Landesjugendorchester spielt beim Osterkonzert Ravel und Strawinsky

Spielfreudiges und stimmgewaltiges Ensemble

Hoch konzentriert zeigt sich das Landesjugendorchester Bremen bei seinem rund zweistündigen Konzert unter Leitung von Stefan Geiger in der Gutsscheune Varrel. - Foto: Husmann

Varrel - Zu einem festen Termin im reich gefüllten Kalender der Gutsscheune Varrel ist die jährliche Präsentation des Landesjugendorchesters Bremen geworden. Bei zauberhaftem Frühlingswetter probte das 95-köpfige Orchester am Sonntagnachmittag vor dem Konzert noch einmal auf dem Außengelände.

Die große Fangemeinde der klassischen Musik hatte somit auch Zeit, einen bewundernden Blick auf die Kleidung der jungen Musikerinnen und Musiker zu werfen. Ob kurz oder lang, eng oder leger bei den Damen sowie schwarz und weiß bei den Herren und stets mit stilechter Fliege – die Jugendlichen hatten sich ordentlich in Schale geworfen.

Die Bühne in der Gutsscheune bot für solch eher nebensächlichen, aber dennoch interessanten Momente für das Publikum keine Gelegenheit. Für die 95 Musiker wurde es dort eng, und Orchesterleiter Stefan Geiger ging fast auf Tuchfühlung mit der ersten Reihe.

Über eine Woche hatten die Jugendlichen in den Osterferien intensiv geprobt und belohnten sich im Anschluss mit der kleinen Tournee. Nach Stationen in Halle, Bremen und Leer durfte sich auch Varrel über den hoffnungsvollen Nachwuchs hiesiger oder internationaler Orchester freuen.

Die Messlatte war auch beim achten Auftritt des Ensembles in der Varreler Gutsscheune hoch gelegt. Die Preisträger musikalischer Wettbewerbe und die Musikstudenten spielten unter nunmehr 20-jähriger Leitung von Stefan Geiger alles andere als leichte Kost.

Der Auftakt gestaltete sich imposant mit Igor Strawinsky und seiner einst für 50 Elefanten und Ballerinen geschriebenen Circus Polka. Da wurde bei der älteren Generation schon mal diskret das Hörgerät in die Handtasche verfrachtet. Akustische Verstärker brauchte es bei dem knapp zweistündigen Konzert nicht, auch wenn Maurice Ravel mit der Suite No. 2 „Daphnis et Chloé“ etwas zarter mit der Klangfülle des stimmgewaltigen und spielfreudigen Sinfonieorchesters umging.

Mehrtägiger Workshop

Im zweiten Programmteil gab es mit Igor Strawinsky und „Petruschka“ eine weitere Überraschung. Auch hier waren die Klangfolgen und das oft ungewöhnliche Zusammenspiel eine Herausforderung.

Um sich dieser zu stellen, hatten die Musiker einen mehrtägigen Workshop in einem Tagungshaus in Bredbeck bei Bremen absolviert. Nicht nur für den 21-jährigen Rostocker Musikstudenten Philipp Hennigs ist Bredbeck im Frühling zu einer festen Instanz geworden. Auch Dirigent Stefan Geiger steckt sein Herzblut in das Landesjugendorchster, und alle Beteiligten vom Teenager bis hin zum jungen Erwachsenen kommen deshalb hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten immer wieder einmal im Jahr zusammen.

„Wir machen nicht nur Musik, wir pflegen auch die Geselligkeit“, verriet Philipp Hennigs am Rande des Konzerts. Sogar aus Basel reisen die Teilnehmer in der Osterwoche an und machen zum großen Teil auch bei den jährlichen Projekten des Jugendsinfonieorchesters mit.

„Einfach toll“, so die einhellige Meinung des Publikums, das zum Abschluss des Osterkonzerts begeisterten Applaus spendete. Konzertmeister und die erste Geige Jeffrey Kok mussten das Orchester viele Male zum Aufstehen bitten. Die Blumen als Dank für eine tolle Leistung gab es seitens der Gemeinde Stuhr an Dirigent Stefan Geiger.

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