Solo von Christoph Gilsbach

Nach der Pause legt der Pantomime zu

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Christoph Gilsbach mit Gesten und Maske. Zuweilen spricht der Künstler auch mit dem Publikum.

Stuhr - Von Dagmar Voss. Eigentlich hatte sich manch einer auf Pantomime eingestimmt, wie man sie kennt, also eine darstellende Kunst ohne Worte. Auf jemanden, dessen Gestik und Mimik allein Szenen, Gefühle, Charaktere und Gegenstände darstellt. Doch es kam zunächst anders, denn Christoph Gilsbach, der sich als selbsterzogener Clown und Zauberlehrling bezeichnet, betrat die Bühne im Stuhrer Ratssaal anfangs als klassischer Pierrot; als trauriger Clown des Pariser Straßen- und Jahrmarkttheaters, der auch mit Worten nicht geizt, um Menschen und Ereignisse zu erklären.

Und so nahm der Akteur sein Publikum mit in einen Ausschnitt des Filmklassikers „Kinder des Olymp“ aus den Jahren 1943/44. Vier Menschen sind dabei, wenn der Uhrenklau passiert, und in deren Rollen schlüpfte der nachgeahmte Baptiste. Für diejenigen, die den Film nicht kannten, war es gar nicht so einfach, das Geschehen nachzuvollziehen. Allzu flatterig die Handbewegungen, allzu verschwommen die Zeichnung der einzelnen Individuen. Auch bei anderen Szenen wurde nicht immer klar, worum es eigentlich ging.

Erst bei den Aktionen, in denen Gilsbach mit unterschiedlichen Masken Charaktere darstellte, darunter die mit einem Schild angekündigten „David und Goliath“, kamen mehr Lacher und etwas stärkerer Applaus.

Drei Stuhrer Zuschauer waren sich in der Pause einig, dass sie zunächst nicht wirklich alles verstanden hatten, „aber dann wurde es langsam besser“. Pastor Robert Vetter, der den Auftritt Gilsbachs mit der Stuhrer Kirchengemeinde als Dank an die Kirchenmitarbeiter veranstaltet hatte, bestätigte: „Man musste schon genau aufpassen, um etwas zu verstehen.“

Viel besser und verständlicher dann Gilsbachs Performance im zweiten Teil. Schlicht, ohne Schminke und in Schwarz bot er Parodien auf etliche Filme und Schauspieler, Sänger und Entertainer, den Zuschauern sicherlich alle bestens bekannt. Zum noch besseren Verständnis erklangen aus dem Off die entsprechenden Filmmusiken, Songs und Klänge. Da kam der griechische Begriff Pantomime, also „alles nachahmend“, zur Geltung.

Besonders sein „Orchester“, wieder mit Schild angekündigt, stellte er intensiv und höchst amsüant dar. Ob nun den Bassisten, leicht verkniffen, den Querflötisten, der dauernd seinem Nachbarn ins Gehege kommt, oder den Musiker, der gerade mal der Triangel bedienen muss. Wie letzterer seinen kleinen Auftritt genießt, war eine wunderbar wortlose Darstellung. Nicht zu vergessen der Dirigent und seine ausufernden Armbewegungen, seine Kehrtwende, bei der er plötzlich ins Publikum dirigiert. Da gab es dann den wohlverdienten und langen Applaus.

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