Gemeinde Stuhr stellt Anzeige

Schweres Umweltvergehen: Sechs Bäume in Seckenhausen vergiftet

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Kaum noch Blätter trägt diese Eiche. Bei ihren Nachbarn sieht das anders aus.

Ein besonders schweres Umweltvergehen beschäftigt zurzeit die Gemeinde Stuhr. Nach Auskunft ihres Umweltbeauftragten Marc Plitzko hat ein Unbekannter in Seckenhausen sechs Bäume mit einem Pflanzenschutzmittel vergiftet.

Seckenhausen - Der laut Plitzko „unerfreuliche Vorfall“ ereignete sich in der Grünanlage Habenhauser Moor, umweit des Parkplatzes am Ende der Straße „Im Grünen Winkel“. „Wir haben bereits die Polizei eingeschaltet und Anzeige gestellt“, sagt der Rathausmitarbeiter.

Von dem Baumfrevel sind eine Eiche, zwei Linden und drei Erlen betroffen. Dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmt, fällt auf den ersten Blick auf: Im Vergleich zu ihren Nachbarn tragen sie viel weniger Blätter. Manche sind bereits karg, „und das, obwohl wir hier noch gar keinen Laubabfall haben“, sagt Plitzko.

Diese vergifteten Erlen dürften kaum eine Überlebenschance haben. 

Aufgefallen war der Missstand bei der halbjährlichen Baumbegehung im Sommer. Die Häufung der schon damals weitgehend laublosen Bäume auf einem überschaubaren Areal im Randbereich des Parks sei verdächtig gewesen, berichtet Plitzko. Trockenheit sei als Erklärung ebenso wenig infrage gekommen wie eine Krankheit. Die Eiche etwa könne Trockenheit ab, sie stehe außerdem nur 20 Meter vom Gewässer entfernt. 

Gezielte Vergiftung mit Pflanzenschutzmittel

„Linden haben eigentlich keine Krankheit, anders als Eschen oder Kastanien.“ Bei genauerer Betrachtung seien Behandlungsspuren an den Stämmen festgestellt worden, woraufhin die Gemeinde einen Gutachter einschaltete. Ergebnis: Die Bäume waren durch Pflanzenschutzmittel gezielt vergiftet worden. Den entsprechenden Nachweis habe eine Laboruntersuchung erbracht. Der genaue Zeitpunkt der Eingriffe sei nicht mehr zu bestimmen, dürfte aber April/Mai gewesen sein.

Bäume vergiftet: Kein Kavaliersdelikt

Wie das Gift eingebracht wurde, möchte Plitzko wegen möglicher Nachahmungstäter nicht in der Zeitung lesen. Er betont, dass es sich nicht um ein Kavaliersdelikt handelt. Zum einen liege eine Sachbeschädigung zum Nachteil der Gemeinde vor, zum anderen seien Bäume als Sauerstoffproduzenten für den Klimaschutz und die Artenvielfalt unverzichtbar. Er macht darauf aufmerksam, dass ein Verstoß gegen die Stuhrer Baumschutzsatzung vorliege. Seit deren Aktualisierung Ende 2017 kann die Gemeinde eineStrafe von bis zu 25.000 Euro verhängen.

Vergiftete Bäume werden wohl nicht überleben

Der Umweltbeauftragte vermutet, dass die geschwächten Bäume nicht überleben: „Die Chance ist gering.“ In diesem Fall müsse die Kommune ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und die Bäume entfernen. „Die sind hoch, und wenn da etwas ‘runterfällt, wird es gefährlich.“

Viele Leute würden sich an Bäumen stören, stellt Plitzko fest. Doch dass jemand mit solch einer kriminellen Energie vorgeht, habe ich noch nicht erlebt.“ Er spricht von einem Einzelfall. „Das soll auch so bleiben.“

Um einen weiteren Missbrauch zu verhindern beziehungsweise den oder die Verursacher zu ermitteln, bittet die Gemeinde um Hinweise von Zeugen. Diese können sich unter der Telefonnummer 0421/ 56 20 500 bei der Polizeidienststelle in Stuhr melden.

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