Arbeiten noch bis Ende April / Anfang Mai

Spezialgerät auf A 1 zerrt an den Nerven der Anwohner

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Klein, aber oho: Der Resonanzzertrümmerer auf der Autobahn 1 verursacht laut Anwohnern „unangenehme dumpfe Geräusche“. 

Stuhr - Von Andreas Hapke. Jürgen Rautert ist genervt. Von früh morgens gegen 7.30 Uhr bis spät in den Nachmittag hinein hatte er in der vergangenen Woche „unangenehme dumpfe Geräusche“ wahrgenommen. Nach einer Pause über Ostern kehrte der Lärm zurück. Ein Lärm, den Rautert gar nicht genau beschreiben kann. „Es ist wie ein permanentes und unterschwelliges Vibrieren“, sagt er. „Bei uns klirren sogar die Gläser im Schrank.“

Rautert wohnt an der Jenaer Straße in Brinkum, nicht allzu weit entfernt von der Autobahn 1. Dort lässt die Geschäftsstelle Oldenburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zurzeit die Fahrbahn in Richtung Hamburg sanieren (wir berichteten). Dass die diffusen Geräusche etwas mit der Grunderneuerung der Straße zu tun haben könnten, hat Rautert bereits vermutet. „Klar, dass es da zu Beeinträchtigungen kommt. Ich stelle mich sonst auch gar nicht an. Wo gearbeitet wird, fallen schließlich Späne“, sagt Rautert. Doch das, was gerade auf der A 1 passiere, sei „ganz schlimm“ – wenngleich der Brinkumer den Eindruck gewonnen hat, als sei der Lärm inzwischen weitergezogen, „Richtung Ikea“.

Tatsächlich kommt bei der Sanierung ein Spezialgerät mit „hoher Vibrationsenergie“ zum Einsatz, wie Joachim Delfs, Leiter der Landesbehörde, erklärt. Es handele sich um einen sogenannten Resonanzzertrümmerer, der mit einer bestimmten Frequenz feine Risse in den Beton schneide. „Als Vorbereitung für das eigentliche Fräsen“, erklärt Delfs. Die Betonbrocken seien dann nicht so groß und entsprechend leichter aufzunehmen.

Die Maschine arbeite sich in Richtung Brinkum vor und sei zunächst bis Ende April/Anfang Mai unterwegs. Ende Juni/Anfang Juli wird sie laut Delfs noch einmal benötigt. „Einige Stellen können jetzt noch nicht in Angriff genommen werden“, begründet er. Dazu zählten zum Beispiel jene Flächen, auf denen zurzeit Boden aufgeschüttet sei oder die der Verkehrsführung dienten. Für den Ärger der Anwohner zeigt Delfs Verständnis: „Sie nehmen die Geräusche natürlich mit feiner Sensorik wahr.“ Die Bausubstanz der Häuser sei auf keinen Fall gefährdet.

Jürgen Rautert ist nicht der einzige Bewohner, der sich durch das Vibrieren gestört fühlt. Nach Auskunft von Hartmut Martens, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Verkehr und Feuerwehr bei der Gemeinde Stuhr, sind bei seinen Mitarbeitern in der vergangenen Woche rund zehn Anrufe eingegangen. „Keine Beschwerden, aber Hinweise auf die Problematik“, berichtet Martens. Diese seien aus mehreren Ortsteilen gekommen, von Groß Mackenstedt bis Brinkum.

Dort, an der Posener Straße und damit in unmittelbarer Nähe der A 1, hört auch Manfred Rose den Lärm. „Mal stärker, mal weniger stark“, sagt er. „Doch da müssen wir wohl durch. Eine Autobahn wollen wir schließlich auch alle haben. Ich hoffe, es dauert nicht mehr so lange.“

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