Selbst der Himmel ehrt die Freundschaft

TuS Varrel empfängt Gäste aus Partnerstadt Teloché

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Gastgeber und Gäste: (v.l.) Lutz Hollmann, Jean-Luc Martineau, Kirsten Höfener, Andreas Höfener und Sylvie Prodhomme.

Stuhr - Von Angelika Kratz. Eine entspannte und sehr kommunikative Wartezeit im sommerlichen Regen haben am Samstagvormittag vor dem Stuhrer Rathaus die Gastgeber des TuS Varrel verbracht. Denn der Bus mit den Freunden aus Teloché, der französischen Partnerstadt des TuS, ließ auf sich warten. Aber nach den vielen Jahren der gelebten Freundschaft hieß es einfach „C’est la vie.“

Und mit einem Schulterzucken quittierten die Wartenenden die vielen Baustellen im Norden. Die deutschen Gastgeber kamen miteinander ins Gespräch, und die „alten Zeiten“ der jährlichen Besuche in Frankreich und Deutschland wurden mit vielen Erinnerungen lebendig.

Private Freundschaften werden rege gepflegt

Vor 40 Jahren, der Geburtsstunde der „Association d‘Echange Franco-Allemand de Teloché“ beim TuS Varrel, war bereits Margaretha Vögel aus Varrel mit dabei. Aus Berlin war Tochter Maren mit ihren Kindern Malte, Matthis und Filine angereist, um zum Jubiläum alte Bekannte zu begrüßen.

Die Löschkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Stuhr öffneten mit einer netten Geste die Tore ihrer Halle für die Berliner und verkürzten mit vielen interessanten Informationen über Fahrzeuge und Einsätze die Zeit.

Viele intensive Freundschaften haben sich über die vier Jahrzehnte entwickelt, und so verbindet auch Edith Lindemann die offiziellen Besuche stets mit privaten Einladungen. Ihre Freunde Michel und Danielle Gauvrit besucht sie regelmäßig auf der sommerlichen Ferienfahrt in die Bretagne. „Die beiden lieben frische Krabben“, und so wurde trotz der momentan stattlichen Preise beim Fischhändler genügend für ein Willkommensessen bestellt. Hinsichtlich der Sprache waren sich alle einig und machten damit Mut. Zur Not gehe es mit Händen und Füßen und mit viel guter Laune.

Die Freundschaft hält so lange, dass die Gäste schon alle örtlichen Highlights kennen

Bis zum kommenden Donnerstag hat sich das Organisationsteam um Marina Bischoff viele interessante und abwechslungsreiche Punkte ausgedacht. „Das ist gar nicht so einfach, ich habe mit meinen Freunden schon alles hier im Norden abgeklappert“, sagte Edith Lindemann, auf 35 Jahre deutsch-französische Begegnungen zurückblickend.

Neben sportlichen Aktivitäten soll es auch Firmenbesichtigungen bei Airbus und VW in Wolfsburg geben. Zeit zum Entspannen sieht der Plan aber dennoch vor, und dem gemeinsamen Essen mit vielen Gesprächen wird dafür der nötige Raum gelassen.

„Sie sind da“, ertönte nach einer Stunde Warterei schließlich der Ruf durch das Rathaus. Nach der ersten Orientierung und der Suche nach bekannten Gesichtern begann die Umarmungs- und Küsschenrunde. Die bunten Regenschirme bildeten die fröhliche Kulisse, und schließlich hatte der Regenhimmel bei so viel Gelächter und Herzlichkeit keine Chance mehr. Er stellte seinen Guss ein und ließ zu Ehren der deutsch-französischen Freundschaft der Sonne den Vorrang.

Drei Generationen sind nach Stuhr gereist

Im Rathaus warteten Butterkuchen (Gâteau de beurre) und Getränke zur Stärkung neben Kugelschreibern und Blöcken zum Festhalten der kommenden Erlebnisse.

Stuhrs stellvertretende Bürgermeisterin Sigrid Rother begrüßte die Delegation aus Teloché, und insbesondere Madame Jannick Lambert und Bürgermeister Gérard Lambert. „Vive l‘amitié franco-allemande“ bestätigte auch Madame Lambert. „Freundschaft ist ein grenzenloser Schatz“ blickte sie auf die lebendige Partnerschaft mit wieder neuen Familien voller Stolz. Von 8 bis 88 Jahren sind die Gäste und umfassen damit drei Generationen. Ein besonderer Dank ging an Ilse Düßmann, die es erneut geschafft hatte, 60 Schlafgästen aus Frankreich ein deutsches Bett zu organisieren. Kommunale Freundschaften seien ein Wegbereiter ein gemeinsames Europa zu gestalten und gegen Krisen anzugehen, so Rother.

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