Ralf Willius vom Verein Smiley vermittelt Medienkompetenz an der KGS

Smartphone- und Internetsalat

Ralf Willius vom Verein Smiley schult die Kinder in Medienkompetenz. Fotos: Luka Spahr

Brinkum - VON LUKA SPAHR. Ob die Schüler wohl wussten, was sie da am Freitagvormittag erwartet? Mit schnellen Schritten und einem großen Pulk, bestehend aus Klassenlehrer, Schulsozialarbeiterin und Journalisten, im Gefolge kommt Ralf Willius in den Raum A1.02 der KGS Brinkum. Vor ihm sitzt mit erwartungsvollen Augen die Klasse R6a. „Wir sprechen heute über ein Thema, mit dem ihr euch alle auskennt - sogar besser als eure Eltern“, beginnt Willius, nachdem er sich vorgestellt hat. „Wir reden über Medien, wir reden über das, was euch so interessiert.“

Der Mann mit der Brille, dem Vollbart und dem grauen Pullover kommt vom Verein Smiley aus Hannover. Er wirkt nur auf den ersten Blick wie ein Lehrer. Eigentlich will er gar nicht wie einer wirken. Dafür redet er auch viel zu schnell. So schnell, dass man manchmal Schwierigkeiten hat, ihn zu verstehen. Für die Schüler hingegen scheint das kein Problem zu sein.

„Ich habe eine Frage zu Instagram. Wenn ich da Bilder online stelle, was sollte ich da auf jeden Fall bedenken?“, fragt Willius in die Klasse. „Nacktbilder von sich sollte man nicht online stellen“, kommt es aus der Klasse. Der Besucher aus Hannover lächelt kurz. „Wir fangen mal ein bisschen früher an.“

In den folgenden Minuten geht es tatsächlich um das, „was euch so interessiert“. Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat - Begriffe, die Willius nicht erklären muss.

Zur Auflockerung gibt es noch ein Spiel. „Kennt ihr das Spiel Obstsalat?“, feuert der Medienkompetenz-Trainer seine nächste Frage ins Publikum. Ja! „Das spielen wir jetzt nicht.“ Enttäuschte Gesichter. „Wir spielen Smartphone- und Internetsalat.“

Was das heißt, zeigt sich wenige Minuten später, nachdem die Klasse unter den interessierten Blicken von Schulsozialarbeiterin Stefanie von Bargen und Klassenlehrer Marcus Barnert einen Stuhlkreis gebildet hat. Ein Schüler macht den Anfang: „Es tauschen alle die Plätze, die ein Samsung haben.“ Aufspringen, Stühle scharren zurück, wildes Durcheinandergelaufe in der Mitte. Dann sitzen alle wieder. Der nächste: „Es tauschen alle die Plätze, die kein Handy haben.“ Alle bleiben sitzen.

Bereits einen Tag vorher hat Ralf Willius dieses oder ein ähnliches Spiel in den achten Klassen an der KGS gespielt. An zwei Tagen heißt es an der Schule „Medienkompetenz jetzt!“. So teilt die Schulleitung mit: „Im Rahmen der schulischen Prävention setzt die KGS Brinkum im 6. und 8. Jahrgang den Schwerpunkt auf den Umgang mit den sogenannten ,neuen Medien‘.“

Das Fachwissen hierfür kommt in Form von Ralf Willius aus Hannover angereist - inklusive einiger Tablets, die er im Gepäck hat. Das Recht am eigenen Bild, Kostenfallen im Internet und die Wirkung von Computerspielen - darum ging es an diesem Vormittag. Mit einer Einschränkung: Als einer der Schüler sagt „Alle tauschen die Plätze, die Fortnite spielen“ und das große Stühlerücken anfängt, erklärt Willius mit ruhiger Stimme: „Solche Spiele bitte nicht nennen. Da werden Menschen getötet.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Weltweit Kritik an Trumps Golanhöhen-Vorstoß

Weltweit Kritik an Trumps Golanhöhen-Vorstoß

Schwager der vermissten Rebecca frei

Schwager der vermissten Rebecca frei

Brexit verschoben - aber weiter keine Lösung in Sicht

Brexit verschoben - aber weiter keine Lösung in Sicht

Trommel-Ensemble „Kokubu“ in der Glocke

Trommel-Ensemble „Kokubu“ in der Glocke

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Unfall auf der B51: 81-jährige Pedelec-Fahrerin kollidiert mit Auto

Tödlicher Unfall auf der B51: 81-jährige Pedelec-Fahrerin kollidiert mit Auto

Mit Ausnahme von Bassum werden Häuser im gesamten Kreis teurer

Mit Ausnahme von Bassum werden Häuser im gesamten Kreis teurer

Nachruf für Hans-Ulrich Püschel: „Er war immer da“

Nachruf für Hans-Ulrich Püschel: „Er war immer da“

Vilsa-Chef Henning Rodekohr erklärt: Was macht Wasser zum Mineralwasser?

Vilsa-Chef Henning Rodekohr erklärt: Was macht Wasser zum Mineralwasser?

Kommentare