75 Jahre Kleingärtnerverein Stuhr / Schnack über dem Gartenzaun

Der stete Kampf gegen das „Kulturpflanzen-Begleitgrün“

Die stellvertretende Stuhrer Bürgermeisterin Doris-Karin Hofmann (2.v.l.) sowie Stuhrs Pastor Robert Vetter (rechts daneben) zählten zu den geladenen Gästen bei der Geburtstagsfeier des Kleingärtnervereins. - Foto: Husmann

Stuhr - Der am 9. Juni 1941 gegründete Kleingärtnerverein Stuhr hat am Sonntag seinen 75. Geburtstag gefeiert, der fast genau auf den „Tag des Gartens“ fiel. Letzterer steht immer am zweiten Sonntag im Juni im Kalender.

Natürlich hatten die 46 Kleingärtner ihre Schollen und gemeinsam die gesamte Anlage für das große Fest hergerichtet. Margit Engel hatte alle Mitgärtner angesprochen, und 35 von ihnen waren sofort bereit, ihre Gärten an diesem Nachmittag zu öffnen. Einige Mitglieder bewirtschaften ihre kleine Parzelle schon seit über 40 Jahren, Engel selbst ist seit mehr als 30 Jahren im Verein.

Die Vorsitzende Ulla Göcking begrüßte bei der Eröffnung neben vielen Mitgliedern den Vorsitzenden und den Fachberater des Bezirksverbandes, Rolf Hellfritsch und Günter Prösch, die stellvertretende Stuhrer Bügermeisterin Doris Karin Hofmann sowie Pastor Robert Vetter und Heinrich Kieselhorst, der jahrelang den Vorsitz führte und „eigentlich schon immer“ in Stuhr seine Parzelle bewirtschaftet.

Göcking informierte über die Historie des Vereins, über Hochwasser, Feuer und Schneechaos, doch fast alles habe man in Eigenarbeit wieder hergerichtet. Sie lobte die sehr gute Gemeinschaft und dankte vielen Mitgliedern dafür, dass diese sich teilweise über viele, viele Jahre für die Gemeinschaft engagiert hätten: „Ohne euch gäbe es diese Anlage nicht.“

Die Vorsitzende freute sich darüber, dass wieder viele Kinder durch die Anlage toben. Für die meisten Mitglieder sei der Garten ein Rückzugsort, ein Platz, um die Seele baumeln zu lassen. Um ihn zu erhalten, sei es aber auch immer wieder erforderlich, das „Kulturpflanzen-Begleitgrün“ zu rupfen.

Doris Karin Hofmann erinnerte an die wichtige Funktion der Kleingärten, die allerdings inzwischen weniger für die Versorgung der Familie notwendig seien, dafür aber einen immer größeren Wert als Naherholungsort bekommen hätten. Sie sprach auch über den Wert der Kleingärten für den Natur- und Tierschutz, denn Gartenfrüchte, die ohne Chemie gewachsen seien, schmeckten vollkommen anders. Hofmann hob auch den Wert des sozialen Miteinanders, den „Schnack über dem Gartenzaun“, hervor und zitierte einen fernöstlichen Weisen: „Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“

„Gott nahm den Menschen, setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebauen und bewahren möge“, zitierte Stuhrs Pastor Robert Vetter in seiner kurzen Ansprache die Bibel.

Ulla Göcking bestätigte die Aussage der Bürgermeisterin. Tatsächlich habe sich der Anteil an Gemüseflächen verringert, der Anteil der Rasenflächen sei größer geworden, doch nach jedem kleinen Lebensmittelskandal verschiebe sich der Anteil wieder zugunsten des Gemüses.

Nach der Eröffnung unternahmen die Gäste einen Rundgang durch die Anlage und informierten sich auch an den Ständen von Claudia Schleese, die mit Kindern Insektenhotels bastelte, von Bezirksfachberater Günter Prösch, der seine Hilfe bei Gartenproblemen anbietet, sowie bei einer jungen Dame, die über Gartenkräuter informierte.

Überall staunten die Besucher über die wunderbar gepflegten Anlagen, über die Blütenpracht in vielen Gärten und das üppig sprießende Gemüse.

Der Anblick bestätigte die Aussage der Vorsitzenden: „Gärtnern ist unser Hobby. Es soll Spaß machen, und es macht auch Spaß.“ - bt

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