Seniorenservicebüro sucht weitere Ansprechpartner für Quartiere

Die Sensoren der Nachbarschaft aktivieren

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Ein Teil der Ansprechpartner der Nachbarschaft mit Lilja Helms (stehend l.) vom Seniorenservicebüro und Quartiersmanagerin Christin Brümmer (stehend r.).

Brinkum - Von Bernd Ostrowski. Vier sogenannte Quartiere gibt es bereits in der Gemeinde Stuhr, und zwar in Brinkum, Fahrenhorst, Varrel und Seckenhausen. Ziel des Projekts ist eine gut funktionierende Nachbarschaft, in der die Anwohner aufeinander achten und sich gegenseitig helfen.

Vier weitere Quartiere sind in Heiligenrode, Groß Mackenstedt, Moordeich und in Alt-Stuhr geplant. „Für alle suchen wir noch ehrenamtliche Ansprechpartner, die sich der Probleme älterer Menschen annehmen wollen“, erklärt Quartiersmanagerin Christin Brümmer.

Wie wichtig eine gut funktionierende Nachbarschaft ist, machte Lilja Helms vom Pro Dem Seniorenservicebüro an einem Negativbeispiel in Kirchweyhe deutlich. Fünf Jahre lang glaubten die Anwohner, dass eine demente Nachbarin in einem Betreuungsheim lebte. Tatsächlich hielt sich aber in der Wohnung auf, in der sie mit ihrem ebenfalls an Demenz erkrankten Mann lebte. Erst als dieser von einer Autofahrt von Syke aus nicht mehr nach Hause fand und zwei Tage später in Hannover aufgegriffen wurde, nachdem er dort einen Laternenmast umgefahren hatte, kam die Geschichte ans Tageslicht. „Wenn es dort aufmerksame Menschen gegeben hätte, wäre das sicher nicht passiert. So etwas verhindert man nur über Sensoren in der Nachbarschaft“, sagt Helms.

Dazu gibt es in den Quartieren ehrenamtliche Ansprechpartner der Nachbarschaft, die Senioren bei Problemen Hilfestellung geben. Gisela Brachmann, Ulrike Dunkhase-Niemeyer und Peter Haeckermann üben diese Funktion in Brinkum aus. Sie waren vom Pro-Dem-Vorsitzenden Eberhard Hesse angesprochen worden, ob sie nicht Lust hätten, sich zu engagieren. Heide Frels hatte in der Zeitung von der Quartiersbildung gelesen und sich freiwillig gemeldet. Sie arbeitet im sozialen Bereich. „Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, mich auch privat sozial zu engagieren.“ Es sei oft nicht einfach, an die Betroffenen heranzukommen, sagt Heiner Schmidt, ebenfalls Ansprechpartner der Nachbarschaft. „In vielen Fällen spielt ein gewisses Schamgefühl eine Rolle. Die Leute wollen nicht, dass jemand etwas von ihren Problemen erfährt.“ Besonders schwierig sei es, an Stuhrer Neubürger heranzutreten, ergänzt Ulrike Dunkhase-Niemeyer.

Lilja Helms ist stolz darauf, dass die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt das Seniorenservicebüro um einen Pflegestützpunkt erweitert hat. Dort erhalten alle Senioren eine Beratung, nicht nur an Demenz erkrankte.

Wer sich für die Arbeit der Quartiere interessiert, ob als Hilfesuchender oder als Ehrenamtlicher, hat unterschiedliche Möglichkeiten, Kontakt aufzunehmen, sagt Helms. In Seckenhausen leitet Hermann Helms die sogenannte Dienstagsrunde, zu der sich Interessierte jeden zweiten Dienstag im Monat um 15 Uhr in der Volkshochschule Seckenhausen an der Hauptstraße 48 treffen.

Für Anfang nächsten Jahres ist im Pro-Dem-Büro an der Bremer Straße 7 in Brinkum alle zwei Wochen mittwochs von 15 bis 17 Uhr ein bunter Nachmittag geplant. „Auch Angehörige können mit dazukommen“, sagt Christin Brümmer. Aus Platzgründen ist aber eine Anmeldung erforderlich. Auskünfte erteilt die Quartiersmanagerin unter der Telefonnummer 0421/8983344 oder per E-Mail an cb@prodem-stuhr-weyhe.de.

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