Platzverweise statt Badespaß

Corona-Ärger am Steller See: 200 Gäste wollen noch rein, dann wird es wild

Es war heiß, und viele Menschen sehnten sich nach einer Abkühlung. Rund 200 Personen standen am Samstagmittag vor dem Tor zum Steller See Schlange, bis schließlich die Polizei eingreifen musste.

  • Wegem dem Coronavirus ist die Besucherzahl am Steller See auf 1.000 Personen begrenzt.
  • Rund 200 Personen mussten vor den Toren des Sees in Stuhr warten.
  • Polizei rückte an und musste nach Schlägereien und Hausfriedensbruch Platzverweise erteilen.

Groß Mackenstedt – Wenn überhaupt, ging es nur schleichend voran, denn am Strand des Steller Sees war kein Platz mehr. Derzeit dürfen aufgrund der Abstandsregeln – Stichwort Corona – nur 1. 000 Personen an den See. „Diese Anzahl hatten wir am Samstag erreicht“, erzählt der Betreiber des Familienparks Steller See, Helge de Buhr. Bevor ein neuer Gast zum See durfte, musste also immer erst jemand anderes gehen. Schweiß lief den Wartenden von der Stirn, und die Stimmung kippte. Manche versuchten, sich vorzudrängeln, andere kletterten über die Zäune auf das Gelände.

De Buhr, der zusammen mit seiner Frau Ulrike den Familienpark betreibt, schüttelt verständnislos den Kopf, wenn er an diese Situation zurückdenkt. „So eine Unvernunft“, sagt er im Gespräch mit der Kreiszeitung. Ihm zufolge kommt es immer häufiger vor, dass sich Badegäste rücksichtslos verhalten. „Vor 30 Jahren waren die Leute noch verständnisvoller“, sagt er. „Das ist schon schlimm geworden.“

Besonderheiten:Baggersee
Geographische Lage:Stuhr, Landkreis Diepholz, Niedersachsen
Ufernaher Ort:Bremen, Delmenhorst
Maximale Tiefe:16 Meter

Ein paar Wartende wollten sich anscheinend nicht so lange gedulden, bis sie an der Reihe sind. Laut de Buhr kam es in der Schlange zu einer kleinen Schlägerei, als sich welche von hinten nach vorne drängten. Aufgrund dessen rief de Buhr die Polizei. Diese rückte mit mehreren Streifenwagen an. Sie beruhigte die Lage mit aufklärenden Gesprächen und Platzverweisen. Dabei nutzte sie auch Lautsprecher.

Polizei stellt Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch

Wo sie schon mal vor Ort waren, konnten die Beamten auch gleich Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs gegen diejenigen aufnehmen, die laut dem Campingplatzbetreiber „von außen überall über die Zäune“ geklettert waren. Dreistes Verhalten muss de Buhr immer wieder erleben. Er schildert, dass Besucher manchmal versuchen würden, Shishas mit an den Strand zu nehmen. Oder Lederbälle. „Die spielen dann einfach Fußball und schießen wahllos rum“, sagt der Campingplatzbetreiber.

Der Steller See lädt zum Entspannen ein. Momentan dürfen aber höchstens 1 000 Besucher auf das Gelände.

Was ihn ebenfalls ärgert, sind Gäste, die beleidigend werden. Ein Mitarbeiter, der den Einlass auf das Gelände regelt, bestätigt, dass manche Besucher „sehr unfreundlich“ seien. „Man kriegt schon seine Sprüche.“ Er lächelt, zeigt auf sein rechtes Ohr, dann auf sein linkes. „Aber das geht da rein und da wieder raus.“

In diesem Jahr weisen erstmals Absperrgitter, wie man sie von Baustellen kennt, Neuankömmlingen den Weg zum Eingangsbereich – damit sich vor der Pforte auch wirklich eine Schlange bildet, und keine unförmige Menschentraube die Straße blockiert. Nur: Viele ignorieren diesen Weg und laufen an den Absperrgittern vorbei. Wenn am Steller See alles voll ist, informiert das Team vom Familienpark darüber auf seiner Facebookseite.

Gefahr durch versperrte Wege und Müll

Wie wichtig es ist, Wege auch bei vielen Besuchern freizuhalten, hat jüngst ein Fall an einem Baggersee in der Nähe von Darmstadt gezeigt, bei dem ein 17-Jähriger starb. Dort kamen Retter erst verspätet an der Unfallstelle an, weil Badegäste ihnen mit ihren Autos den Weg versperrt hatten.

Auch mit dem Müll ist das so eine Sache. Laut de Buhr werfen manche Leute Verpackungen oder Zigarettenstummel einfach auf den Boden. Insbesondere bei den Kippen kann das gefährlich werden. Der Campingplatzbetreiber verweist auf die Waldbrandgefahr. Laut dem Waldbrandindex liegt das Risiko im Landkreis Diepholz derzeit bei Stufe 4. Das bedeutet „Hohe Gefahr“. Der Landkreis Nienburg hat sogar die höchste Stufe 5.

Rubriklistenbild: © Katharina Schmidt

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