Liebe auf den ersten Blick

SMS-Chor kommt mit neuem Leiter Alexander Schuhmann aus der Corona-Pause

Der SMS-Vorstand Marita Ledebur und Thomas Ohde schaut dem neuen Chorleiter Alexander Schuhmann beim Piano spielen zu.
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Fühlen sich wohl miteinander: der SMS-Vorstand Marita Ledebur und Thomas Ohde sowie (sitzend) der neue Chorleiter Alexander Schuhmann.

Nach einer Zwangspause von knapp eineinhalb Jahren startet der SMS-Chor jetzt durch. In Alexander Schuhmann hat das Ensemble einen neuen Leiter, von dem Vorstand und Sänger auf Anhieb begeistert waren. Der Chor möchte sein Repertoire erweitern, ein Mix aus bewährten und neuen Stücken ist angedacht.

Stuhr – Der Stuhrer SMS-Chor – Singen macht Spaß – atmet auf. Nach einer Auszeit von fast eineinhalb Jahren kann er sich endlich wieder zu seinen regelmäßigen Proben am Mittwochabend in der Blockener Dorfschule treffen. Das Ganze unter neuer Leitung von Alexander Schuhmann und „durchgeimpft“, wie der erste Vorsitzende Thomas Ohde betont. „Der Chor hat danach gedürstet, nach der Corona-Pause wieder loszulegen.“

Von seiner ursprünglichen Leiterin Tanja Scherbaum hatte sich das Ensemble wegen „Unstimmigkeiten während der Pandemie“ getrennt, wie Ohde es formuliert. Näheres möchte der Vorstand dazu nicht mitteilen: Auch deshalb, weil „unser Verhältnis in den gemeinsamen fünf Jahren immer sehr gut war. Doch wir mussten eine Entscheidung treffen. In erster Linie wollen wir Harmonie und gemeinsames Singen.“ Dafür stehe schließlich der Chorname.

Im Nachhinein muss man feststellen, dass das Ensemble trotz des personellen Einschnitts weich gefallen ist. Nach dem Motto „Unter Stuhrern hilft man sich“ hatte es für den Übergang den Leiter von „Chornection“, Frank Krämer, gewonnen. „Er wollte nicht, dass der Chor auseinanderbricht“, sagt die zweite Vorsitzende Marita Ledebur. Krämer hätte zwar auch für eine längere Zeit Gewehr bei Fuß gestanden. Doch sein Einsatz blieb auf eine Probe beschränkt, weil sich Alexander Schuhmann prompt auf das SMS-Inserat beim Chorverband Niedersachsen Bremen meldete.

„Er hat uns einige Arrangements präsentiert und ist hier eingeschlagen wie eine Bombe“, berichtet Ohde. Schon in der Pause der ersten Probe sei das Feedback der Mitglieder derart positiv gewesen, dass einer Zusammenarbeit nichts mehr im Wege gestanden hätte. Marita Ledebur spricht von „Liebe auf den ersten Blick“.

„Es gibt nichts, was mich schockt“

Alexander Schuhmann ist seit 2014 ausgebildeter Chorleiter und steht kurz vor dem Abschluss seines Gesangsstudiums in Bremen. Er spielt Violoncello und Klavier sowie „alle klassischen Instrumente einer Rockband außer Schlagzeug“, also E-Gitarre und Bass.

Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – an Chören habe er bereits „sämtliche Facetten“ gehabt, sagt Schuhmann. Fast, denn die Kombination aus „groß, älter und Laien“ – damit meint er den SMS-Chor – sei für ihn dann doch eine Premiere. „Aber es gibt nichts, was mich schockt.“

Grundsolide, freundlich und „recht schnell“ in der Auffassungsgabe – diesen Eindruck hat der 27-Jährige bei den ersten Proben von den Mitgliedern erhalten. „Ich erwarte von Laien keine Perfektion“, sagt er. Profis seien durchaus in der Lage, da einen Unterschied zu machen. Die Arbeit mit SMS empfinde er als angenehm. „Ein gestandener Chor ist oftmals festgefahren, hier sind die Leute entspannter.“

Darüber hinaus schätzt Schumacher das „diverse Programm“ des Ensembles. Seit jeher spannt der SMS-Chor einen Bogen von Volksliedern über Gospel bis hin zu Schlagern, Weihnachts-, Kirchen- und Trinklieder inklusive. „Da kann ich komplett mit arbeiten. Das passt zu den Arrangements, die ich zu Hause liegen habe“, sagt Schuhmann, der sich als „Riesenfan“ amerikanischer Gospelmusik outet. „Damit bin ich aufgewachsen. Ich bin in einem Gospelchor entdeckt worden.“

Repertoire soll ein Mix aus alten und neuen Stücken werden

Laut Ohde hat der Chor jetzt die Möglichkeit, sein Liedgut zu überarbeiten. „In elf Jahren haben sich viele Lieder angesammelt“, begründet der Vorsitzende. Seine Stellvertreterin Ledebur erlebt in diesen Tagen einen Chor, der „bereit und neugierig“ sei. „Er will neu anfangen, lässt sich darauf ein.“

Schuhmann stellt sich einen Mix aus alten und neuen Stücken vor. „Ich bin da sehr breit aufgestellt. Musikalisch bekommt man alles verkauft, wenn man es nur überzeugend macht“, weiß er aus Erfahrung. Er wolle aber auch die Mitglieder fragen, worauf sie Lust haben. „Sich gegenseitig zu befruchten, ist eine schöne Arbeit“, sagt er. „Ich schreibe auch selbst Lieder, doch ich bin nicht so selbstverliebt, dass ich die sofort einem neuen Chor aufzwingen würde.“

36 Mitglieder hat der Chor, darunter nur fünf Männer. Laut Ohde sind zwei Drittel der Sänger älter als 70 Jahre. Nach der Fluktuation während der Zwangspause mit neun Aus- und sechs Eintritten könnte das Ensemble noch Zuwachs gebrauchen, findet der Vorstand.

„Außerdem wäre es schön, wenn wir mal wieder auftreten könnten“, sagt Ohde. Die letzte Vorstellung datiert vom 2. Februar 2020. Seinerzeit gab der SMS-Chor anlässlich seines zehnten Geburtstags ein Konzert im Rathaus, woran sich die Besucher nicht nur wegen der Musik erinnern dürften. Die Mitglieder kamen in neuen Outfits auf die Bühne – mit Tüchern und Krawatten in Regenbogenfarben. „Regenbogenfarben und Musik an trübem Nachmittag“ titelte die Kreiszeitung damals. Jetzt ist der Chor bereit für neue Schlagzeilen.

Von Andreas Hapke

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