Der Shanty-Chor Brinkum und die Band „Jazz for Fun“ spielen ein gemeinsames Konzert im Forum der KGS Brinkum

Wo Seemannslieder und Dixie-Sound wunderbar harmonieren

Stimmgewaltig wie eh und je: die Männer des Brinkumer Shanty-Chors. - Foto: Ehlers

BRINKUM - Von Angelika Kratz. Was kommt heraus, wenn Seemannslieder mit Dixie-Sound kombiniert werden? „Ein tolles Unterhaltungsprogramm“, so der Tenor eines restlos begeisterten Publikums am Samstagnachmittag im Forum der KGS Brinkum. Bereits vor drei Jahren hatte sich der örtliche Shanty-Chor Gäste eines völlig anderen musikalischen Genres eingeladen, die Band „School-House-Seven“.

Nun startete nach den Wünschen von Chorleiter Horst Harry Bäume eine weitere musikalische Reise über die Weltmeere mit „Jazz for Fun“. So nennen sich die sieben Männer aus Vechta, die seit stolzen 32 Jahren in der selben Besetzung spielen. In dieser Zeit haben sie sich nicht nur dem Jazz gewidmet, sondern zunehmend ihre Leidenschaft für den Dixie-Sound entwickelt.

Bevor der musikalische Vergnügungsdampfer in dem für Dixie bekannten New Orleans einlief, nahmen gut gelaunte „blaue Jungs von der Waterkant“ mit ihrem Käpitän Horst Harry Bäume auf der KGS-Bühne Aufstellung. Mit dabei war wie immer die Bordkapelle, denn was wären die Matrosen ohne Schifferklavier (Renate Koch und Christiane Menzel), der Gitarre von Heinz Meyer und dem Bass von Carlo Papen?

Rolf Becker hielt mit dem Mikrofon den roten Faden der Veranstaltung in der Hand und versprach, „nicht allzu viel zu sabbeln“. Einige Döntjes durften indes nicht fehlen, auch wenn der Zeitrahmen wegen der beiden musizierenden Besatzungen eng gesteckt war.

Der bunte Törn startete mit „nem lütten Büttel Rum“ in der Kneipe am Moor, segelte mit „My Bonny“ über den Ozean, und bei „Santiano“ ging endgültig jedem im Publikum das Herz auf. „Nimm uns mit Kapitän auf die Reise“ hörte sich fast wie ein Hilferuf an, aber keiner wurde auf dem Schiff „Rosabella“ vergessen. Als dies den Hafen von New Orleans erreichte, hatte Horst Harry Bäume seinen großen Auftritt. Mit einem schwarzen Zylinder, weißen Handschuhen, einer roten Schärpe und schwarzem Regenschirm ausgestattet, führte er die Dixie-Jazzer temperamentvoll durch das Forum. Mit einem „Bimmelbahn-Boogie“ aus den 50er-Jahren, der Frage nach dem richtigen Outfit für das einst legendäre Hotel „Ritz“ und einer Hommage an einen Gigolo eroberte sich die Band aus Vechta einen neuen Fankreis in Brinkum. „Bei solcher Musik kann ich meine Beine nicht stillhalten“, verriet eine 91-jährige Seniorin ihre Begeisterung. Dazu habe sie früher getanzt, auch wenn die Musik zur Zeit des Krieges verboten gewesen sei.

Horst Krogmann (Trompete, Gesang) hielt als musikalischer Leiter und Organisator von „Jazz for Fun“ ebenso locker das Mikro in der Hand wie Bäume. Seine Kollegen Heinz Mählmann (Bass, Tuba), Karl-Heinz Knagge (Banjo, Klavier), Werner Stolle (Gesang, Saxophon), Klement Pries (Klarinette), Ferdinand „Ferdi“ Engelmann (Schlagzeug) und Clemens Hartke (Posaune) legten mitunter tolle Soli hin.

Die Stimmung steigerte sich zunehmend, und als die Band „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen“ anstimmte, sang der ganze Saal lauthals und textsicher mit. „Is dat nich schön“, seufzten schließlich alle.

Zum gelungenen Abschluss gingen nicht nur Dixie und Shanty bei „Marina“, einem Klassiker der 1950er-Jahre, eine wunderbare Partnerschaft ein. Auch Musiker und Zuhörer fühlten sich auf eine besondere Weise verbunden.

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