Sehnsucht, Kanalarbeiten und ein Mausoleum

Ausstellung „Farbe und Feuer“ in Heiligenrode

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Die Künstlerinnen (v.l) Antje Wiewinner, Karin Hirschgänger und Gudrun Trendafilov mit einem kleinen Teil ihrer Werke in der Künstlerstätte Heiligenrode. 

Heiligenrode - Von Andreas Hapke. In der Tradition des Künstlerinnenaustauschs steht die Ausstellung „Farbe und Feuer“, die heute um 19 Uhr in Heiligenrode eröffnet. Dazu hat die Stuhrerin Karin Hirschgänger ihre Mitstreiterinnen Gudrun Trendafilov aus Dresden und Antje Wiewinner aus Osnabrück eingeladen. Insgesamt sind mehr als 50 Werke in der Künstlerstätte zu sehen. Die einführenden Worte spricht die Bremer Kunsthistorikerin Regina Gramse.

Für die Farbe sind Trendafilov mit ihren Bildern, Zeichnungen und Grafiken sowie Hirschgänger, die hauptsächlich 3D-Arbeiten zeigt, zuständig. Feuer ist das Thema von Wiewinner, schließlich seien ihre Keramiken durchs Brennen entstanden.

Hirschgänger und Wiewinner kennen sich aus gemeinsamen Studienzeiten an der Hochschule für gestaltende Kunst und Musik in Bremen. Der Kontakt zu Trendafilov entstand laut Hirschgänger, „weil ich die Dresdner Kunstszene ein bisschen kannte. Meine Wurzeln mütterlicherseits liegen im Osten“. Schon Anfang des Jahrtausends habe sie Dresdner Künstlerinnen nach Stuhr eingeladen. Trendafilov und Wiewinner hingegen sind sich erst gestern in Heiligenrode zum ersten Mal begegnet. Im Hinblick auf die Aufteilung der Arbeiten hatte ihnen Hirschgänger vorab einen Grundriss der Künstlerstätte geschickt. Zunächst haben die Drei die Bilder gehängt, dann die Keramiken gestellt.

„Unglaublich ästhetisch und minimalistisch“

Die Werke Trendafilovs, 28 an der Zahl, sind auf beide Räume verteilt. Ob Bild, Zeichnung oder Grafik: Das durchgängige Motiv bildet der Frauenkörper. So könne sie authentisch ihre jeweiligen Gefühle ausdrücken. „Es geht um mich“, sagt sie. „Sehnsucht“, „Merklich kühler“ und „Duft“ tauchen als Titel in einer Serie kleinerer Druckgrafiken auf. Ihre aktuelleren, „schreienden“ Werke habe sie in Dresden gelassen. Sie wären zu groß gewesen für die Künstlerstätte.

Für Trendafilov ist Kunst „Erholung und Notwendigkeit“ zugleich, Hirschgänger sieht darin einen „Ausflug in die Freiheit“. Für ihre Collagen hat sich die Gastgeberin das Podest des größeren Ausstellungsraums ausgesucht. Die Arbeiten bestehen aus allerlei Materialien, die die Stuhrerin auf Holzplatten aufgebracht hat. Bei „Wo ist der passende?“ etwa quillen hunderte von Knöpfen aus einer Blechdose, für die „Kanalarbeiten Unter den Linden in Berlin“ hat sie Funstücke von der Baustelle durch die Bundeshauptstadt geschleppt. Es sind nur acht Werke – „weil man mich hier kennt“, begründet Hirschgänger.

Die Keramiken ihrer einstigen Kommilitonin Wiewinner bezeichnet sie als „unglaublich ästhetisch und minimalistisch. Da gibt es keine Schnörkel. Das habe ich immer bewundert, das sieht man sonst nicht“. Die Osnabrückerin hat insgesamt 20 Keramikgefäße und architektonische Objekte mitgebracht. Bei letzteren – sie tragen Namen wie „Innerste Kammer“, Mausoleum“, „Treppe“ und „Refugium“ – gehe es ihr um Perspektive, um Lichtwirkung, sagt Wiewinner. Wenn sie arbeite, gehe sie ihrer Leidenschaft und ihren Bildern im Kopf nach. „Eigentlich ist das wie früher im Sandkasten, nur in einer anderen Dimension.“

Allen Künstlerinnen gemein ist, dass sie Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren zeigen.

Info

„Farbe und Feuer“ ist bis Sonntag, 12. November, zu sehen, und zwar samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Außerdem bietet Karin Hirschgänger werktags Führungen an. Anmeldungen nimmt sie unter der Telefonnummer0421/56 05 53 entgegen. Der Eintritt ist frei.

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