„Ich arbeite gerne mit Kindern“

Sieben Jahre bei Rot-Gelb: Axel Arnold bringt dem Stuhrer Nachwuchs das Schwimmen bei

Axel Arnold während der Schwimmausbildung im Seckenhauser Bad.
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Schwimmausbildung in Verbindung mit spielerischen Elementen – darauf setzt Axel Arnold in Seckenhausen.

Auf der Visitenkarte von Axel Arnold stehen allerlei Qualifikationen: Staatlich geprüfter Tennislehrer, Schwimmausbilder, Sportlehrer sowie Aqua-Fitness- und Reha-Trainer. Doch für die Kinder, die am Samstag und Montag zu ihm kommen, ist er einfach nur Axel. Bei ihm wollen sie schwimmen lernen. Und die Erfahrungen aus den vergangenen sieben Jahre zeigen: Am Ende des Kurses werden sie das auch können.

Seckenhausen - Seit 2014 steht die „Schwimmschule“ bei Axel Arnold im Programm des Schwimm- und Fitness-Clubs (SFC) Rot-Gelb Bremen. Zusammengefunden haben der Verein und der selbstständige Sportlehrer, weil Arnold in dem Bad von Cordes und Graefe an der Wulfhooper Straße bereits Kinder der Grundschule Seckenhausen unterrichtet hatte. Das Bad ist die Heimstätte des SFC.

Arnolds Kurse laufen dort am Montag von 14.15 bis 16.30 Uhr und am Samstag von 12 bis 19.30 Uhr. Die Kinder können bei ihm sämtliche Abzeichen erwerben, von Seepferdchen über Bronze und Silber bis hin zu Gold. Besonders beliebt seien der Eltern-Kind- und der Papa-Kind-Kurs am Samstag, sagt Arnold. „Bei uns waren auch schon die Oma und der Opa mit im Wasser.“

In seiner Zeit beim SFC Rot-Gelb hat Arnold nach eigener Auskunft 700 bis 1000 Kinder durchgeschleust, so genau könne er das nicht sagen. „Bei uns dauert so ein Kurs ein bisschen länger. Was die Ausbildung angeht, sind wir knallhart. Wenn die Kinder ihre Prüfung machen, sollten sie sich alles aus dem Ärmel schütteln können“, sagt Arnold und nennt das Beispiel Seepferdchen. „Die Kleinen sollten 50, 60 Meter gut schwimmen.“ Vorgeschrieben sind selbst nach der seit 2020 gültigen und verschärften Prüfungsordnung nur 25 Meter. „Inzwischen müssen die Kinder auch die Baderegeln kennen“, sagt Arnold.

Nach Pandemie nicht bei null angefangen

Der Neustart nach der Pandemie habe sich als weniger problematisch erwiesen als von vielen Eltern befürchtet. „Sie hatten Bedenken, die Kinder könnten etwas verlernt haben“, so der Schwimmlehrer. Dies sei aber kaum der Fall gewesen. „Wir hatten etwas nachzuholen, mussten aber nicht bei null anfangen. Ein bisschen Eingewöhnung, und die Leichtigkeit bei den Kindern kam wieder zurück. Sie kannten das Bad und die Umgebung. Das Vertrauen war da.“ Manche Kurse hätten sogar auf dem Stand weitergemacht, wo sie vor dem Lockdown aufgehört hatten.

Auffälliger seien da einige Kinder an der KGS Brinkum, wo er als pädagogischer Mitarbeiter den Schwimmunterricht begleitet: „Die haben früher vielleicht ein Abzeichen gemacht, aber mangels Übung die Technik tatsächlich verlernt.“

30 Prozent der Schwimmanfänger würden Scheu vor dem Wasser mitbringen, schätzt Arnold. Mindestens genauso viele seien aber auch „Haudegen, die vor nix Angst haben“. Das sei schon immer so gewesen. Was sich geändert habe: „Die Kinder sind älter, wenn sie mit dem Schwimmen beginnen. Viele Eltern denken, das findet in der Schule statt, und warten leider viel zu lange damit.“

„Wer einmal bei Rot-Gelb ist, hat Bleiberecht“

Arnold empfiehlt eine frühe Wassergewöhnung. „Eine Mutter, die noch mit Kind im Bauch anruft, macht es genau richtig.“ Wer das Babyschwimmen (Arnold bietet das in Melchiorshausen an) nicht schaffe, solle mit Eltern-Kind-Kursen starten. „Zwei bis drei Kurse brauchen die Kleinen, bis sie sich abnabeln. Das sind so 13 Wochen“, sagt er. „Danach wechseln sie zum Seepferdchen. Wer einmal bei Rot-Gelb ist, hat Bleiberecht und wechselt von Kurs zu Kurs.“ Die Kehrseite der Medaille: Zurzeit stünden mehr als 400 Kinder für das Seepferdchen auf der Warteliste. „Man traut es sich kaum zu sagen, aber das sind Jahre, die man warten muss.“ Auch deshalb sieht er auch die Eltern in der Verantwortung: „Es wäre schön, wenn sie mal mit ihren Kindern ins Wasser gehen.“

Da immer mehr Bremer in die Umlandgemeinden zögen, müsse das Angebot angepasst werden. Laut Arnold ist der Bedarf groß und der Bau eines Hallenbades in Stuhr notwendig. „Stuhr hat Nachholbedarf.“

Ursprünglich war Arnold Tennislehrer beim Tennisclub Blau-Weiß Varrel von 1974. Für seine zehnjährige Tätigkeit bei den Bremer Bädern hatte er sich umfassend fortgebildet – vom Babyschwimmen bis hin zur Aqua-Fitness. Irgendwann hätten die Umstände in dem Arbeitsverhältnis nicht mehr gepasst, sagt Arnold zur Trennung. So landete er schließlich beim SFC Rot-Gelb. Der Verein ist über diese Entwicklung gewiss nicht traurig. Ebenso wenig ist es Axel Arnold: „Ich arbeite gerne mit Kindern zusammen. Viele Eltern sind schon sechs, sieben Jahre mit ihrem Nachwuchs dabei. Jeden Samstag, weil die Kleinen Spaß haben. Und weil sie wissen, dass wir einen guten Job machen.“

Von Andreas Hapke

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