„Lasst Oma in Ruhe“ startet am 8. Dezember

Spielraumtheater feiert in Seckenhausen Premiere

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Wenn im Spielraumtheater geprobt wird, steht der Spaß im Vordergrund: (v.l) Marc Lintzmeyer, Juliane Weiß, Dirk Beckmann und Stefan Gerding. Nicht im Bild: Souffleuse Milena Techentin und Regisseur Hannes Haasch.

Seckenhausen - Von Andreas Hapke. Das Spielraumtheater in Seckenhausen arbeitet inzwischen so produktiv, wie es sich Gründungsmitglied Stefan Gerding, auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins, immer gewünscht hatte.

„Lasst Oma in Ruhe“ ist in diesem Jahr schon die vierte Produktion aus dem Haus an der Hauptstraße 35. Seine Premiere feiert das Ensemble damit am Freitag, 8. Dezember, 20 Uhr. „Unser Plan, das Programm zu erweitern, ist aufgegangen“, sagt Gerding. Bei zwei Stücken der Nachwuchstruppe Spielraum Juniors und zwei Stücken der älteren Mitglieder benötigt der Verein jetzt einen größeren Kalender, um die Probentermine untereinander aufzuteilen. 

Die Premiere von „Lasst Oma in Ruhe“ war ursprünglich etwas früher vorgesehen, doch die Verzögerung hat einen besonders schönen Grund: Darstellerin Juliane Weiß hat ein Kind zur Welt gebracht.

Wladimier springt für die tote Oma ein

In dem Stück spielt sie ihre erste Hauptrolle, die Russin Elena, die mit ihrem Mann Wladimir (Dirk Beckmann) in einem Wohnheim lebt und von einem besseren Leben in Deutschland träumt. Seine Aufenthaltserlaubnis hat das junge Paar dank der Oma erhalten, die allerdings stirbt. Um ihren Tod zu vertuschen, springt Wladimir ein und lässt sich in einem Rollstuhl durch die Gegend schieben.

Besonders gerne kümmert sich der neugierige Nachbar Sergej Semenovic (Stefan Gerding) um die hilflose alte Frau. Doch sein Argwohn gegen die Scheinoma nimmt mit jedem Spaziergang zu. Die Lage verschärft sich, als Wladimir das Interesse des Herrn Schulz, seines Zeichens Sozialamtsmitarbeiter, an seiner Frau registriert. „Sie wollen unser Öl, unser Gas, und jetzt auch unsere Frauen“, beklagt der betrunkene Wladimir im zweiten Akt. Herr Schulz wiederum will Elena aus den Fängen der russischen Mafia retten.

Was wäre eine Komödie ohne Klischees und Stereotypen? Gleichwohl erfordert dieses laut Gerding „Tür-auf-Tür-zu-Stück“ eine „unfassbare Konzentration. Man darf sich von den Lachern des Publikums nicht aus der Fassung bringen lassen“, sagt er. Und auch nicht davon, dass Lacher vielleicht ausbleiben. „Proben kann man das nicht“, fügt Beckmann hinzu. Dafür lassen sich andere Dinge einstudieren. „Man muss das Humorvolle beibehalten, auch wenn man genervt ist“, sagt Juliane Weiß. Sie bekleidet die anspruchvollste Rolle, steht immer auf der Bühne, muss lieben, lügen, lachen und täuschen.

Knackige Komödie mit viel Bewegung

„Tempo“, „lauter“, „groß“, weist Regisseur Hannes Haasch die Akteure auf der Bühne an. Nach seinem ersten, abstrakten Stück „Schnappschüsse“ hat der Theaterpädagoge nach eigener Auskunft eine „knackige“ Komödie gesucht, mit viel Bewegung und wenig Darstellern. „Dafür gibt es im Netz sogar Suchmaschinen“, hat er festgestellt. Doch er sei immer wieder auf das Stück von Lev Kazarnovskis zurückgekommen. „Ich habe mir das sofort in unserem Theater vorgestellt“, sagt Haasch. Schauspieler Marc Lintzmeyer hebt den praktischen Aspekt hervor: „Die Geschichte benötigt nur einen Raum. Damit müssen wir hier ja auch auskommen.“

Die Besetzung regeln die Mitglieder, wenn Anfang des Jahres alle geplanten Stücke auf den Tisch kommen. „Es hat in sechseinhalb Jahren noch nie eine Klopperei um Rollen gegeben“, sagt Gerding. „So wie jetzt sind die Rollen optimal besetzt. Jeder bringt seine Spielstärke ein“, sagt Haasch. Mit dem Stand der Proben ist er hochzufrieden: „Wir sind so weit, dass wir ganze Durchläufe üben. So bekommen wir ein Gespür dafür, wie die einzelnen Szenen funktionieren, und das eine oder andere kann gefestigt werden.“

• Nach der Premiere ist „Lasst Oma in Ruhe“ noch am Sonntag, 10. Dezember, 17 Uhr, zu sehen sowie am Mittwoch, 20. Dezember, um 20 Uhr, am Freitag, 29. Dezember, um 20 Uhr und am Sonntag, 7. Januar, um 17 Uhr. Reservierungen sind per E-Mail an info@spielraum-stuhr.net möglich. Weitere Infos gibt es im Internet.

www.spielraum-stuhr.net

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