Ab August zehn Kinder in zwei Gruppen

Spatzennest verdoppelt seine Kapazitäten

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Heike Reckeweg (l.) und Claudia Nier sind ab August für zehn Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren da. Eine eigene Garderobe hat die zweite Gruppe bereits, wie die beiden auf dem Außengelände der Tagespflege zeigen. 

Varrel - Von Andreas Hapke. Das Spatzennest bleibt das Spatzennest – nur dass künftig mehr kleine Kinder hineinpassen. Im August dieses Jahres verdoppelt Heike Reckeweg die Kapazitäten ihrer Tagespflege an der Holländer Straße 14 in Varrel und kann dann zehn Sprösslinge im Kindergartenalter betreuen. Dazu hat sie sich eine langjährige Freundin ins Nest geholt: Die Zusammenarbeit mit Claudia Nier ermöglicht es der gelernten Erzieherin, ihren Traum von der ersten Stuhrer Großtagespflege zu verwirklichen.

Schon vor dem Start ihres Angebots im Sommer 2016 hatte sich Heike Reckeweg zum Ziel gesetzt, irgendwann ihr Angebot mit Unterstützung einer zweiten Tagespflegeperson zu erweitern. Der Platz in der Musikschule ihres Mannes gebe das her, und der Bedarf sei da, davon war sie schon damals überzeugt gewesen. Ihre zwischenzeitlichen Erfahrungen hätten sie darin bestätigt, sagt die 51-Jährige. „Einige Kinder hier gehen im Sommer schon in ihr drittes Jahr. Die Betreuung hat sich etabliert.“

Vor rund sechs Monaten beschlossen Heike Reckeweg und Claudia Nier, gemeinsame Sache zu machen. „Wir kennen uns schon seit 30 Jahren, hauptsächlich über unsere Kinder, und haben unsere beruflichen Laufbahnen immer verfolgt“, erzählt Heike Reckeweg. Sie sei auf der Suche nach einer Partnerin gewesen – und Claudia Nier bereit, sich beruflich zu verändern. Für das Spatzennest hängt die 49-Jährige ihren Job als Kinderkrankenschwester an den Nagel, den sie seit 1991 ausübt. Zurzeit ist sie auf der Entbindungsstation des Delmenhorster St.-Josef-Stifts tätig. Hospitiert habe sie bereits, berichtet sie. In Kürze beginne ihre Qualifizierung zur Tagespflegeperson. Heike Reckeweg war vor ihrer Selbstständigkeit als Erzieherin bei der Gemeinde Stuhr angestellt. „Sollte eine von uns ausfallen, ist für eine Vertretung gesorgt.“

Betreuung fußt auf der Waldorfpädagogik

Die Betreuung an der Holländer Straße fußt auf der Waldorfpädagogik und der musikalischen Erziehung, die einen großen Anteil hat. Heike Reckeweg spricht von einem „rhythmisierten Vormittag in einer liebevoll gestalteten Atmosphäre“. Jedes Kind lerne in seinem Tempo. Es sei eine intensive Betreuung, individuell auf das Kind abgestimmt. „Dabei verstehen wir uns als Begleiter und Unterstützer“, erklärt Heike Reckeweg, die auch auf die regelmäßigen Ausflüge aufmerksam macht. Ob zur Feuerwehr oder zur Alpaka-Farm: „Mit unserer kleinen Gruppe können wir solche Vorhaben kurzfristig umsetzen beziehungsweise flexibel auf Anregungen reagieren.“

Nachhaltigkeit spiele bei solchen Projekten eine große Rolle. Nach dem Besuch bei einem Schäfer etwa habe sie sich ein Spinnrad zugelegt und selbst einen Workshop belegt, um das Spinnen zu erlernen, erzählt Heike Reckeweg. Mit der Wolle habe der Nachwuchs schließlich Hühner gestrickt.

Laut Heike Reckeweg kommen die Sprösslinge aus allen Ortsteilen. Sie wertet dies als Indiz dafür, dass viele Eltern gezielt nach einem solchen Angebot suchen.

Verdoppelung „schön für die Gruppendynamik

„Ihnen ist die Waldorfpädagogik wichtig, oder sie erachten eine 25-köpfige Gruppe für ihren Nachwuchs als nicht geeignet. Deshalb sehen wir uns als Ergänzung zum kommunalen Angebot, nehmen aber anders als die Gemeinde nicht jedes Kind auf“, erklärt die Pädagogin. „Zum einen muss das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen stimmen, zum anderen sollten die Kinder gut miteinander spielen können.“ Eine Rolle spiele auch, „ob wir das Kind individuell fördern können“. Um das festzustellen, genüge ein einmaliges, intensives Kennenlernen.

Die Verdoppelung von fünf auf zehn Kinder betrachten die beiden Frauen als „schön für die Gruppendynamik. Die Kinder haben mehr Spielpartner“, sagt Reckeweg. Und sie haben mehr Platz, um sich zu entfalten. Der 42 Quadratmeter große Raum mit Spielecke wird um ein etwas kleineres Zimmer für die Kleingruppenarbeit erweitert.

Heike Reckeweg und Claudia Nier sind von 8 bis 13 Uhr für die altersgemischten Gruppen da. „Frühdienste wären aber  ebenfalls möglich“, sagen sie. Elterngespräche für die Zusammensetzung der Gruppen im August laufen bereits. Gleichwohl sind noch Plätze frei.

Tag der offenen Tür am 6. Januar

Wer Interesse an einer Betreuung seines Kindes im Spatzennest hat oder sich als Vertretungskraft einbringen möchte, hat am Samstag, 6. Januar, Gelegenheit, sich die Tagespflege anzusehen. Heike Reckeweg und Claudia Nier laden von 15 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Sie bitten um Anmeldungen zur Veranstaltung unter Telefon 04221/94 66 145 (AB) oder per E-Mail an die Adresse spatzennest@musikschule-reckeweg.de.

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