Shanty-Festival mit sechs stimmgewaltigen und adrett gekleideten Chören

In Schale geworfen

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„De Scheepsjoagers“ waren aus Holland angereist.

Varrel - Von Angelika Kratz. Sommersonne, viele gut gelaunte Gäste und sechs Shanty-Chöre aus Deutschland und Holland haben den gestrigen Sonntag zu einem Höhepunkt im kulturellen Veranstaltungskalender gemacht. Stuhrs beste Stube, das Gut Varrel, präsentierte sich zum 8. Open-Air-Shanty-Festival – das Ganze im Rahmen des 30-jährigen Bestehens des Shanty-Chors Brinkum – von ihrer allerbesten Seite.

Die Schiffsglocke läutete Punkt 10 Uhr zum Start einer musikalischen Kreuzfahrt. Die Besucher erwartete ein buntes Programm, voller Vorfreude suchten sie sich die besten Plätze aus. Viele Fans des maritimen Gesanges brachten sich Stuhlkissen mit, eine kluge Entscheidung hinsichtlich diverser harter Bierbänke und eines gut achtstündigen Konzertes.

Das eröffnete Stuhrs stellvertretende Bürgermeisterin Doris Karin Hofmann, die zugleich Ehrenmitglied des Shanty-Chors Brinkum ist. „Es ist eine tolle Leistung, Individualisten 30 Jahre am Singen zu halten“, lenkte sie den Blick auf die gestandenen Kerls des Ensembles mit ihren mitunter rigorosen Meinungen.

Chorleiter Horst Harry Bäume hält sein Team gesanglich perfekt im Griff, es hat sich längst über die Grenzen der Gemeinde hinaus bis nach Kanada einen Namen gemacht. Stuhrs singender Werbeträger eröffnete überaus gut gelaunt den Tag der besonderen musisch-kulturellen Begegnungen.

Einige Damen und Herren hatten sich wie beim Bremer Sommer in Lesmona besonders fein gemacht. Ihre schicken Outfits mit Strohhüten wurden mit anerkennenden Blicken bedacht. Doch auch die Shanty-Sänger hatten sich in Schale geworfen. In weißen Hosen, Hemden und schicken blauen Westen traten die Gastgeber auf die mit Sonnenblumen und vielen bunten Fahnen geschmückte Bühne.

„Anchors away“ – die „Blauen Jungs von der Waterkant“ waren in Aufbruchstimmung. Dazu gehörte natürlich auch die Deern an der Seite. Viele Ehefrauen kamen in einer zum Anzug ihrer singenden Ehemänner passenden Kleidung. Blau-weiß gestreift, mit fröhlichen roten Kragen, so bestreitet der Hasport Shanty-Chor seine Auftritte. Er begeisterte nach dem perfekten „Aufwärmen“ durch die Brinkumer ein überaus sanges- und klatschfreudiges Publikum. Jeweils 20 Minuten dauerten die Vorträge der Chöre, also auch die der „Scheepsjoagers“ und des Leeuwarder Shantykoors, beide aus Holland angereist. Zum Aufgebot zählten außerdem die „Beckedorfer Schifferknoten und die „Stader Hafensänger“ als Neulinge auf der Varreler Bühne. Je ein Programmblock mit allen Chören gab es am Vor- und Nachmittag. Im Vorfeld hatten die Gruppen ihr Repertoire aufeinander abgestimmt.

Die immer größer werdende Zuhörerschaft ließ sich einfach mitnehmen in eine stimmungsvolle Welt fernab aller Alltagssorgen. Die gemeinsame Kreuzfahrt trotzte rauen Winden und ließ den Anker in etlichen fremden Häfen fallen. Die gute Laune war fast fühlbar.

Für die Verpflegung sorgte ein Catering mit Käse- und Fischbrötchen, Bratwurst, Eis und Kuchen in und außerhalb der Gutsscheune.

Das in jeglicher Hinsicht gelungene Konzert ließ das 7. Festival mit seinem „Schietwetter“ vergessen. Damals hatte es den ganzen Tag wie aus Eimern geschüttet. Höhepunkt des gestrigen Tages war sicherlich das gemeinsame Abschlusssingen aller Chöre. Da hätte das Gut keine Lautsprecher gebraucht.

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