Von Frau zu Ratsfrau am 15. August

Speed-Dating soll Lust auf Politik machen

Stuhr - Von Andreas Hapke. Speed-Dating bedeutet in der Regel: Weibliche Singles sitzen männlichen Singles gegenüber, und jede lernt jeden kennen, um vielleicht den Partner fürs Leben zu finden. Die jeweilige Runde ist auf wenige Minuten beschränkt. Dieses Instrument der Partnersuche hat die Gleichstellungsbeauftragte Nicole Feldmann-Paske auf ihre Arbeit übertragen. Bei ihr dient es allerdings dazu, dass sich Frauen bei Ratsfrauen über deren politische Arbeit informieren und darüber diskutieren können. „Gemeinderat – von Frau zu Frau“ heißt es am Dienstag, 15. August, 19 Uhr, im Frauentreff „Sie(h)da“.

Die Veranstaltung geht auf den Internationalen Frauentag zurück. Laut Feldmann-Paske haben die Teilnehmerinnen seinerzeit festgestellt: „Wir sollten uns mehr dafür einsetzen, dass unsere Themen Beachtung finden.“ Zudem hätten viele das Gefühl, dass die politischen Prozesse nicht transparent seien.

Die Frauen wünschten sich ein Gremium zum politischen Austausch, vor allem im Hinblick auf Inhalte der Gleichstellung. „Dieses Gremium wünsche ich mir perspektivisch auch. Und es wäre toll, wenn es einem Ausschuss angegliedert wäre und dort auch Redezeit hätte“, sagt Feldmann-Paske. In einem zweiten Schritt könne man darüber nachdenken, das Gremium paritätisch zu besetzen, also mit einer gleichen Anzahl von Frauen und Männern.

Sigrid Rother

Frauen seien in vielen Ehrenämtern tätig, nur in der Politik finde man sie nicht so häufig, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Ihr Anteil von 33 Prozent im Stuhrer Rat sei „schon gut, aber immer noch 20 Prozent von der Parität entfernt. Das zieht sich durch ganz Deutschland“. Das Speed-Dating solle Lust auf Gestalten machen und das Gefühl vermitteln, dass politische Arbeit etwas bewirken kann. Warum machen Sie Politik? Wie haben Sie den Weg dorthin gefunden? Was können Sie beeinflussen? Wie funktionieren Entscheidungsprozesse? Zu diesen und weiteren Fragen sollen die Ratsfrauen beim Tête-à-Tête Stellung nehmen. Anschließend ist Zeit für den Austausch in der Gruppe. „Ich möchte dabei keine parteipolitischen Fragen diskutieren“, betont Feldmann-Paske.

Susanne Cohrs

Ihrer Auskunft nach haben elf von 14 Ratsfrauen ihre Teilnahme zugesagt, darunter auch die SPD-Fraktionschefin Susanne Cohrs. Sie möchte die Sache ganz locker auf sich zukommen lassen. „Es muss nicht immer nur unmittelbar vor den Kommunalwahlen um das politische Interesse von Frauen gehen“, sagt sie. „Vielleicht können wir auf diese Weise auch ein Stück weit Verständnis wecken für unsere Arbeit. Es müssen ja nicht alle ,hurra’ schreien und in die Politik einsteigen.“

CDU-Ratsfrau Sigrid Rother hat nach eigener Auskunft „schon im Hinterkopf“, den Frauen die Ratsarbeit schmackhaft zu machen. „Das ist bei uns immer Thema, obwohl wir in der CDU einen guten Frauenanteil haben“, sagte sie. Sie selbst sei über das Mentoringprogramm an die Politik gekommen, doch das funktioniere in Stuhr nicht mehr so gut. „Ich habe mich auch schon als Mentorin zur Verfügung gestellt, aber es gab keine Mentees.“

Wenn Frauen über die Veranstaltung an die Ratsarbeit für eine Partei kommen, „dann ist es so“, sagt Feldmann-Paske. Es sei aber nicht das vorrangige Ziel.

Wer an der kostenfreien Veranstaltung teilnehmen möchte, kann sich bis zum 1. August per Mail anmelden. Die Adresse lautet gleichstellungsbeauftragte@stuhr.de.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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