Sorgenvoller Blick auf Landtagswahl

Kommunen befürchten Mangel an Wahlhelfern 

Landkreis  Diepholz - Die vorgezogene Landtagswahl sorgt für reichlich Wirbel – und in dem ein oder anderen Fall auch für lange Gesichter. Denn in einigen Kommunen im Landkreis Diepholz müssen Mitarbeiter der Verwaltung ihren Urlaub verschieben, damit alles problemlos über die Bühne gehen kann. Doch die größte Sorge bereitet ein anderes Problem.

In Stuhr wird die Mannschaft am 15. Oktober komplett sein, doch dafür können einige Mitarbeiter ihrer Auszeit nicht so nehmen, wie sie es geplant hatten. „Aber wir wollen versuchen, dass im Anschluss jeder zu seinem Recht kommt“, versichert Sigrid Hägedorn von der Gemeinde. „Nun müssen wir noch schauen, dass wir uns mit dem Personal im Bürgerbüro absprechen und ob wir uns gegebenenfalls unterstützen, denn dort wird die Briefwahl abgewickelt.“ Hägedorn hat in ihrer Laufbahn schon einmal eine vorgezogene Wahl mitgemacht, aber „noch nie so kurzfristig“.

Ansetzung ehrenamtlichen Helfern gegenüber „nicht nett“

Rainer Ahrens, Samtgemeindebürgermeister von Siedenburg, findet den Termin für die Wahl unglücklich gewählt. Zum einen, weil sie so knapp nach der Bundestagswahl angesetzt ist und auf die Verwaltung viel zusätzliche Arbeit zukommen könnte, wenn die Wahlbenachrichtigungen verschickt werden. „Da den Bürgern zwei Benachrichtigungen ins Haus flattern, müsste man im Vorfeld gut kenntlich machen, welche von ihnen für welche Wahl ist, damit es keine Verwechslung gibt.“ Zum anderen, weil die Wahl auf den letzten Tag der Ferien fällt. „Da sind sowohl Wahlhelfer als auch Mitarbeiter noch im Urlaub. Vielleicht wäre eine Woche später besser gewesen.“ 

Auch in Ahrens’ Team können einige ihren Urlaub nicht antreten, doch er sorgt sich genauso um das ehrenamtliche Engagement, dem dieser Termin sicher nicht zuträglich sei. „Viele Wahlhelfer sind seit Jahren dabei und machen es auch gern. Aber die Landtagswahl so kurz nach der Bundestagswahl anzusetzen, ist ihnen gegenüber einfach nicht nett.“

Über die Wahlhelfer machen sich auch die Bürgermeister Dirk Rauschkolb (Sulingen) und Rüdiger Scheibe (Altes Amt Lemförde) Gedanken. „Mit den Mitarbeitern der Verwaltung gibt es keine Probleme“, sagt Rauschkolb. „Aber wir haben schon ein paar Sorgen, genug Wahlhelfer für die Bundestagswahl zu finden. Ich denke, bei der Landtagswahl wird es noch schwerer.“

Für Scheibe fällt die Wahl mit dem Umzug des Rathauses zusammen. „Da kommt man schon etwas ins Rotieren, doch ich denke, dass niemand seinen Urlaub deswegen verschieben muss. Ein Problem könnte es mit den Wahlhelfern geben.“ Scheibe glaubt, dass eine Zusammenlegung der Wahlen eine gute Lösung hätte sein können. „Dann gäbe es diese Doppelbelastung nicht, und vielleicht wäre die Wahlbeteiligung besser.“

juk

Rubriklistenbild: © dpa

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