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Spatenstich erfolgt: Mietshaus in Brinkum soll Ende des Jahres fertig sein

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Von: Andreas Hapke

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Wohnbau-Geschäftsführer Uwe Tenschert (l.) und Bürgermeister Stephan Korte mit Schaufel in der Hand
Der gemeinsame Spatenstich als Symbol für die Zusammenarbeit beim Mietshaus in Brinkum: Wohnbau-Geschäftsführer Uwe Tenschert (l.) und Bürgermeister Stephan Korte. © Ehlers, Jantje

Bis Anfang 2023 soll ein neues Mietshaus in Brinkum, dessen Bau in Zusammenarbeit von der Kommune Stuhr mit der Wohnbau Diepholz finanziert wird, bezugsfertig sein.

Brinkum – Mit mehrmonatiger Verspätung haben sich Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte und Uwe Tenschert, Geschäftsführer der Wohnbau Diepholz, am Mittwoch zu einem besonderen Spatenstich an der Bahnhofstraße 33 in Brinkum getroffen: Dort machen Kommune und Unternehmen beim Bau eines Mietshauses für zwölf Parteien gemeinsame Sache. Die Gemeinde beteiligt sich nicht nur an den Investitionskosten, sondern stellt auch das Grundstück auf Erbpacht zur Verfügung. Alles, um bezahlbaren Wohnraum in jenem Stuhrer Ortsteil zu schaffen, der aufgrund seiner Lage unter dem höchsten Mietniveau leidet.

„Ich freue mich, dass wir endlich loslegen können, nachdem die baustellenbezogenen Probleme behoben sind“, sagte Tenschert. Damit meinte er die aufwendige Verlegung von Versorgungsleitungen, die den Baustart trotz der seit Sommer vergangenen Jahres vorliegenden Baugenehmigung verzögert hatte. „Es hätte nur noch gefehlt, dass der Kampfmittelräumdienst etwas findet.“

Hat er aber nicht, weshalb laut Tenschert der Fertigstellung des Gebäudes bis Jahresende nichts im Wege steht. Die Wohnungen sollten Anfang kommenden Jahres bezugsfertig sein. „Vorausgesetzt, Corona macht uns keinen Strich durch die Rechnung.“

Gezeigt wird ein Foto eines Mietshauses
In dieser Bauweise entsteht auch das Mietshaus für zwölf Parteien an der Bahnhofstraße. © Jantje Ehlers

Sein Optimismus liegt auch darin begründet, dass das Material „weitestgehend beschafft ist“. Die Investitionskosten, an denen Stuhr mit 25 Prozent beteiligt ist, lägen bei unverändert 1,3 Millionen Euro. Dabei solle es bleiben, auch wenn es bei dem „einen oder anderen Gewerk noch eine gewisse Unsicherheit“ gebe und Baufirmen ihre höheren Energiekosten möglicherweise weitergeben würden. „Das wird man nicht ganz verhindern können. Da können sie noch so tolle Verträge abschließen“, sagt Tenschert. „Schadenfrei durchs Nadelöhr“ lautet deshalb seine Devise.

Das Gebäude entsteht als Riegel entlang der Bahnhofstraße, was einen großen Innenhof ermöglicht. Dahinter, hin zur bestehenden Bebauung, sind die insgesamt 24 Stellplätze vorgesehen. Die Mieter gelangen über den Innenhof in ihre Wohnungen. „Es sind zwei Eingänge. Sie machen aus dem Objekt praktisch zwei Sechs-Familien-Häuser“, erklärt Tenschert. „Das entzerrt den Charakter eines Riesengebäudes. Die Balkone gehen zu beiden Seiten raus.“

Nach Auskunft Tenscherts gibt es acht Zweizimmerwohnungen mit 40 bis 53 Quadratmetern und vier Dreizimmerwohnungen mit 50 bis 59 Quadratmetern. Der gesamte Wohnraum belaufe sich auf 560 Quadratmeter. Für die Wohnungen könne sich jeder bewerben.

Miete: 7,50 Euro pro Quadratmeter

„Wir sind da frei in der Auswahl“, bestätigt Korte. Eine besondere Bescheinigung sei nicht notwendig. Zielgruppe seien aber eher sozial schwächere Haushalte. Dies habe in Brinkum eine höhere Bedeutung als in anderen Ortsteilen Stuhrs. Laut Bürgermeister beträgt die Miete 7,50 Euro pro Quadratmeter. Es bestehe eine Mietbindung von zehn Jahren. Erst danach könne eine „index-angemessene“ Erhöhung erfolgen. Er habe schon von vielen Bürgern Anfragen bekommen, berichtet Korte, das Interesse sei groß.

Die Systembauweise erlaubt es der Wohnbau Diepholz, ihre Gebäude auf jedes Grundstück zu bringen. „In beliebiger Größe und Anzahl von Wohnungen“, sagt Tenschert, der das Beispiel Memelstraße in Diepholz nennt. Dort entstünden zurzeit drei Mietshäuser, zwei für zehn und eines für zwölf Parteien. Nur diese „relativ preisgünstige“ Bauweise ermögliche auch günstige Mieten.

Immobilie verfügt über höhere Energieeffizienz

Im Nordkreis hatte die Wohnbau bereits Projekte in Weyhe und Syke umgesetzt. „Wir wollten zeigen, dass wir das auch in Stuhr können“, sagt Tenschert. Im Gegensatz zum Acht-Parteien-Haus am Schloßhof 9 in Syke verfügt die Immobilie an der Bahnhofstraße über eine etwas höhere Energieeffizienz, nämlich den KfW-55-Standard. Tenschert: „Wir gehören zu den glücklichen Gewinnern, die dafür noch eine Förderung bekommen.“ Den Energieausweis mit dem Pfeil auf A+ hatte er zum Spatenstich gleich mitgebracht.

Das Objekt an der Bahnhofstraße soll nicht die einzige Zusammenarbeit zwischen Wohnbau Diepholz und Gemeinde bleiben. Darüber freut sich besonders der Bürgermeister, der den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Stuhr seit seinem Wahlkampf kennt.

„Wir haben weitere Ideen für weitere Kooperationen“, sagt er. Ins Detail gehen, könne er noch nicht. „Wir suchen Flächen, können aber auch nicht überall bauen.“ Planungsrechtliche Einschränkungen zum Beispiel verhinderten dies.

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