Künstlerin Waltraud Hattermann zeigt Bilder im Mehrgenerationenhaus Brinkum

Wie ein Spiel ohne Ende

Waltraud Hattermann stellt rund 40 Bilder in Brinkum aus. Foto:Janna Silinger

Brinkum - Von Janna Silinger. Waltraud Hattermann hat schon in der Schule gern gezeichnet. „Ich war sehr gut im Kunstunterricht“, erzählt sie. Damals habe sie am liebsten mit dem Bleistift gearbeitet. Später besuchte sie einige VHS-Kurse, und seit inzwischen 30 Jahren nimmt sie bei Carola Schapals in Bremen Unterricht. „Wir sind sechs Leute in der Gruppe, inzwischen nur noch der harte Kern“, erzählt sie lächelnd. Nun stellt die im Mehrgenerationenhaus in Brinkum aus.

Von Schapals ist sie begeistert. „Das ist eine richtige Künstlerin, die verkauft auch ihre Werke überall hin in die Welt.“ Bei ihr können die Teilnehmer viel lernen, sich helfen lassen – und sich gegenseitig Ratschläge geben.

Die Ausstellung im MGH habe sich zufällig ergeben. Hattermann habe die Leiterin, Daniela Gräf, beim Einkaufen getroffen. Sie habe spontan gefragt, ob sie ihre Werke dort ausstellen könne, und Gräf habe spontan zugesagt, erzählt sie euphorisch. Gräf ist begeistert von den rund 40 Bildern, die in den Räumen hängen.

Darunter Aquarelle, Acryl, Kreidemalereien und eine Federzeichnung. Große und kleinere Bilder, abstrakte Farbspiele, konkrete Motive. Einige Ausstellungsstücke sind schon alt, stehen seit geraumer Zeit bei Hattermann Zuhause, im ehemaligen Kinderzimmer ihres Sohnes. Andere habe sie in der jüngeren Vergangenheit erstellt, wie etwa die Bilder im Café zur Straße hin. Diese sind deutlich bunter. Die Künstlerin habe Neon eingesetzt und viel mit Farbe experimentiert.

In der Regel lasse sie sich bei der Motivauswahl in Zeitungen oder Magazinen inspirieren, erzählt sie. Diese wandele sie dann ab und erstelle ihre eigene Interpretation davon. Das könne alles sein, Menschen, Pflanzen, Tiere, Stillleben.

„Ich male wenige Landschaftsbilder“, berichtet die 69-Jährige weiter. Einige sind aber doch zu finden. Darunter ein paradiesisch wirkender Strand. Dieses Motiv stamme im Gegensatz zu vielen anderen Bildern nicht aus einer Vorlage, sondern aus ihrer Erinnerung. „Wir waren mal auf den Seychellen“, erzählt Hattermann. Dort habe sie an genau so einem Strand gesessen.

Links daneben sind zwei weitere Bilder, die eine persönliche Geschichte erzählen. Auf dem einen sind Strauße zu sehen, inspiriert durch einen Urlaub in Südafrika. Das andere zeigt ein paar Gegenstände in einer Kiste, angelehnt an Ferien auf Aruba.

Die gebürtige Hoyaerin erzählt, dass sie jedes Bild in rund drei Stunden fertig hat. Sie wüsste, was sie malen möchte und könne das umsetzen. Und sollte ihr ein Werk am Ende nicht gefallen, überarbeite sie es nicht, wie andere Künstler das tun, sondern verabschiede sich davon. „Das kommt dann weg.“

Sie sei Autodidaktin, habe sich alles selbst beigebracht und demnach ihre eigene Vorgehensweise entwickelt. Für Hattermann bedeutet die Freiheit in der Nutzung von Farben und Formen ein „Spiel ohne Ende“. Es entstehen immer neue Techniken, erklärt sie dieses Gefühl.

Hattermann mag das, was sie erschaffen hat, das macht sie deutlich. Dabei bleibt sie bescheiden, wirkt fast ein wenig nervös, obgleich es nicht ihre erste Ausstellung ist. Sie erzählt, dass sie an jedem einzelnen ihrer Werke auf eine gewisse Weise hängt. Bis auf jenes über dem Klavier, das sie ihrem Ehemann geschenkt habe, stünden trotzdem alle Bilder zum Verkauf.

Das Team des Brinkumer Mehrgenerationenhauses lädt zur offiziellen Vernissage der Ausstellung „Visualisiertes Farbenspiel“ für Sonntag, 18. August, ab 15 Uhr an die Bremer Straße 9 ein. Dort gibt es erst mal ein Glas Sekt und ein paar Knabbereien, sagt MGH-Leiterin Daniela Gräf. Anschließend auch Kaffee und Kuchen, wie jeden Sonntag. Das Haus öffne bereits um 14 Uhr die Türen. Die Ausstellung von Waltraud Hattermann ist bis Mittwoch, 30. Oktober, zu den gewohnten Öffnungszeiten (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr) und während anderer Sonderveranstaltungen zu sehen.

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