Fünf Mädchen der KGS Brinkum dabei

„Jugend forscht“ in Diepholz: Ein Sieg im Kampf gegen Plastikmüll

Die fünf Teilnehmerinnen der KGS Stuhr-Brinkum: Milena Mohr (v.l.), Friederike Pieper, Felisha Bodemer, Zoe Schwedowski und Laurien Schwientek.

Diepholz - Wie stellt natürliche Farbstoffe aus Blüten her, wie ein Peeling ohne Mikroplastik oder wie hoch sind eigentlich die Feinstaubwerte im ländlichen Raum? Viele der 138 Jugend-forscht-Teilnehmer befassen sich im Rahmen ihrer Projekte für den Wettbewerb – für die Jüngeren unter dem Titel „Schüler experimentieren“ – mit Alternativen zum konventionellen Lebensstil. Insgesamt stellen die Schülerinnen und Schüler am Freitag in der Walter-Link-Sporthalle 64 Projekte vor.

Auch die KGS Stuhr-Brinkum ist mit fünf Teilnehmerinnen bei „Schüler experimentieren“ vertreten. Darunter die elfjährige Friederike Pieper mit gleich zwei Projekten. In einem hat sie das Konsumverhalten von acht Testpersonen analysiert und darauf aufbauend Verbesserungsvorschläge für möglichst plastikfreien und nachhaltigen Einkauf ausgearbeitet. 

„Mit Tupperdosen kann man inzwischen sogar zum Fleischer. Joghurt kann man im Glas kaufen“, sagt sie. Statt dauernd eine neue Basilikumpflanze im Plastiktopf zu kaufen – einfach selber säen. Cola in Glasflaschen, Jutebeutel statt Plastiktüte. Ihr Motiv: Sie fahre mit ihrer Familie oft nach Langeoog und sei entsetzt über den Müll am Strand. Es sei an der Zeit, etwas gegen das viele Plastik zu tun. Mit dem Projekt gewinnt sie im Fachgebiet Arbeitswelt den Wettbewerb. An ihrem zweiten Stand setzt sie sich mit dem chemischen Verfahren der Trennung von Farben auseinander.

„Jugend forscht“ in Diepholz: Einfach mit natürlichen Farben malen

Um Farben geht es auch in dem Projekt der beiden Siebtklässlerinnen Felisha Bodemer und Milena Mohr. „Wir malen einfach gern. Deshalb wollten wir natürliche Farbstoffe isolieren“, erzählen die Zwölfjährigen. Eine ganze Menge Blütenblätter, Spiritus und ein paar Tage Zeit bräuchte es zwar, doch dann sei es möglich, mit natürlichen statt chemischen Farben zu malen.

Insgesamt nehmen in diesem Jahr 138 Jungforscher an dem Regionalwettbewerb in der Walter-Link-Sporthalle in Diepholz teil.

Die zehnjährige Laurien Schwientek möchte in ihrem Projekt beweisen, dass es möglich ist, den „perfekten Schuss“ zu berechnen. Dabei spielten drei Faktoren eine Rolle: Wie groß kann der Abstand zwischen Pfeil und Zielscheibe sein, damit man trifft? In welchem Winkel und aus welcher Höhe muss geschossen werden? „Eigentlich wollte ich mit Pfeil und Bogen arbeiten, aber ich habe dann doch diese Spielzeugpistole genommen“, erzählt das Mädchen. Der Pfeil sei so schnell geflogen, dass sie ihn in der Aufnahme kaum gesehen habe und demnach seine Flugbahn nicht berechnen konnte. Mit Schaumstoffpfeilen hingegen fand sie eine mathematische Funktion.

„Jugend forscht“ in Diepholz: Schülerin stellt eigenen Lippenbalsam her

Die fünfte im Bunde, Zoe Schwedowski, bringt ein ganz anderes Thema mit: „Ich hab immer trockene Lippen“, erzählt die Elfjährige. Lippenpflege aus dem Supermarkt sei für sie keine Alternative, da müsse sie alle fünf Minuten etwas auftragen. Also habe sie sich entschlossen, selbst einen Lippenbalsam herzustellen. Dabei habe sie drei Rezepte ausprobiert und die Ergebnisse von mehreren Testpersonen bewerten lassen. Klarer Sieger: Vaseline mit Himbeersirup.

Friederike Pieper gewinnt im Fachgebiet Arbeitswelt mit ihrem Projekt „Wie verändern wir das Konsumverhalten durch bewusstes Aufzeigen anfallender Verpackungen“.

Die fünf Forscherinnen zeigen sich erfreut über ihre Teilnahme. „Es ist immer toll hier“, sind sich alle einig. Für Friederike Pieper geht es nun weiter zum Landeswettbewerb nach Oldenburg.

Die Sieger des Regionalwettbewerbs in Diepholz

Schüler experimentieren: - Fachgebiet Arbeitswelt: Friederike Johanna Pieper „Wie verändern wir das Konsumverhalten durch bewusstes Aufzeigen anfallender Verpackungen“ (KGS Stuhr-Brinkum) - Fachgebiet Chemie: Armin Schüttemeyer „Trocknung eines Leinölfirnisses“ (Gymnasium Syke) - Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften: Keno Holste „Hohe Feinstaubwerte auch im ländlichen Raum?“ (Gymnasium Syke) - Fachgebiet Physik: Nick Wenke, Jacob Weber & Cairo Dennis Vesper „Tragen Steingärten zur Klimaerwärmung bei?“ (Gymnasium Melle)

Jugend forscht: - Fachgebiet Chemie: Fabian Stutzke, Tobias Reinert & Torben Oetker „Redoxflow-Batterie ohne Vanadium“ (Gymnasium Sulingen) - Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften: Ben Schütte & Finn Luca Miks „Mikroplastik im Klärwasser?! – Wir decken auf!“ (Gymnasium Melle) - Fachgebiet Mathematik/Informatik: Ole Woyciniuk, Arne Woyciniuk & Mathis Luber „Künstliche Intelligenz zur Identifikation von Pflanzenschädlingen“ (GFS Diepholz) - Fachgebiet Physik: Kai Jungshöfel & Lars Schröder „OptiProb: Skriptgenerierte Propeller für Modellflugzeuge“ (IGS Osterholz-Scharmbeck)

Wettbewerb „Jugend forscht“

„Jugend forscht“ ist der größte europäische Jugendwettbewerb im Bereich Naturwissenschaften und Technik. Unterschieden wird dabei zwischen „Schüler experimentieren“, ab der vierten Klasse und bis 14 Jahre, und „Jugend forscht“, 15 bis 21 Jahre. Ziel des Wettbewerbs: die Talentförderung im Bereich der Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Die Leitung des Regionalwettbewerbs liegt bei der Lehrerin Mareike Summe mit Unterstützung durch den Landkreis Diepholz, insbesondere Thorsten Abeling, Leiter des Fachbereichs Bildung. Die jungen Sieger des Regionalwettbewerbs ziehen weiter in den Landeswettbewerb vom 12. bis zum 14 März in Oldenburg, für die älteren geht es vom 23. bis zum 25. März nach Clausthal-Zellerfeld.

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