„Wir sind immer unterwegs“

Auf den Spuren der Vorfahren: Rolf und Karin Libertin seit 50 Jahren verheiratet

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Karin und Rolf Libertin feiern goldene Hochzeit.

Rolf und Karin Libertin, geborene Ulrich, lernten sich 1963 während ihrer Konfirmation kennen. Sie lebten in Bremen. Der Jubilar machte eine Lehre zum Kfz-Mechaniker, und seine spätere Frau ließ sich zur Verwaltungsbeamtin ausbilden. Die beiden verliebten sich ineinander und gaben sich am 30. Mai 1969 das Ja-Wort. Am Donnerstag feierten sie goldene Hochzeit.

Stuhr - Von Rosi Freyer. Die erste eigene Wohnung fanden sie in der Bremer Neustadt. 1976 bekam das Paar einen Sohn. Die jungen Eltern beschlossen, dass ihr Kind nicht in einer so viel befahrenen Gegend groß werden sollte. Sie kauften ein Haus in Stuhr, Wupperstraße, und sorgten dafür, dass ihr Nachwuchs in viel Freiheit aufwachsen konnte.

Horst Libertin fing nach seinem Bundeswehrdienst bei Airbus in Bremen an, machte die Meisterausbildung und blieb bis zur Verrentung in dem Betrieb. Christa Libertin nahm nach einer kurzen Babypause ihren Dienst bei der Stadt Bremen wieder auf und wechselte anschließend als Planungsassistentin zur Universität. Zwischendurch studierte die junge Mutter noch Erwachsenenbildung, arbeitete zuletzt als Schwerbehindertenvertreterin an der Uni.

Die 50 Ehejahre der Libertins waren spannend. Der Ehemann engagierte sich trotz zahlreicher beruflicher Aktivitäten beim THW. „Ich erlebte Brände in der Heide, war bei Hochwassereinsätzen dabei und konnte oft helfend eingreifen“, erinnert sich der Rentner. Ein weiteres Interesse gilt bis heute dem Angeln. Er ist Vorsitzender des Fischereivereins, sorgt für die Ausbildung des Nachwuchses. Außerdem waren die beiden im Mini-Club und bezeichnen sich als Minifreunde.

Dass sie ein ausgesprochen gutes Verhältnis zur Nachbarschaft haben, wissen die Libertins zu schätzen. Gemeinsam mit den Nachbarn machten sie Urlaub, und als eine Nachbarin Witwe wurde und sich ihren Geburtstag in Groß Weingarten bei Nürnberg wünschte, war klar: Die Nachbarschaft fährt mit ihr dort hin.

Mobilität hat bei den Jubilaren einen hohen Stellwert. „Wir sind immer unterwegs, haben Europa und die Welt erforscht“, bestätigt Karin Libertin. Schwerpunkt war Kanada, das sie sechs Mal bereisten. Die Ost- und Westseite, Neufundland und die Weiten des Eismeers waren Ziele. Sie lernten die Wildnis ab Anchorage kennen.

Das größte Erlebnis für Rolf war eine Kanutour mit seinem Sohn auf dem Yukon. Karin besuchte die Seidenstraße und sammelte Erfahrungen im Iran, erst alleine, dann mit Ehemann. Da die Vorfahren von Rolf Hugenotten sind, bewegen sich die beiden oft mit dem Wohnmobil auf deren Spuren durch Frankreich.

Karin betreibt nebenbei noch Familienforschung, hat zahlreiche Orte der Hugenotten aufgesucht und sich in alten Kirchenbüchern mit Sütterlinschrift beschäftigt. Wenn ihre Zeit es erlaubt, arbeitet sie an der Aufarbeitung der Familiengeschichte. Es sei aufwendig, aber die Hoffnung, dass sie damit fertig wird, stirbt zuletzt.

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