Sommerfestival läuft wie geplant

Veranstalter Helmut Frank gestorben

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Helmut Frank (l.) in seinem Element: Zusammen mit George Meier von der Band Wolfsmond bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Archivfoto: sb

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Sein größter Wunsch, Udo Lindenberg zum Sommerfestival nach Stuhr zu holen, hätte sich fast erfüllt. „Wenn Udo kommt, dann macht er das ganz spontan“, sagte Initiator Helmut Frank, der den Rocksänger persönlich kannte, vor wenigen Wochen in einem Gespräch.

Am Donnerstagabend ist der Initiator des Stuhrer Sommerfestivals in einem Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben.

In den Adern des 63-Jährigen floss nach eigenen Aussage das Blut des Rock ‘n‘ Roll. Mit 19 Jahren organisierte er sein erstes Live-Konzert in seiner Heimatstadt Bremerhaven. Dennoch schlug er nicht die Laufbahn eines Konzertveranstalters ein, es verschlug ihn vielmehr in die Logistikbranche.

Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann in Bremen arbeitete er einige Jahre als Abteilungsleiter bei einem Logistikunternehmen. Als er seinen Chef fragte, ob er sich an der Firma beteiligen könne, habe der ihn ausgelacht. „Also habe ich mich selbstständig gemacht“, erzählte Frank einmal in geselliger Runde. Der mit Anfang 60 immer noch Jungebliebene, der am liebsten in Turnschuhen und T-Shirt auftrat, gründete 1980 in der Bremer Neustadt mit einem Mitarbeiter das Unternehmen Acos. Anfang des Jahres hatte er sich vom Geschäftsführerposten verabschiedet. In seiner neu gewonnen Freizeit wollte er sich mehr denn je seiner zweiten Leidenschaft, der Musik, widmen.

Seit acht Jahren stellte er als Vorsitzender des Vereins „A heart for Stuhr“ neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer ein dreitägiges Sommerfestival mit zahlreichen Live-Acts auf Gut Varrel auf die Beine. Dafür holte der „Truck ‘n‘ Roller“, wie er sich selbst gerne nannte, bekannte Künstler aus der Zeit seiner Jugend bis zu den 1980er-Jahren nach Stuhr. Die Lords, Wolfsmond, Edo Zanki, Anne Haigis und Julia Neigel, um nur einige zu nennen, gaben sich in Stuhr praktisch die Klinke in die Hand. Traten sie nicht während des Sommerfestivals auf, spielten sie in kleinerem Rahmen Konzerte im Rathaus oder in der Gutsscheune. Sein herzlich-rauer Charme und seine offene, direkte Art kam bei den Musikern gut an, so dass er bei den deutschen Altstars schnell kein Unbekannter mehr war.

So viel Spaß Frank, der Anfang der 1990er-Jahre nach Mackenstedt gezogen war, der Kontakt zu den Musikern und das Organisieren solcher Veranstaltungen auch machte, er vergaß dabei nie die Gemeinnützigkeit. Ein Teil des Erlöses aus dem Eintrittskartenverkauf floss immer an Vereine in der Gemeinde.

Tief betroffen reagierte Bürgermeister Niels Thomsen auf die Nachricht des Todes von Helmut Frank. „Das ist ein großer Verlust für seine Familie und seinen Freundeskreis, aber auch für die Stuhrer Kulturszene.“ Frank sei ein „Treiber und Initiator“ gewesen. „Die Kontakte, die er aufgebaut hatte, konnte nur er so aufbauen. Er ist nicht zu ersetzen.“

„Helmut war ein Machertyp. Er versprühte solch einen Aufbruchscharme, dass alle von seiner Energie angesteckt wurden“, sagte Axel Freuer, langjähriger Freund und zweiter Vorsitzender des Vereins „A heart for Stuhr“. Das Sommerfestival soll Freuers Aussage nach wie geplant über die Bühne gehen. „Es wäre nicht in Helmuts Sinne gewesen, das Fest abzusagen. Die Party soll stattfinden.“ Allerdings haben Freuer und sein Team das geplante Fußballturnier auf Eis gelegt. „Da war zu viel Manpower von Helmut drin, das hätten wir nicht hinbekommen.“ An dem weiteren Programm mit dem Halbmarathon und den Konzerten ändere sich jedoch nichts.

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