächsten und letzten Schritt werden die einzelnen Bauteile in dem neuen Reflow-Lötofen (links) mit dem Lötzinn auf die Platine „gebrannt“.

Groß Mackenstedt - Von Andreas Hapke. Nach der Investition ist vor der Investition. Oder wie es Gerald Nitsch, Geschäftsführer der Straschu Industrie-Elektronik, formuliert: „Wenn man sich nicht entwickelt, wird man links und rechts überholt.“ Da der Elektronikzweig ebenso wenig hinterherfahren möchte wie die Straschu-Gruppe insgesamt, hat er im vergangenen Jahr kräftig in seinen Maschinenpark investiert – und wird das auch 2018 tun. Darüber hinaus hat die Industrie-Elektronik Ende des vergangenen Jahres ein benachbartes Grundstück von privat gekauft, um sich dort mittelfristig zu erweitern.

Das Geschäft an der Mackenstedter Straße brummt. Laut Nitsch schloss die Industrie-Technik im vergangenen Jahr mit einem außergewöhnlichen Auftragszuwachs von mehr als 40 Prozent ab. Der Unternehmenszweig entwickelt und produziert Bauteile, die zum Beispiel bei der Steuerung von Dampfkesseln und Etikettiermaschinen zum Einsatz kommen. Die Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, vom Maschinen- und Anlagenbau über die Mess- und Regeltechnik bis hin zum medizinischen Sektor. „Die Spezialisierung auf geringe Stückzahlen in hervorragender Qualität ist unser Steckenpferd“, sagt Nitsch. Er spricht von einem krisensicheren Geschäft.

Neben der steigenden Nachfrage ziehen auch technische Anforderungen Investitionen in den Maschinenpool nach sich, speziell der fortlaufende Trend zur Minimalisierung. Manche Bauteile, die auf Platinen gelötet werden, sind mit bloßem Auge kaum noch zu erkennen. Laut Nitsch haben die aktuell kleinsten Komponenten eine Größe von 0,2 x 0,4 Millimeter. Dahinter stehe das Ziel, immer mehr Leistungsfähigkeit auf immer weniger Raum unterzubringen. Nitsch: „Selbst in einem großen Bagger kämpft man um jeden Quadratzentimeter für die Technik.“

Zuletzt eine halbe Million Euro investiert

Zuletzt hat die Industrie-Elektronik mehr als eine halbe Million Euro in einen Bestückungsautomaten und einen sogenannten Reflow-Lötofen investiert, beides Bestandteile einer dreistufigen Produktionsstrecke. Im ersten Schritt platziert eine Maschine kleine Kugeln Lötzinn auf einer Platine, die anschließend im Bestückungsautomaten ihre einzelnen Bauteile erhält. Zum Schluss kommt die Platine in den Lötofen, wo die Zinnkugeln erhitzt und so die Komponenten mit der Platte „verschmolzen“ werden. Diese Technologie sei seit den 1990er-Jahren etabliert, sagt Nitsch, „nur die Bauteile werden von Generation zu Generation winziger“.

In diesem Jahr erhält die Produktionsstrecke eine weitere, größere und 500.000 Euro teure Bestückungsmaschine, „damit der neue Reflow-Lötofen seine Wirkung im Herstellungsprozess voll entfalten kann“, sagt Nitsch. Sprich: Der Output soll größer werden. Außerdem ist für Frühjahr die Anschaffung einer neuen Prüfmaschine geplant. Kosten: 200.000 Euro.

„Investitionen ziehen Erweiterungen nach sich“

Wer nun glaubt, dass diese Automatisierung das Personal halbiert, der irrt. „Investitionen ziehen Erweiterungen auf ganzer Linie nach sich“, sagt Nitsch, gerade auch personell: für die Prüfung im Wareneingang, die Kommission im Lager, die Zwischen- und Endkontrolle, den Versand und das Verarbeiten von Bauteilen. Denn größere Komponenten werden immer noch manuell auf der Platine platziert. „Dafür brauchen wir Leute mit ruhiger Hand und guten Augen. Sie können auch aus artfremden Branchen kommen“, sagt Nitsch. Erst kürzlich habe er eine Zahntechnikerin unter Vertrag genommen.

Laut Nitsch hat die Industrie-Elektronik allein im vergangenen Jahr 30 Personen eingestellt, wobei der eine oder andere Mitarbeiter auch altersbedingt ausgeschieden ist. Unterm Strich hat der Zweig jetzt 20 Kollegen mehr. „Mindestens“ zwölf neue Mitarbeiter sollen das Team in diesem Jahr verstärken. 2019 könnte es schon zur Erweiterung auf dem neuen Grundstück kommen. Es ist rund 1 200 Quadratmeter groß und erlaubt eine Produktion auf knapp 500 Quadratmetern. Alternativ könnte die Firma auch das bestehende Gebäude an der Mackenstedter Straße um 1,5 Etagen aufstocken.

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