Steine als Symbole für kaputte Leben und Gewissen

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Stuhr - Gemeinsam mit Vertretern der Kirche und der Gemeinde sind am Mittwoch Schüler des neunten und zehnten Jahrgangs der Lise-Meitner-Schule vom alten Bahnhof in Stuhr zum Mahnmal in Obernheide gelaufen.

Die Teilnehmer setzten damit ein Zeichen gegen Faschismus und für ein friedliches Zusammenleben. Noch am Treffpunkt ging Bürgermeister Niels Thomsen in seiner Begrüßung auf den Buß- und Bettag als Tag der Besinnung ein.

Er regte zum Nachdenken über den Umgang mit Flüchtlingen, die vielen Formen von Gewalt in der Gesellschaft und über das an, was vor 71 Jahren in dem Arbeitslager in Obernheide passiert war. Dort hatten im Zweiten Weltkrieg rund 500 ungarische und 300 polnische Frauen gelitten. In Obernheide angekommen, stellte Seckenhausens Pastorin Judith Matthes die Steine des Mahnmals und ihre verschiedenen Bedeutungen in den Mittelpunkt ihrer Worte. 

Sie stünden nicht nur für die schwere Arbeit, die die Frauen in dem Lager hätten leisten müssen, sondern aufgrund ihrer Schäden auch für kaputte Leben und kaputte Gewissen; „für die Gebrochenheit von uns Menschen. Wie stehen wir zu Versagen und Schuld?“, fragte Matthes. Letztlich seien die Steine als Mahnmal auch ein unverrückbares Zeichen der Erinnerung. Sie lägen dicht beeinander. 

„Wenn wir uns gegenseitig schützen und helfen, können wir Strömungen wie Hass und Intoleranz entgegentreten“, lautete Matthes' Botschaft. Schüler aus dem neunten Jahrgang des Gymnasiums trugen ausgewählte Texte aus der Autobiografie der ungarischen Lagerinsassin Lily Kertesz vor.

ah/Foto: hu

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