„Never too late“ in Varrel

Es ist nie zu spät für Soul und guten Rock 'n' Roll

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Die Bremer Rentnerband „Never too late“ spielt in der Varreler Gutsscheune vor ausverkauftem Haus. 

Varrel - Von Rainer Jysch. In der (fast) zum Bersten vollen Varreler Gutsscheune hatte am Samstagabend die Bremer Rentnerband „Never too late“ (zu Deutsch: „Nie zu spät“) mit Soul, Rock 'n’ Roll, Blues und Latin ihren Auftritt. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der mit 420 Karten ausverkauften Veranstaltung gab es nur noch Stehplätze.

„Eine solche Menge an Besuchern habe ich nicht erwartet“, zeigte sich Bandgründer Herwig Lueken angenehm überrascht von der großen Resonanz. „Uns geht es nicht ums Geldverdienen“, sagte Jürgen Wiethoff, Drummer, Frührentner und mit 62 Jahren das jüngste Mitglied der 13-köpfigen Band. „Wir spenden unsere Gagen immer. In Stuhr geht das Geld an die Flüchtlingshilfe“, erzählte er am Rande des Konzerts.

„Für einen Neuanfang ist es niemals zu spät“, hatte sich Hobby-Gitarrist Lueken vor knapp sechs Jahren gesagt und sein früheres Steckenpferd reaktiviert. Für eine Band suchte er Mitspieler, die – wie er selbst – den Rentenbescheid schon in der Tasche hatten. Ein Dutzend musikalisch begabte Senioren hatten sich so um den früheren Lehrer gruppiert. „Never too late“ nennt sich seitdem die Band, die in Bremen und umzu ihre Zuhörer begeistert und zum Tanz bittet.

Umfangreiches Repertoire

„Seid Ihr gut drauf?“, fragte Lueken laut in den Saal hinein, um sich von der Stimmung bei den Gästen zu überzeugen. „Jaaaaa!“, brüllte das Stuhrer Publikum zurück. Dann ging es mit „Rockin’ all over the world“ von „Status Quo“ los, wobei die Band den Text leicht in „Rockin’ it’s never too late“ abgewandelt hatte. Bei „Brown sugar“ von den „Rolling Stones“ und „Cocaine“ von Eric Clapton ging es mit Originaltexten weiter. Auf der Fläche vor der Bühne sammelten sich unterdessen immer mehr tanzwütige Gäste zum „Abrocken“. Mit einigen Stücken von „Santana“, Rockklassikern wie „Smoke on the water“ von „Deep Purple“, dem „Jailhouse Rock“ von Elvis Presley und Liedern, die dem unvergessenen Joe Cocker zur Berühmtheit verholfen hatten, brachte „Never too late“ weitere Beispiele ihrer umfangreichen Repertoireliste zu Gehör.

Während die Technik gleißendes Scheinwerferlicht durch die Gutsscheune huschen ließ, lieferte die Band immer neue Songs: „Baker Street“ von Gerry Rafferty und „The power of love“ von „Huey Lewis and the News“ als Sound-Track aus dem Film „Zurück in die Zukunft“. „Verdammt lang her“ von „BAP“ animierte das Publikum zum lautstarken Mitsingen. Alter schützt vor Zugaben nicht: Ab 23.10 Uhr spielten die Musiker noch diverse weitere Hits für das frenetisch applaudierende Publikum.

„Mit einer Ausnahme sind wir alle über 65 Jahre; das ist unser Markenzeichen“, verriet Herwig Lueken in einer der beiden Pausen ein Prinzip der Band. „Und wir haben viele Instrumente doppelt besetzt. Das ist gut, wenn mal einer krank wird oder Termine wahrnehmen möchte, um auf die Enkelkinder aufzupassen.“

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