Verwaltung hält sich bedeckt

Standort für Stuhrer Hallenbad: Zwei Flächen in Brinkum im Gespräch

Kinder und Schwimmlehrer in einem Bad in Stuhr-Seckenhausen.
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Kurse beim SFC Rot-Gelb Bremen, hier mit Lehrer Axel Arnold, sind ein wesentliches Standbein der Schwimmausbildung in Stuhr. Doch die Warteliste ist lang, ein Bad in Brinkum würde für Entlastung sorgen.

Als Standorte für das geplante Stuhrer Hallenbad kursieren in der Bevölkerung bereits zwei Flächen in Brinkum: eine am Brunnenweg, schräg gegenüber der KGS, und der Schützenplatz an der Bassumer Straße. Die Verwaltung gibt sich bedeckt und verweist auf ein zweites, noch nicht vorliegendes Gutachten, dessen Ergebnisse Aufschluss über den Standort geben sollen.

Stuhr – Knapp ein Jahr ist es her, dass sich der Rat der Gemeinde Stuhr mit den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie zum Hallenbad beschäftigt hatte. Die Mehrheit der Politiker sprach sich anschließend für die „große Variante“ unter anderem mit Wettkampfbecken, Sprunganlage, Wasserspielbereich, Außenbecken und Gastronomie aus.

Der Beschluss beinhaltete auch den Auftrag an die Verwaltung, „eine gutachterliche Betrachtung für ein konkretes Umsetzungskonzept entwickeln zu lassen“. Mit Resultaten des beauftragten Planungsbüros rechnet die Verwaltung nach Auskunft der Ersten Gemeinderätin Bettina Scharrelmann im November. Zumindest sei für den kommenden Monaten ein Treffen in dieser Sache vereinbart. So weit der öffentliche Stand der Dinge.

Als nicht öffentlich und aus ihrer Sicht verständlich betrachtet die Verwaltung sämtliche Details des ausstehenden Gutachtens. Bloß: Über den künftigen Standort des Bads diskutieren einige Bewohner bereits. Zumindest kursieren in der Bevölkerung zwei mögliche Alternativen im Ortsteil Brinkum: der Festplatz an der Bassumer Straße und eine Fläche der Gemeinde am Brunnenweg, schräg gegenüber der Kooperativen Gesamtschule (KGS).

„Vertiefende Begutachtung“ läuft noch

Bettina Scharrelmann möchte dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Im Gegenteil: Sie wolle den Ergebnissen der zweiten Studie nicht vorgreifen, betont sie. Die Prüfung über mögliche Standorte laufe noch und sei ebenso Bestandteil der „vertiefenden Begutachtung“ wie die Größe des Hallenbads, dessen Energieversorgung und verkehrliche Fragen. Möglicherweise habe das Büro auch noch eine dritte oder vierte Idee.

Darüber hinaus geht es laut Bettina Scharrelmann um die Frage, wofür die betreffenden Flächen noch in Betracht kämen. „Das Thema hat eine große Komplexität“, stellt sie fest. Hintergrund: In Stuhr konkurrieren seit jeher unterschiedliche Nutzungen um die knappen räumlichen Ressourcen. Bei der Ansiedlung von Gewerbe etwa sind immer wieder auch die Belange von Wohnen, Landwirtschaft und Naherholung zu betrachten. Sie finde es begrüßenswert, dass sich Bürger für das Bad interessieren, sagt die Erste Gemeinderätin. Doch noch seien viele Fragen zu klären.

Den Stein für den angestrebten Hallenbadbau hatten die Grünen mit ihrem Antrag ins Rollen gebracht. Da die Standortfrage bislang nur nichtöffentlich zur Sprache kam, darf deren Fraktionsvorsitzende Kristine Helmerichs ebenso wenig aus dem Nähkästchen plaudern wie alle anderen beteiligten Politiker auch. „Wenn man weiß, wie groß das Schwimmbad werden soll, kann man sich mit der Standortfrage beschäftigen, sagt sie.

„Brauchen auch Besucher aus Leeste und Moordeich“

Wobei: Als das Kriterium schlechthin für die Ansiedlung eines Bads hatte Helmerichs bereits in öffentlicher Sitzung die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr genannt. „Wo ist es für die allermeisten Menschen erreichbar? Wir brauchen auch Besucher aus Leeste und Moordeich“, wiederholt sie im Gespräch mit der Kreiszeitung. Außerdem gehöre ein solches Vorhaben dorthin, „wo wir es vermeiden können, viele Kinder hin- und herzufahren“.

Die Zahl an Kita- und Schulkindern spricht auf jeden Fall für Brinkum, die ÖPNV-Anbindung sogar für den Festplatz an der Bassumer Straße. Der liegt in der Nähe der künftigen Straßenbahnhaltestelle, und Linienbusse stoppen schon jetzt dort.

Unabhängig von der Standortfrage sowie der dafür ausschlaggebenden Ausstattung und Größe des Bads waren sich alle Fraktionen von Beginn an einig, dass Stuhr für die Schwimmausbildung seines Nachwuchses ein eigenes Bad benötigt. Die Situation ist nach wie vor dramatisch, siehe Schwimm- und Fitness-Club (SFC) Rot-Gelb Bremen, der Kinder im Bad der Firma Cordes & Graefe unterrichtet. Hunderte von Sprösslingen stehen dort noch auf der Warteliste für das Seepferdchen. Eine der wenigen Alternativen waren zuletzt in den Sommerferien fünf von der Gemeinde geförderte Kurse für insgesamt 50 Schulkinder.

Von Andreas Hapke

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