Fünf Jahre nach seiner Gründung möchte das Spielraumtheater bekannter werden

Spaß bei den Proben und Hochgefühle auf der Bühne

Fühlen sich pudelwohl auf den vom Theaterschiff Bremen gespendeten Stühlen: (hinten v.l.) Gesa Rüger, Peter Koschade, Jessica de Vries, (mittlere Reihe v.l.) Julina Buß, Dennis Block, Imran Rose, (vorne v.l.) Stefan Gerding und Rena Hambsch-Müller. - Foto: Hapke

Seckenhausen - Von Andreas Hapke. Wie viele Grillabende der Gründung des Spielraumtheaters vorangegangen sind, darüber sind sich die Mitglieder des Vereins nicht einig. Eins aber steht für sie fest: Ohne Peter Koschade gäbe es das Ensemble nicht. Seit rund fünf Jahren probt und spielt es auf der Bühne an der Hauptstraße 35 in Seckenhausen.

Koschade ist Gründungsvorsitzender und hatte bereits als Nachfolger von Eugen „Beppo“ Mayr die Theater-AG an der KGS Brinkum geleitet. „Als wir vor zehn Jahren unser erstes Stück gestaltet haben, war eigentlich der Grundstein fürs Spielraumtheater gelegt“, sagt Koschade. „Das war mehr als eine Schauspieler-Regisseur-Beziehung, da sind Freundschaften entstanden.“

Einige AG-Mitglieder wollten nach ihrem Schulabschluss nicht mit der Schauspielerei abschließen. „Ich will mal wieder auf die Bühne“ – dies war nach Auskunft des stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Gerding der Grundgedanke bei der Gründung des Vereins. Eine Spielstätte war dank Koschade schnell gefunden, denn der Vermieter des ehemaligen Lebensmittelladens an der B 51 ist sein bester Freund.

Mit „Es war die Lerche“, der berühmten Satire von Ephraim Kishon, feiern die Laiendarsteller im Frühjahr 2012 Premiere. Zeitgleich gründen sich die Spielraumjuniors unter Leitung von Koschade und Jessica de Vries, die inzwischen ausgebildete Theaterpädagogin ist und die Gruppe alleine betreut. „Currywurst und Pommes“ heißt das erste Stück, bei dem 21 Jugendliche 75 Rollen besetzen. Gemeinsam haben die beiden Gruppen bislang elf Produktionen auf die Beine gestellt.

Mindestens zwei bis drei Stücke pro Jahr

Vorlieben haben die Mitglieder bei der Auswahl der Stücke nicht. Gerding ist ein „vernünftiges Verhältnis zwischen Komödien und Dramen“ wichtig. Ein ansprechendes Thema müsse es sein, am besten mit einer Botschaft.

Die Mitglieder arbeiten auf Amateurbasis. Sie kommen an Wochenenden und in den Abendstunden zu den Proben, um die Schauspielerei mit ihrem Beruf oder dem Studium zu vereinbaren. Trotzdem haben sie einen hohen Anspruch an sich und ihre Arbeit. Zwei bis drei Stücke wollen sie pro Jahr auf die Bühne bringen. „Mindestens“, sagt Dennis Block, der Koschade vor einem Dreivierteljahr als Vorsitzenden abgelöst hat. Koschade wollte aus privaten Gründen kürzer treten. „Bei uns gibt es keine Ausbildung. Man lernt nicht, wie man einen Baum darstellt“, sagt er. „Das Feedback kommt vom Publikum und vom Team.“

Was motiviert die Mitglieder, den ständigen Spagat zwischen Alltag und Schauspielerei hinzubekommen? Dass Profilneurose eine Rolle spielt, streitet Koschade gar nicht ab. „Ganz klar, bis zu einem gewissen Maß muss man eine Rampensau sein“, sagt er. Rena Hambsch-Müller, die als Souffleuse bei den Juniors angefangen hat, spricht von „Hochgefühlen“ während der Vorstellung, Gesa Rüger vom „riesengroßen, lustigen Miteinander“ bei den Proben. Für Gerding ist es „das beste Ventil, der beste Ausgleich zum Berufsleben. Selbst nach einem beschissenen Tag auf der Arbeit ist man hier nach zehn bis 15 Minuten in einer komplett anderen Welt“.

Gerding zählt, ebenso wie de Vries, Koschade und Rüger, zu den Mitgliedern der ersten Stunde. Insgesamt sind es laut Block 35, davon fünf, für die eine projektbezogene Mitgliedschaft eingerichtet wurde. Grund: Beim Musical „Blutsbrüder“, mit dem das Theater am 7. Oktober im Rathaus Stuhr Premiere feiert (wir berichteten), besteht das Ensemble zu 50 Prozent aus externen Schauspielern. Dies ist der Zusammenarbeit mit Eugen „Beppo“ Mayr geschuldet, der die Leitung des Stücks hat und einen Teil des Ensembles mitbringt.

„Eine Musiktheaterproduktion bedeutet für uns eine Weiterentwicklung, da können wir von Mayrs Erfahrung profitieren“, sagt Block, der auch auf einen weiteren Effekt hofft: Das Spielraumtheater soll bekannter werden. Mit „Blutsbrüder“ geht es zum ersten Mal auf Tournee, tritt unter anderem im Schlachthof Bremen, im Kleinen Haus in Delmenhorst und im Theater Syke auf. Wegweisend für die Zukunft soll das aber nicht sein. „Das hier“, sagt Gerding und meint den „kleinen und rumpeligen“ Raum in Seckenhausen, „hat einfach Charme“.

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