Mehr als 100 Hörer dabei

Helga Habsch stellt Bücher vor: „Selber lesen macht schlau“

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Helga Habsch im voll besetzten Lesecafé der Bibliothek mit zwei der 17 von ihr vorgestellten Neuerscheinungen.

Brinkum - Mehr geht nicht. Das Interesse der Literaturfreunde war riesig. Vor mehr als 100 begeisterten Hörern hat Helga Habsch im Lesecafé der Brinkumer Bibliothek insgesamt 17 Neuerscheinungen vorgestellt.

Am Donnerstagabend war die ehemalige Buchhändlerin mit ihrer „Das literarische Solo“ genannten Vortragsreihe bereits zum 18. Mal in Brinkum zu Gast. „Ich präsentiere nur Bücher, die ich selbst gelesen habe und die ich für interessant und lesenswert halte“, sagte die vitale Mittsiebzigerin. Zu der Büchervorstellung eingeladen hatten die Buchhandlung Leporello und die Brinkumer Bibliothek.

Christine Fritsch, Chefin der Buchhandlung, und Angelika Karting, stellvertretende Bibliotheksleiterin, begrüßten die Gäste im voll besetzten Lesecafé. Seit dem Start der Brinkumer Buchhandlung tritt Helga Habsch als professionelle Buchvorstellerin auf. Aus den anfänglich 40 vorwiegend weiblichen Besuchern ist inzwischen ein großer Kreis von interessierten Stammgästen geworden. „Hier sind ja erstaunlich viele Männer dabei“, sagt Helga Habsch.

Sehr unterhaltsame Lesung

In bunter Folge referierte Habsch sehr unterhaltsam über eine Auswahl von Neuerscheinungen, die Mitte Oktober auf der Frankfurter Buchmesse herausgekommen waren. Vor allem Romane, Krimis, bebilderte Sachbücher, Briefsammlungen, verfilmte Literatur von Nobelpreisträgern, aber auch Erstlingswerke von Neu-Schriftstellern stellte sie vor. Neben einer kurzen Biografie der Autoren ging die „literarische Solistin“ vor allem auf den Inhalt der Bücher ein und beschränkte sich dabei nicht auf den Klappentext. 

Gekonnt setzte sie ihre Hörer über das Wesentliche der Handlung ins Bild, gab Zitate zum Besten und machte deutlich, warum sie gerade dieses Buch mit in die Auswahl der lesenswerten Exemplare genommen hatte. Sie sparte aber auch nicht mit Kritik, wenn Teile der Geschichte ihr missfallen haben. Das Ende der Handlung ließ Habsch natürlich offen, um den zukünftigen Lesern nicht die Spannung zu nehmen. „Mehr erzähle ich nicht. Selber lesen macht schlau“, schloss sie die jeweilige Buchvorstellung mit einem verschmitzten Lächeln ab.

Nach eigenen Angaben liest Helga Habsch etwa 100 Bücher pro Jahr. „Ich bin ja jetzt Rentnerin, ich kann es mir leisten. Seit 30 Jahren stelle ich jetzt Bücher vor“, sagte sie.

Bis Ende November stehen bei ihr acht Vorträge mit individuellen Literaturvorschlägen im Terminkalender. „Wenn die Buchhändler besondere Wünsche haben, muss ich diese Bücher schnell nachlesen.“

Auch im Frühjahr hält sie eine Vortragsreihe mit ausgewählter Literatur bereit, für die sie bereits jetzt wieder anfängt zu lesen.

rjy

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