500. 0000 Euro für neues Lagersystem

Firma Springer aus Stuhr stellt sich für die Zukunft auf

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Jens Müller, Leiter Produktmanagement, mit einigen Klemmgreifern, die Teile in einem Presswerk transportieren.

Stuhr - Von Andreas Hapke. Neues Lagersystem, neuer Partner, neues Logo, neue Zertifizierung – gleich in mehrerlei Hinsicht stellt sich die Firma Springer für die Zukunft auf. Das auf die Produktion von Greifsystemen spezialisierte Unternehmen will weiter wachsen, trotz des begrenzten Platzes vor allem am Standort Stuhrbaum, wo Montage und Vertrieb angesiedelt sind. Die Fertigung geht in Varrel über die Bühne.

Springer versteht sich auf Presswerk- und Rohbau-Automation. Beispiel Autobleche: An einer Stelle des Presswerks werden sie geschnitten, an einer anderen geformt, an einer dritten durchbohrt. Um das Teil von Werkzeug zu Werkzeug zu transportieren, kommen Klemmgreifer zum Einsatz. Die Firma produziert auch Robotorgestänge, die beim Karosseriebau mit Vakuumtechnik arbeiten. Bauteile wie Autotüren, die man später sieht, werden angesaugt, befördert und wieder abgelegt. Oder wie Jens Müller, Leiter Produktmanagement, es formuliert: „Ab einem bestimmten Reifegrad sind Samthandschuhe notwendig.“

Um seine Produkte zu testen, leistet sich das Unternehmen zwei eigene Roboter. „Das macht man normalerweise bei 1 000 Mitarbeitern“, sagt Müller. Aktuell hat die Springer-Gruppe 197 Beschäftigte, seit ihrer Gründung im Jahr 2001 ist sie kontinuierlich gewachsen.

„Mit jeder neuen Fahrzeugserie steigt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Teil Ihres Autos mit Springer-Greifsystemen in Berührung kam“, sagt Geschäftsführer Uwe Springer.

Die letzte Erweiterung am Standort Stuhrbaum durch den Ankauf eines angrenzenden Grundstücks geht auf das Jahr 2014 zurück. Zudem nutzt die Firma bereits Flächen benachbarter Betriebe, das Ende der Fahnenstange ist damit wohl erreicht. Umso wichtiger war kürzlich die Anschaffung eines neuen Lagerliftsystems, das laut Müller in dieser Größe weltweit noch einzigartig ist.

500. 000 Euro hat sich Springer das kosten lassen – und im Gegenzug Kapazitäten für Montage und Messtechnik geschaffen. Die bis dahin verwendeten Hochregale benötigten 330 Quadratmeter, der sogenannte Logimat kommt mit knapp 78 Quadratmetern aus. Es ist ein System der neuesten Generation, der bei Springer rund 11 .000 Artikel lagert und sie mit Hilfe eines Lifts für die jeweiligen Aufträge zusammenstellt. Die Branche spricht vom „Ware-zur-Person“-Prinzip.

„Hidden Champion“ ist ständig in Bewegung

Aktuell erweitert Springer die Produktpalette um Greifsysteme für die kunststoffverarbeitende Industrie, um den gesamten Markt abzudecken. Dazu fusioniert die Firma zum 1. April mit der Axel Jürgens Automation aus Langwedel, die bereits den Namen Springer System Plastic trägt. Ihre schrittweise Eingliederung in die Gruppe läuft seit Oktober 2016. Darüber hinaus hat Springer erst kürzlich eine Gewerbeimmobilie in Tschechien erworbenen, um den 2011 eingerichteten Standort auszubauen.

Dass der „Hidden Champion“, wie Springer sich selbst bezeichnet, derart in Bewegung ist, ist auch seiner Kundschaft geschuldet. Sie kommt hauptsächlich aus der Automobilbranche. „Manche Modelle laufen nur noch vier Jahre“, sagt Montagemeister Stefan Weidt. Für das Unternehmen bedeutet das die ständige Entwicklung neuer Systeme, was inzwischen in einer „3D-Fabrik“ am Computer geschieht. Laut Müller erlaubt die Digitalisierung eine schnellere Vermessung: „Unser Ruf ist der des Innovators.“ Die Firma verfüge über mehr als 40 gewerbliche Schutzrechte, vom Geschmacksmuster bis hin zum Patent. Damit das auch außerhalb der Branche bekannter wird, bastelt die Firma an ihrer Corporate Identity. Müllers Traum: „Die Leute sollen irgendwann am Logo erkennen, dass wir es sind. Ähnlich dem Mercedesstern.“

Für Juni peilt Springer eine neue Zertifizierung an, die dann auch das Risikomanagement beinhaltet. Ziel sei es, das Risiko zu klassifizieren, um Schaden von sich und den Geschäftspartnern abzuwenden.

Einzig die Pläne, mit einem Kooperationspartner auch in den USA Fuß zu fassen, hat das Unternehmen verworfen. Zu unsicher sei die aktuelle Situation dort, insbesondere die von Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle schrecken ab.

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