Gemeinde und evangelischer Kindertagesstättenverband Syke-Hoya unterzeichnen Vertrag

Startschuss für Waldkita steht bevor

Was lange währt, wird endlich unterzeichnet: Bürgermeister Stephan Korte (r.) und der Vorstandsvorsitzende des Kita-Verbands Syke-Hoya, Thorsten Runge, besiegeln die Kooperation in Sachen Waldkita. Fachbereichsleiterin Kerstin Frohburg und Helmut Meyer, betriebswirtschaftlicher Geschäftsführer des Verbands, schauen zu.
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Was lange währt, wird endlich unterzeichnet: Bürgermeister Stephan Korte (r.) und der Vorstandsvorsitzende des Kita-Verbands Syke-Hoya, Thorsten Runge, besiegeln die Kooperation in Sachen Waldkita. Fachbereichsleiterin Kerstin Frohburg und Helmut Meyer, betriebswirtschaftlicher Geschäftsführer des Verbands, schauen zu.

Stuhr – Eine Kinderbetreuung, die das Spielen und Lernen im Einklang mit der Natur in den Mittelpunkt rückt – dies ist bald auch in Stuhr möglich. Für den Betrieb einer Wald-Kindertagesstätte haben die Gemeinde und der evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Syke-Hoya als Träger der Einrichtung am Mittwoch den Vertrag unterzeichnet. Standort der Kita ist das Waldgebiet Bradenholz in Fahrenhorst.

Losgehen könnte es laut Helmut Meyer, betriebswirtschaftlicher Geschäftsführer des kirchlichen Kitaverbands, Mitte Oktober oder Anfang November dieses Jahres. Der Startschuss würde damit fast fünf Jahre nach dem ersten Vorstoß der Grünen im Dezember 2015 fallen. Der Fraktion ging es um eine Vielfalt des Betreuungsangebots, so wie es sie in den Nachbarkommunen Weyhe, Syke und Bassum gibt. Seinerzeit hatte der Gemeinderat den Antrag noch mehrheitlich abgelehnt. Der zweite Anlauf geht auf den Februar 2018 zurück und war von Erfolg gekrönt.

Fortan lautete der Auftrag für die Verwaltung, in einem Interessenbekundungsverfahren einen Träger für die Einrichtung zu finden. Dabei stach der Kitaverband Syke-Hoya zwei Mitbewerber aus. Nach Auskunft von Kerstin Frohburg, Fachbereichsleiterin Bildung, Soziales und Freizeit, habe die Summe aus Konzept, Erfahrung und finanziellen Gegebenheiten den Ausschlag gegeben. Die Anbindung der Einrichtung an eine bestehende Stuhrer Kita sei nicht infrage gekommen. Das Kultusministerium bevorzuge „Solitärlösungen“, erklärt Meyer.

Die Waldkita kann 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren aufnehmen. Vorgesehen ist eine fünfstündige Betriebszeit von 7.30 bis 12.30 Uhr. Frohburg spricht von einem „besonderen Angebot“, das rechnerisch nicht zur Deckung des Platzbedarfs in der Kinderbetreuung herangezogen wird.

Der Standort im Bradenholz sei praktisch alternativlos, wie Frohburg berichtet. Stuhr sei zwar eine grüne Gemeinde, verfüge aber nicht über genügend Areale, wo sich Kinder naturnah entwickeln könnten. In Heiligenrode etwa störe die Nähe zur Bundesstraße 439. „Gemeinsam mit der Forstverwaltung Ahlhorn (Eigentümer der Fläche im Bradenholz, die Red.) sind wir in Fahrenhorst fündig geworden.“ Laut Meyer liegt das 0,5 Hektar große Gelände „tief und originär im Wald“. Auch das sei vom Ministerium so gewollt. Selbst vom Parkplatz an der Straße Im Waldesgrund sei es zu Fuß zu weit. „Man muss mit dem Auto dorthin.“

Wann genau es losgeht, hängt von der Anschaffung eines Bauwagens ab. „Die Kinder sind den ganzen Tag draußen und benötigen einen Ort, wo sie sich zurückziehen können“, sagt Meyer. Zwei Mitarbeiter seien bereits zum 1. Oktober eingestellt. „Sie scharren schon mit den Hufen.“ Lediglich die Stelle der Vertretungskraft sei noch vakant.

Während die Gemeinde das Angebot komplett finanziert, zeichnet die Kirche für die konzeptionelle Ausrichtung verantwortlich. Meyer verweist darauf, dass die Kitaverbände Syke-Hoya und Diepholz gemeinsam schon 29 Kindertagesstätten betreiben würden, darunter auch die Waldkindergärten in Wagenfeld und Rehden. Darüber hinaus verfügten die beiden Mitarbeiter über konzeptionelle Erfahrung in der Betreuung von Kindern in der Natur. „Ihre Aufgabe ist es, das pädagogische Konzept zu erarbeiten.“

Sollte es trotz des Bauwagens mal zu ungemütlich werden, besteht die Möglichkeit, mit dem Nachwuchs in das Heiligenroder Gemeindehaus umzuziehen. Ein solcher Schutzraum sei eine Voraussetzung für den Betrieb einer Waldkita, sagt Meyer. Ein ungleich näheres Ausweichquartier wäre die Fahrenhorster Kapelle, deren Verkauf die Kirchengemeinde Heiligenrode unlängst beschlossen hatte (wir berichteten). Zu einer möglichen Einbindung dieser Immobilie wollte sich Meyer aber noch nicht äußern.

Ursprünglich war mal angedacht, vor Betrieb einer Waldkita eine Bedarfsabfrage bei den Eltern vorzunehmen. Doch davon ist die Kommune abgerückt. „Dieses besondere Angebot muss man möchten wollen“, sagt Frohburg. Und laut Meyer gibt es schon einige Eltern, auf die das zutrifft. „Wir haben einige Anrufe bekommen und uns die Namen notiert. Wer sich für einen Platz in der Waldkita interessiert, kann sich an Rathausmitarbeiterin Sophie Pittschellis wenden, entweder unter 0421/56 95 289 oder per E-Mail an die Adresse s-pittschellis@stuhr.de.

Von Andreas Hapke

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