Sebastian Neubauer ist neuer Stipendiat der Künstlerstätte Heiligenrode

Bewegte Kunst mit SMS-Kontakt

Sebastian Neubauer mit einem seiner Objekte: Der Künstler aus Hannover ist zehn Monate lang Stipendiat der Künstlerstätte Heiligenrode.
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Sebastian Neubauer mit einem seiner Objekte: Der Künstler aus Hannover ist zehn Monate lang Stipendiat der Künstlerstätte Heiligenrode.

Heiligenrode - Von Nina Baucke. Skulpturen, die sich bewegen lassen und telefonisch erreichbar sind: Interaktive Kunst mit Poesie schwebt Sebastian Neubauer vor, die in den kommenden zehn Monaten im Atelier der Künstlerstätte Heiligenrode entstehen soll. Denn dort ist das Quartier des Künstlers – dem neuen Stipendiaten der Gemeinde.

„Nebel und Erfindungen“ – unter diesem Titel firmieren die Werke, die Neubauer nun in dem Atelier an der Wassermühle erschafft. Die Herausforderung bei den beweglichen Objekten, die sich dann über Sensoren steuern lassen, liegt in der Technik, erklärt er. Denn sein Vorhaben ist, dass die Objekte auf SMS-Befehle reagieren, genauer gesagt, die Farbe ändern. Zu diesem Zweck installiert der Künstler zum einen kleine RGB-LED-Lämpchen, zum anderen programmiert er das Innenleben seiner Werke. „Es gibt viele Bausätze für so etwas, außerdem habe ich Spaß daran, mir neue Fertigkeiten anzueignen“, erklärt Neubauer. Für ihn ist „Nebel und Erfindungen“ die Pflicht, „weitere tolle Sachen, die sich dann in der Zeit hier so ergeben, wären dann die Kür.“

Im Mai hatte sich der Künstlerische Beirat für den 33-Jährigen aus Hannover entschieden. „Wir fanden das Projekt spannend, dass er uns da vorgestellt hat“, sagt Edgar Wöltje, Kulturbeauftragter der Gemeinde. „Und ich denke, es ist für beide Seiten spannend zu erleben, wohin die Reise geht, was da noch kommt und welche Richtung das Ganze einschlägt.“

Dabei hat „Nebel und Erfindungen“ im gewissen Sinne noch etwas Neuland-Charakter. Denn es ist erst das zweite Jahresprojekt des Künstlers. „Früher habe ich in Zyklen von 40 Tagen gearbeitet. Seit 2013 arbeite ich von Januar bis Dezember an einem großen Projekt“, sagt er. Das erste Jahresprojekt war eine Reihe von zwölf Drucken in verschiedenen Techniken: Stempel, Kopie, Kaffeeflecken; sie bauten die Brücke zum aktuellen Projekt. „Ich habe angefangen, mit dreidimensionalen Drucken zu arbeiten. Da habe ich Blut geleckt und so ist die Idee mit den kinetischen Skulpturen in diesem Jahr entstanden.“

Der Künstler pendelt zwischen seiner Arbeit als Filmemacher und der Bildenden Kunst, zwischen Performances und Installation. Ein Beispiel dafür ist sein Projekt „Longing Birds“: In einem Fotostudio mit grünem Hintergrund, eingebaut in einer Vogelvolière, entstehen „Selbstporträts“ der Vögel. Ein Programm ersetzt darauf das Grün durch ein Landschaftsbild. Das Bild wandert automatisch über einen Twitter-Account ins Netz. Insgesamt 1400 Euro pro Monat sowie die Nutzung der Wohn- und Arbeitsräume umfasst das Stipendium, dessen 42. Nutznießer Neubauer ist. „Es ist für uns gleichzeitig ein Jubiläum, seit 25 Jahren gibt es die Künstlerstätte“, sagt Edgar Wöltje. Am Ende des Stipendiums steht die Präsentation der Werke in der Künstlerstätte an. „Das ist immer wieder für jeden Künstler eine Herausforderung, seine Werke in den Räumen dort zu präsentieren“, sagt Wöltje.

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