Spielplatzpaten treffen sich und begrüßen zwei neue Gesichter

„Sich kümmern, aber nicht zum Sheriff werden“

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Die Spielplatzpaten tauschen sich im Habenhauser Moor aus.

Seckenhausen - Von Angelika Kratz. Seit zehn Jahren gibt es in der Gemeinde Spielplatzpaten. Hans Schüler, Teamleiter der Jugendarbeit, hatte die Idee einst aus Köln mitgebracht. An die hiesigen Verhältnisse angepasst, startete der Arbeitskreis Prävention das Projekt damals.

Patin Reinhild Olma erinnert sich noch genau an ihren mit etlichen Vorurteilen bedachten, aber dennoch relativ einfachen Beginn. „Ich habe mich einfach auf den Fahrenhorster Dorfgemeinschaftsplatz gesetzt und für die Kinder Geschichten vorgelesen“, sagt sie – und der Bann war gebrochen.

Viele solcher Geschichten und Erfahrungen kamen am Dienstagabend unter dem schützenden Dach des spanischen Pavillons auf dem Spielplatz im Habenhauser Moor zu Gehör. Hans Schüler und sein Team aus dem Rathaus hatten zum jährlichen Treffen eingeladen und viele Spielplatzpaten waren gekommen, wie zum Beispiel Wilfried Heidemann, der wie Reinhild Olma ebenfalls zu den Paten der ersten Stunde zählt.

Besonders für die problematischen Plätze seien anfangs Begleiter gesucht worden. „Wir wollten Leute finden, die strategisch gut wohnen und sich ein wenig um die Plätze kümmern, aber nicht zum Sheriff werden“, sagt Schüler. Die Situation auf den Krisenplätzen hätte sich deutlich verbessert, bestätigt Wilfried Heidemann auch aus der beruflichen Position als Polizist.

Spielplätzen

neue Impulse geben

Über 60 Spielplätze unterschiedlicher Größen und Ausstattungen sind in Stuhr zu finden. 14 davon haben mittlerweile einen oder mehr Betreuer gefunden. Mit dem Kulturverein Granatapfel kümmert sich sogar ein Verein um den Spielplatz am Fröbelweg und nutzt diesen auch für seine kreativen Angebote. Ideen darf jeder Pate einbringen, um seinem Platz neue Impulse zu geben und die Nachbarschaft dort zu versammeln.

Wer wie Günter Grunwald mit seiner Labradorhündin Hanna jeden Tag durch das Habenhauser Moor in Seckenhausen schlendert, weiß um die Zustände der noch jungen Freizeitanlage neben der B51. „Ich habe keine Kinder, was soll ich da als Spielplatzpate?“, fragte sich Grunwald, ließ sich am Dienstagabend dann aber doch davon überzeugen, eine neue Aufgabe anzunehmen. Ebenso Ingo Frese, der mit seiner fast drei Jahre alten Tochter Paula regelmäßig Rutsche und Kletterangebote vor der eigenen Haustür nutzt. Beide Bewohner hatten vom Treffen der Spielplatzpaten gehört und wurden nun als neue Betreuer begrüßt.

Mit Kartoffelsalat und Würstchen startete der gesellige Teil des Abends. Andrea Duden berichtete von ihren Erfahrungen an der Dresdnerstraße in Brinkum, ebenso Gert Grote, der gleich mehrere Plätze in Brinkum betreut.

Ein bisschen traurig verabschiedete sich Boris Heesch aus persönlichen Gründen von seinem Amt. Er hatte viel bewegt und etliche Verbesserungsvorschläge eingereicht. Besonders die Skateranlage in Stuhr lag ihm am Herzen. „Da trifft sich einiges“, umschreibt er gelegentliche Spannungssituationen. „Wenn nicht jemand hinschaut, dann fällt auch nichts auf“, sagt er und hat deshalb in seiner Zeit als Pate umso genauer hingesehen.

„Wir brauchen Menschen die bei gesichteten Schäden und Problemen aktiv werden, auf den Spielplätzen einen eventuellen Strukturwandel beobachten und uns in der Gemeinde zwecks Veränderungen anrufen“, gab Schüler den beiden neuen Paten mit auf den Weg. Wer Lust hat, sich um einen weiteren Spielplatz zu kümmern, kann sich an Hans Schüler unter Telefon 0421/5695231 wenden.

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