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Seckenhausen: Schwimmer sehen sich gewappnet

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Von: Andreas Hapke

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Nach und nach senkt der Schwimm- und Fitness-Club Rot-Gelb die Wasssertemperatur auf 27 Grad ab. Am Donnerstag misst der Vorsitzende Edmund Schröder noch 27,3 Grad.
Nach und nach senkt der Schwimm- und Fitness-Club Rot-Gelb die Wasssertemperatur auf 27 Grad ab. Am Donnerstag misst der Vorsitzende Edmund Schröder noch 27,3 Grad. © Andreas Hapke

Kosten senken – Wie alle Sportvereine muss sich auch der Schwimm- und Fitness-Club (SFC) Rot-Gelb Bremen Gedanken darüber machen, wie er das vor dem Hintergrund explodierender Energiepreise erreichen kann. Einen großen Schritt hat der in Seckenhausen ansässige Verein in seiner jüngsten Vorstandssitzung getan.

Seckenhausen – Mit den gefassten Beschlüssen in der Vorstandssitzung und den in der jüngsten Vergangenheit bereits umgesetzten Energiesparmaßnahmen sieht sich der SFC Rot-Gelb Bremen bis zum Jahresende im Bereich Energiesparen und Kosten senken gut aufgestellt. Für 2023 dürfte sich eine Prognose schwierig gestalten.

Im Vorfeld der Sitzung hatten die Mitglieder Gelegenheit, eigene Vorschläge zu unterbreiten. Diese arbeitete die Führungsetage um den Vorsitzenden Edmund Schröder und dessen Stellvertreter Klaus Torns nacheinander ab. „So fühlen sich die Mitglieder einbezogen und nicht fremdbestimmt“, begründet Schröder. Zudem könne jeder sehen, „wie dramatisch die Lage ist“, fügt Torns hinzu.

Keine Senkung auf 26 Grad

Den Kern des Maßnahmenkatalogs bildet das sukzessive Absenken der Wassertemperatur von 28 auf 27 Grad. Laut Schröder ist das bereits eine spürbare Veränderung. „Frisch, aber noch angenehm.“ Auf 26 Grad herunterzugehen, wolle der Club seinen Schwimmern nicht zumuten. „Das ist für das Freibad Kirchweyhe eine gute Temperatur, aber nicht für die Halle“, erklärt der Vorsitzende, der dann auch Kündigungen verärgerter Mitglieder nicht ausschließen würde. Die Temperatur des Duschwassers will der SFC wegen der Legionellengefahr nicht absenken.

Darüber hinaus öffnet die Sauna erst um 10 statt wie bislang um 9 Uhr, sie schließt auch eine halbe Stunde früher, nämlich um 21 Uhr. „Da muss jeder etwas abgeben. Morgens sind es überwiegend die Rentner, abends die Berufstätigen“, sagt Schröder. Hinzu kommt die Reduzierung der Badaufsicht um täglich eine auf dreieinhalb Stunden. Dieser Vorschlag war von der Aufsicht selbst gekommen.

Da muss jeder muss etwas abgeben. Morgens sind es überwiegend die Rentner, abends die Berufstätigen.

Edmund Schröder

Die Installation von Bewegungsmeldern und eines Münzautomaten zur Begrenzung der Duschzeiten lehnte der Vorstand ab. Die Investitionskosten stünden in keinem Verhältnis zu den Einsparungen. Die Damenduschen dagegen will der SFC noch mit Selbstschlussventilen ausrüsten. Er lässt außerdem prüfen, ob das Licht in der Schwimmhalle zu dimmen ist. Das Licht in der Sauna wird ab sofort später zugeschaltet und im Flur ein Dimmungsschalter angebracht.

„Sehr wichtig“ wäre laut Schröder, die undichten und teilweise im Rahmen gebrochenen Fenster auf der Ostseite (Lounge und Ruheraum) auszutauschen. Eine Reparatur habe eine Fachfirma bereist ausgeschlossen. Doch da sind dem Club die Hände gebunden, denn für den Unterhalt des Gebäudes ist das Unternehmen Cordes und Gräfe zuständig.

„Mit den Maßnahmen gehen wir an die Schmerzgrenze“, stellt Schröder fest. Verbunden sind sie laut Torns mit dem Appell an die Mitglieder, auf kürzere Duschzeiten zu achten und das Licht auszuschalten. Alles in der Hoffnung, noch mehr Energie zu sparen als dies ohnehin schon der Fall ist. Denn „sparen war bei uns immer schon ein Thema“, sagt Schröder. Seiner Auskunft nach hat der Schwimm-Club seine Ausgaben für Strom in den vergangenen drei Jahren nach und nach um monatlich 500 Euro gesenkt, das sind 25 Prozent.

Einsparungen durch LED und neuen Saunaöfen

Möglich machten diese Entwicklung unter anderem die Umstellung der kompletten Beleuchtung auf LED im Jahr 2019 und die Anschaffung neuer Saunaöfen ein Jahr später. „Die verbrauchen viel weniger als die 15 Jahre alten Vorläufermodelle“, berichtet Schröder.

Eine ebenfalls positive Entwicklung meldet der Verein bei den Mitgliederzahlen. Aktuell gehören dem Schwimm- und Fitness-Club Rot-Gelb Bremen 555 Mitglieder an. Während Corona sei die Zahl zwischenzeitlich auf 420 zurückgegangen, sagt Schröder. „Zuletzt hatten wir kaum noch Austritte. Und wenn, dann altersbedingt.“

Überhaupt stellen Schröder und Torns einen Generationswechsel beim Publikum fest. Viele Neuzugänge seien zwischen 30 und 40 Jahre alt. Nach wie vor bringe der Verein am Samstag und Montag zwischen 180 und 200 Mädchen und Jungen das Schwimmen bei, so Torns. Und immer noch gebe es eine Warteliste.

„Zuspruch haben wir genug“, sagt der „Vize“. Dies gelte auch für das Aquajogging, wo es mehr Interesse als Kurse gebe. „Doch wir können den Schwimmern nicht noch mehr Zeiten nehmen.“

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